Neuzugang trifft: Lustenau biegt Ostligist Krems

Die Grün-Weißen entscheiden den Cupfight gegen den Titelträger von 1988 für sich.
Krems an der Donau Ein Cuphighlight im altehrwürdigen Sepp-Doll-Stadion, Bundesliga-Aufsteiger Austria Lustenau gastierte bei Ostligist Krems. Der Cupsieger von 1988 war schon in den vergangenen drei Jahren im ÖFB Cup vertreten, es reichte jeweils nicht für den Einzug in die nächste Runde. Gegen den SKU Amstetten (2:3), Sturm Graz (2:4 n.V.) und nochmals Amstetten (3:4 n.E.) kratzte man aber jeweils an der Sensation. Die Vorzeichen für Krems waren aber keine einfachen: Mit Philipp Zulechner wurde der Trainer erst vor wenigen Tagen an Zweitligist Voitsberg verloren, Stefan Maierhofer – bereits in der Saison 22/23 Spielertrainer bei Krems – wurde kurzfristig als Trainer verpflichtet. Sein Team machte auch heuer der Lustenauer Austria das Leben schwer – und setzte sich wieder nicht durch. “Es war ein typischer Cupfight, wie es ihn oft gibt”, sagte Lustenaus Trainer Markus Mader nach dem 1:0-Sieg seiner Mannschaft. Er meinte: “Aufgrund der zweiten Halbzeit glaube ich schon, dass es verdient war.”

Die Stimmung in der Wachau war gut. Rund 1500 Zuschauer waren gekommen, darunter auch Karl Daxbacher und gut 100 Fans von Austria Lustenau. Trainer Markus Mader begann mit den Neuzugängen Danilo Soares, Niklas Pertlwieser, Dion Kacuri, Dominik Weixelbraun und Precious Benjamin in der Startelf, zwischen den Pfosten kam Ersatztormann Phillip Böhm zu einem Einsatz.
Lustenau übernahm sofort das Kommando, zeigte sich im Mittelfeld flexibel. Die erste Möglichkeit fand Pius Grabher vor, schoss nach Vorarbeit von Seydou Diarra drüber (7.). Weixelbraun hatte die nächste Chance (19.), ansonsten kam die Austria durch Dribblings von Diarra zwar wiederholt in die Gefahrenzone, aber zu keinen zwingenden Torchancen. “In der ersten Halbzeit waren wir offensiv ganz schwach, da haben wir nichts hergebracht”, so Mader.
Noch vor der Trinkpause – es hatte knapp 30 Grad – zwang Jan-Sebastian Koppensteiner nach einem Konter Böhm zu einer Glanzparade, aus kurzer Distanz wehrte der Keeper den Ball stark über das Tor ab (24.). In der 41. Minute köpfelte Krems-Kapitän Simon Temper nach einem Freistoß zudem über das Tor (41.). Krems spielte es auch in diesem Jahr gegen den Favoriten stark.
Viele Chancen nicht genutzt
Lustenaus Sportvorstand Stephan Muxel blieb in der Halbzeit beim Bierkistenumschießen ohne Erfolg, und auch die Mannschaft am Platz wurde zunächst nicht belohnt. Precious Benjamin ging zwar bei einem hohen Ball gut dazwischen, der Kopfball landete aber nur an der Latte (46.). Während Krems’ Kleinbruckner aus der Distanz verzog, brachte wieder Benjamin die Grün-Weißen vermeintlich in Führung – aufgrund eines Stürmerfouls zuvor musste er noch während des Jubels abdrehen (53.).

Lustenau hatte nach der Pause merklich den Druck erhöht, durch einen kurz abgespielten Freistoß prüfte Weixelbraun Ex-Bregenz-Goalie Felix Gschossmann (56.), gegen Sacha Delaye wehrte der zur Ecke ab (60.). Inmitten dieser Druckphase gelang dann doch noch die Führung – der auffällige Benjamin schraubt sich hoch, sein Kopfball senkte sich perfekt ins lange Eck (63.).
Nach dem 0:1 drängte Lustenau auf die Entscheidung – und Krems auf den Ausgleich. Weixelbraun verpasste nach Delaye-Vorlage (66.), Lustenaus Joker Antonio Verinac wurde später beim Sprint aufs Tor noch entscheidend gestört. Lustenau lief hingegen mehrfach in Konter, brachte den Vorsprung schlussendlich aber gegen zu ungefährliche Kremser über die Zeit.

“Es war der harte Cupfight, von dem wir gewusst haben, dass er so kommen kann. In der zweiten Halbzeit hätten wir gleich in Führung gehen können, dann wäre es einfacher gegangen. Aber es war Pech – und dann musst du dich durchquälen”, bilanzierte Mader. Möglich gewesen wären ihm zufolge auch drei oder vier Treffer. “Aber das ist jetzt wurscht. Abhaken, wir sind eine Runde weitergekommen. Alles gut, im Cup musst du nicht glänzen.”
UNIQA ÖFB CUP, 1. RUNDE
Kremser SC – SC Austria Lusteau 0:1 (0:0)
Krems, Sepp-Doll-Stadion; 1.500 Zuschauer; SR Julian Schnur
Torfolge: 63. 0:1 Precious Benjamin
Gelbe Karten: 51. Temper, 90./+3 Neumayer bzw. 48. Maak, 78. Antonio Verinac
SC Austria Lustenau (4-3-3): Böhm – Gmeiner, Maak, Pertlwieser, Soares (84. Ibertsberger) – Kacuri (74. Afrifa), Grabher, Delaye – Weixelbraun (88. Ouattara), Benjamin (74. Verinac), Diarra (74. Gashi)