Starke Leistung! Austria Lustenau punktet gegen Sturm Graz

Lustenau holt bei Sturm ein 1:1-Remis – und hätte sich sogar mehr verdient gehabt.
Graz Zweites Auswärtsspiel für die Austria seit dem Aufstieg in die Bundesliga – und wie schon vor zwei Wochen ging es für Grün-Weiß nach Graz. Nach der 1:2-Niederlage beim GAK war die Aufgabe bei Vizemeister SK Sturm aber eine ungleich schwerere – zumal Lustenau in der Historie gegen Sturm überhaupt noch nie gewonnen hatte. Man brauche einen Tag, an dem alles passe, sagte Mader im Vorfeld, und, dass Sturm wohl von Beginn an Dampf machen werde. “Unser Spielplan sieht nicht vor, dass wir uns 90 Minuten hinten reinstellen. Wir wollen aktiv auftreten”, sagte er vor dem Spiel bei Sky.
Mader verzichtete im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen den Wolfsberger AC auf Veränderungen in der Startelf. Sturm hingegen musste auf Stammkeeper Daniil Khudyakov verzichten, der mit Rückenproblemen fehlte. Für ihn rückte Ammar Helac zwischen die Pfosten – der 28-Jährige war von 2022 bis 2024 Ersatztormann bei Lustenau.
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Am Platz gehörte die Anfangsphase klar seinem Ex-Team. Lustenau versuchte vom Anpfiff weg, Druck zu erzeugen. Nach nicht einmal zwei Minuten hatte Danilo Soares den ersten guten Schuss auf dem Fuß, der abgefälscht am Kreuzeck vorbeiflog. In der nächsten Aktion trat Dion Kacuri eine Ecke aufs Tormanneck, Helac war gerade noch zur Stelle.

Aus einer Ecke resultierte dann aber die Lustenauer Führung. Kurz ausgespielt war sie, mit Doppelpass, einer Flanke von Soares punktgenau auf den Kopf von Dominik Weixelbraun, der im Rücken der Abwehr schön ins lange Eck verlängerte (10.). Das sah einstudiert aus, und es war blitzsauber ausgeführt. In der 27. Minute fehlte dann vielleicht etwas das Glück, als Fabian Gmeiner nach einem Zweikampf im Strafraum zu Boden ging, aber keinen Elfmeter zugesprochen bekam. Nach einer Behandlungspause konnte Lustenaus Rechtsverteidiger weitermachen – und das war gut so.

In Minute 36 klärte er nämlich einen Schuss von Simon Seidl im langen Eck von der Linie und verhinderte das Gegentor in einer absoluten Grazer Druckphase. Schon zuvor schoss Seedy Jatta per Direktabnahme drüber (25.), Jacob Peter Hödl traf das Außennetz (25.) und Niklas Pertlwieser warf sich mit einer Grätsche in einen Schuss von Szymon Wlodarczyk (34.). Dass Sturm nach dem Rückstand drückend überlegen gewesen wäre, wäre aber ein Trugschluss. Lustenau spielte es richtig clever, gewann Bälle und schaltete dann schnell. In den Umschaltsituationen lief der Ball teils richtig gut, mit dem Speed der Grün-Weißen war Sturm teils überfordert. So auch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, als Verinac das Außennetz traf (45./+1).
Umstrittener Elfer, aber den Sack nicht zugemacht
Statt der erwarteten Drucksituation durch Sturm folgte nach dem Seitenwechsel die nächste gute Lustenauer Möglichkeit. Helac parierte einen Distanzschuss von Kacuri, Weixelbraun kam nicht mehr zum Nachschuss (48.). Nur drei Minuten später hatte Weixelbraun das 2:0 am Fuß, wartete im Eins-gegen-Eins aber zu lange und schloss zentral auf Helac ab (51.). Noch besser war die Situation in Minute 57, da profitierte Lustenau von einem Fehler von Emran Soglo, der den Ball als letzter Mann verlor. Kacuri war auf und davon – und legte sich den Ball bei Topspeed schlussendlich zu weit vor. Es rächte sich.

Nach VAR-Intervention schaute sich Schiedsrichter Weinberger eine Strafraumsituation noch einmal an, in der Gmeiner beim Fallen den Ball an die Hand bekam – und entschied sich für Elfmeter. Durchaus schmeichelhaft für Sturm, Jatta verwandelte in Minute 65 zum 1:1.
Bemerkenswert: Die Austria gab sich trotzdem nicht auf, suchte weiter spielerische Lösungen nach vorne. Und forderte Helac durch Weixelbraun bei einem Freistoß ein weiteres Mal, er parierte stark über die Latte (76.). Bei einem Schuss des eingewechselten Sacha Delaye packte er sicher zu (80.). Das Spiel war offen, Lustenau war drückender – und die Hausherren nützten ihre Chancen auch nicht.
Am Ende stand nicht der erste Sieg gegen den SK Sturm, aber immerhin der erst zweite Punktgewinn gegen die Grazer in der Klubgeschichte. Und der war komplett verdient. Getrübt wurde er einzig davon, dass sich Domenik Schierl in der Nachspielzeit zu einem Kopfstoß gegen Luca Weinhandl hinreißen ließ. Lenn Jastremski schlüpfte für die letzte Aktion ins Tormanntrikot – und faustete den Ball weit aus dem Strafraum.
Admiral Bundesliga, 4. Spieltag
SK Sturm Graz – SC Austria Lustenau 1:1 (0:1)
Graz, Stadion Liebenau; 14.512 Zuschauer; SR Julian Weinberger
Torfolge: 10. 0:1 Dominik Weixelbraun, 65. 1:1 Jatta
Rote Karte: 90./+7 Domenik Schierl (Lustenau/Tätlichkeit)
Gelbe Karten: 66. Weiper, 90./+2 Mamageishvili bzw. 53. Afrifa, 73. Gmeiner
SK Sturm Graz (4-4-2): Helac – Heil (67. Mamageishvili), Vallci, Petrovic (79. Koller), Soglo – Hödl, Gorenc Stankovic, Weinhandl, Seidl (67. Balbo) – Wlodarczyk (46. Weiper), Jatta (79. Beganovic)
SC Austria Lustenau (4-2-4-1): Schierl – Gmeiner, Chukwu, Pertlwieser, Soares – Kacuri (88. Grabher) – Weixelbraun (77. Ismailcebioglu), Afrifa (77. Delaye), Diarra, Gashi (67. Jastremski) – Verinac (88. Benjamin)