Auf die Belohnung vergessen

Erneut spielt Altach bei einem Favoriten phasenweise gut – trotzdem fällt gegen Sturm kein Tor.
Graz “Bei der Qualität des Gegners kannst du es auswärts fast nicht besser spielen”, sagte Altach-Trainer Ognjen Zaric nach dem Spiel bei Sturm Graz, als er über die erste Hälfte sprach. In fast demselben Wortlaut hatte er vor zwei Wochen über die zweite Hälfte bei Rapid gesprochen. Die Parallelen gingen weiter: Man verlor wieder 0:1, und wieder war der Grund, dass man vorne keinen hat, der die Tore macht.
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Denn Altach begann energisch, war im Gegenpressing und bei zweiten Bällen enorm gut und im Spiel nach vorne schnörkellos. “Altach wollte unser Pressing überspielen, das war ein geplanter langer Ball. Sie haben vorne mit Hrstic und Diawara physisch starke Spieler, dadurch haben sie uns immer wieder Probleme bereitet”, sagte Fabio Ingolitsch. “Es ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, dass wir ein strukturiertes Spiel haben, strukturiert in den Positionen sind und trotzdem eine Vertikalität nicht verlieren. Das haben wir heute sehr gut gemacht”, lobte Zaric.

Altach kreierte Chancen über Patrick Greil (9.), Ousmane Diawara (16.) und Vesel Demaku (22.) – jeweils nach vertikalen Bällen in die Tiefe und Flanken zur Mitte. Nach Ecken waren Filip Milojevic (23.) und Srdjan Hrstic (28.) per Kopf zur Stelle, der erste verfehlte knapp, beim zweiten zeichnete sich Sturm-Tormann Daniil Khudyakov aus. Gegen Mike Bähre hielt er Sturm kurz darauf erneut im Spiel. “Wir haben eine unglaublich gute erste Halbzeit gespielt. Wenn man es neutral beurteilt, müssen wir da mit zwei Toren Unterschied führen”, sagte Zaric. Auch Benjamin Böckle meinte: “Wir hätten in der ersten Halbzeit zwei Tore machen müssen.”
Spätestens als Greil nach toller Diawara-Vorarbeit dann auch noch vor dem Tor weit drüberschoss (Greil: “Das ärgert mich massiv”), kippte die Partie. Schon drei Minuten zuvor verpasst Jacob Peter Hödl am Fünfer, Nelson Weiper traf aus kurzer Distanz ebenfalls nicht (42.). Altach habe in den ersten 30 Minute speziell die zweiten Bälle im Mittelfeld gewonnen, sei giftiger gewesen, so Ingolitsch: “Wir haben ein bisschen gebraucht, bis der Motor ins Laufen gekommen ist.”
Nach der Pause fan Zaric Sturm dann besser, ortete aber bis auf Standards wenig Zwingendes. Nur reichten die Standards. Genauer gesagt: Die Ecken von Simon Seidl auf Seedy Jatta. Das erste Mal fiel so in Minute 69 ein Tor, nach VAR-Check wurde es aufgrund eines Blocks an Tormann Dejan Stojanovic zurückgenommen. Das zweite Mal war eine Schablone dieser Situation, nur ohne Stürmerfoul (78.). “Es ist sehr bitter, wir haben eine richtig gute erste Hälfte gespielt. Am Ende haben uns die Kräfte ein bisschen verlassen”, sagte Böckle.

Und auch wenn beide Teams mit Schiedsrichter Florian Jäger nicht ganz zufrieden waren – Diawara sprach von “vielen Schiedsrichterentscheidungen gegen uns, das war weird” – entscheidend war am Ende nicht der Unparteiische. Denn die Altacher Leistung war 30 Minuten lang richtig stark – aber am Ende zählen die Tore. Zaric wusste: “Es ist einfach schade, dass du dich nicht belohnst.”