Eine Halbzeit zum Aufbauen

“Besser kann man es eigentlich nicht spielen”, sagt Trainer Zaric über Hälfte zwei bei Rapid.
Wien 0:1-Niederlage in Hütteldorf – und dennoch konnte Altach viel Positives mitnehmen. “Rein inhaltlich war es speziell in der zweiten Halbzeit ein guter Auftritt. Wir haben uns nicht versteckt, sind mutig aufgetreten, haben Fußball gespielt, waren vom Energielevel hoch”, sagte Trainer Ognjen Zaric. Besser könne man auswärts bei Rapid als Altach eigentlich nicht spielen. Aber: “So wirst du es als SCR Altach bei Rapid nicht über 90 Minuten spielen können, das ist auch die Wahrheit.”
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Dass es nicht zu Punkten reichte, lag am Start in die Partie. “Uns war klar, dass wir die Anfangsphase überleben müssen”, sagte Vesel Demaku. “Aber wir haben den Start komplett verpennt”, bilanzierte Startelf-Debütant Niklas Niehoff. “Und dann kriegen wir so ein Kullertor.”
Der Torschütze des einzigen Treffers war Petter Nosa Dahl, der Filip Milojevic überspielte und mit etwas Glück Tormann Dejan Stojanovic überwand – da waren noch keine vier Minuten gespielt. Von einem verhinderbaren Tor sprach Zaric: “Wir waren dann kurzzeitig geschockt.” Zu passiv sei man gewesen, erklärte Niehoff. “Auf den Flügeln sind wir immer Zwei gegen Eins gestanden, wir haben Rapid in unserer Hälfte verlagern lassen.”

Ab Mitte der ersten Halbzeit funktionierte der Zugriff besser. Ganz stoppen konnte man Rapids Offensivdrang aber nicht, der Gegner hatte unter der Woche gegen Santa Coloma (6:2) in der Europacup-Qualifikation Selbstvertrauen gesammelt. “Sie sind im Flow, haben eine Riesenqualität, können jede Position doppelt wechseln – dass du da unter Druck kommst, ist uns bewusst”, so Zaric. Und so traf Yusuf Demir die Latte (29.), und Ercan Kara chippte drüber (33.). “Man muss ehrlich sein: Wir hätten schon noch ein Tor kriegen können”, wusste Demaku. Es war aber auch nicht so, als wäre Altach chancenlos gewesen: Demaku verpasste aus kurzer Distanz (10.), Greil schloss zu unplatziert ab (44.).
Ein Torjäger fehlt weiter
Nach der Pause erarbeiteten sich die Gäste Sicherheit und Mut. “Speziell in der Schlussviertelstunde haben wir Rapid komplett eingekesselt, da müssen wir aus meiner Sicht einen Punkt mitnehmen”, so Zaric. Die kurioseste und zugleich beste Chance darauf gab es in Minute 78, als eine abgerissene Flanke von Yann Massombo erst ans Aluminium klatschte (Niklas Hedl: “Jeder Torwart weiß: Das ist ein richtig grauslicher Ball.”) und Hedl dann den Nachschuss von Marko Raguz parierte. Unisono lautete das Fazit bei Altach: Der Ball wollte heute nicht rein.

“Wir haben gegen Rapid drei gute Chancen gehabt, die du alle machen kannst”, sagte Zaric. Dass man nicht den einen Stürmer habe, der zehn Saisontore garantiere, sei nicht neu. “Das war unser großes Transferziel, es ist uns nicht gelungen”, sagte Zaric, die Unzufriedenheit war ihm anzumerken. “Wir müssen und wollen mit den Spielern arbeiten, die da sind und sie dahin entwickeln. Das ist Part of the Game.” Trotzdem gibt der Auftritt Hoffnung. “Mit der Mannschaftsleistung bin ich eigentlich ganz zufrieden”, so Demaku. “Es war der erste Härtetest, um zu sehen, wo wir stehen.”