Deshalb ist Bernd Bösch der totale Austrianer

Sport / 05.08.2026 • 12:57 Uhr
Deshalb ist Bernd Bösch der totale Austrianer
Bitte einsteigen. Ex-Vorstandssprecher Bernd Bösch begleitet die Austria-Profis zu den Auswärtsspielen. Roland Paulitsch

Kicker, Austria-lastiger Politiker, Vermittler, Geschäftsführer, Vorstand und jetzt Teammanager. Mehr Grün-Weiß geht nicht.

Lustenau Bösch Reisen. So heißt das Busunternehmen, mit dem Spieler und Betreuer von Austria Lustenau in Österreich auf Dienstreise gehen. Seit Saisonbeginn bedeutet Bösch Reisen für Maak, Grabher und Co. noch viel mehr. Denn: Wo Bösch draufsteht, ist nun auch Bösch drin. Bernd Bösch, 65, heißt nämlich jener Mann, der als Teammanager die Mannschaft zu allen Auswärtsspielen begleiten wird, den damit verbundenen organisatorischen Kram erledigt und dafür sorgt, dass es den Kickern während der langen Fahrten an nichts fehlt. “Ich freue mich auf meinen neuen Job”, sagt der Vollblut-Austrianer.

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rainer Markus Mader kann sich keinen besseren Teammanager vorstellen als Bernd Bösch. “Er kümmert sich um alles.” T

Der ruhende Pol

Tatsächlich ist Bösch bei den Grün-Weißen in seiner x-ten Funktion tätig. Vor über 40 Jahren war er selbst Kicker in der ersten Mannschaft, danach ein laufstarkes Mitglied der AH-Truppe. Viel später stieß er zur Funktionärs-Riege, war mehrere Jahre hauptamtlicher Geschäftsführer, danach Vorstandssprecher. Bei all seinen verschiedenen Tätigkeiten war Bernd Bösch vor allem eines: ein ruhender Pol des Vereins, ein Mediator bei Konflikten, einer, der geduldig, aber beharrlich die großen Herausforderungen des Clubs als bedachter Leitwolf eines Teams bewältigte.

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ein mit dem Koffer. Das heißt es am Freitagvormittag wieder für Bernd Bösch und den Austria-Tross. Es geht zum GAK nach Graz. R

Große Herausforderungen gab es genug. Zum Beispiel 2019 nach der legendären Austria-Jahreshauptversammlung, als nach Widerständen der alte Vorstand um Hubert Nagel zurücktrat. Damals und noch Jahre später trat “Frosch”, so wie ihn seine Freunde nennen, als Vermittler in Erscheinung, konnte einen kompletten Bruch zwischen Austria alt und Austria neu verhindern.

Deshalb ist Bernd Bösch der totale Austrianer
m Austria-Büro gehört “Frosch”, wie ihn seine Freunde nennen, schon fast zum Inventar. Auch ehrenamtlich ist er täglich bei der Austria. I

Riesige Herausforderungen

Nicht minder groß war die Herausforderung für den Klub in Sachen Infrastruktur. Bösch positionierte sich gemeinsam mit Torhüterlegende Günther Fitz als unermüdlicher Kämpfer für das neue Stadion. “Als das durch war, mussten wir das alte provisorisch bundesligareif machen. Das wurde zum ganz besonderen Drahtseilakt, der uns viel Geld kostete. Genauso wie der Umzug nach Bregenz. Dass der zwischenzeitliche Abstieg nun mit dem Wiederaufstieg nach zwei Jahren zweiter Liga endete, ist für niemand anderen eine größere Genugtuung als für Bernd Bösch.

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Bernd Bösch neben Alt-Präsident Hubert Nagel (vorne) bei der schicksalshaften Jahreshauptversammlung 2019. VN/Hartinger

Der frühere Unternehmer und grüne Landtagsabgeordnete verleugnete auch politisch seine grün-weiße Schlagseite nie. Als Sportreferent der Gemeinde Lustenau trieb er das Stadionprojekt voran, im Land sorgte sein Einfluss dafür, dass die Grünen den Anliegen der Austria stets positiv gegenüberstanden.

Er kennt alle und alles

Und jetzt Reiseleiter, pardon, Teammanager? “Ich sehe mich als Servicemann rund um alle Anliegen, welche die Mannschaft und den Betreuerstab betreffen”, schmunzelt Bösch. Seine Fans in diesem neuen, ehrenamtlichen Job hat der Tausendsassa bereits. Zum Beispiel Trainer Markus Mader (58): “Bernd ist ein absoluter Gewinn für uns. Er kann ja nicht nur groß organisieren, er ist perfekt, wenn es um die vielen Kleinigkeiten geht, die plötzlich erledigt werden müssen. Wir sind froh, dass wir ihn haben.”

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ernd Bösch als Wirtschaftssprecher der Grünen im Landtag. Die Austria trug der Lustenauer überall hin mit. B

Ins selbe Horn stößt Sportdirektor Dieter Alge (60). “So einen wie den Bernd als Teammanager kann man sich nur wünschen. Er hat sich schon in den letzten Spielen der vergangenen Saison bewährt. Bernd kennt den Verein, die Abläufe, die handelnden Personen. Und dann ist da auch seine ruhige, angenehme Art. Die ist unbezahlbar in einem komplexen Gefüge wie dem unsrigen.”

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