Mader titelt: “Lustenau verpasst die große Sensation!”

Bei einem “Riesenspiel” in Graz verhindern fehlende Effizienz und der VAR den Sieg.
Graz 1997 war die Welt eine andere. Über einen VAR regte sich niemand auf, Markus Mader war Stürmer, und Dominik Weixelbraun noch nicht geboren. 2026 traf der 22-Jährige für die Austria beim 1:1 zum ersten – und überhaupt erst zweiten – Punktgewinn gegen Sturm seit damals. Trotzdem sei da ein lachendes und ein weinendes Auge, so Weixelbraun: “Du willst gewinnen, wenn du solche Chancen hast.” Welche Headline er dem Spiel geben würde, wurde Mader bei Sky gefragt. Siehe oben.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Von Beginn weg war Lustenaus Plan klar: Druck erzeugen. Das Tempo, das Engagement und die Spielfreude stellten die Grazer vor Probleme. Und es zahlte sich aus, dass ein Tag pro Trainingswoche für Standards geblockt wird. Eine starke Hereingabe von Danilo Soares verlängerte Weixelbraun wunderschön ins Eck (10.). “Ich weiß, ich kann köpfen – ich habe es bisher nur noch nicht oft genug zeigen können”, sagte der.

Ein Ritt der Emotionen
1997 wäre Fabian Gmeiner (29) für eine Achterbahnfahrt zu jung gewesen. Zu einer solchen wurde das Spiel für ihn. In Minute 27 ging er mit Schmerzen zu Boden, der VAR schritt beim ausbleibenden Elfmeterpfiff nicht ein. “Ich werde ganz klar am Fuß getroffen, der Ball war schon weg”, sagte Gmeiner. In Minute 36 rettete er in der einzigen wirklich heiklen Druckphase des Gegners auf der Linie vor dem Ausgleich. Und als der in Minute 65 doch fiel, war Gmeiner wieder involviert. In der Drehung bekam er den Ball an den Arm, Schiedsrichter Julian Weinberger entschied nach VAR-Check auf Strafstoß, Seedy Jatta verwandelte. Sehr bitter, sagte Gmeiner, er mache da eine blöde Bewegung, und die Handregel sei Auslegungssache. Mader meinte: “Es war ein Elfmeter. Aber ich weiß nicht, ob die anderen zwei keine Elfmeter sind.” Die Kritik bezog sich auf die Szene in Hälfte eins sowie eine Aktion, in der ein Grazer sich den Ball an die eigene Hand spielte.
Doch der Elfmeter hätte egal sein können. Chancen auf die Entscheidung hatte Lustenau im Eins-gegen-Eins durch Weixelbraun (51.) und Dion Kacuri (57.) schon zuvor. Das war laut Mader auch der Plan: “In der Halbzeit haben wir gesagt: Der größte Fehler, den wir machen können, ist uns jetzt nur auf’s Verteidigen zu konzentrieren.” Man habe Sturm auswärts dominiert, bilanzierte Gmeiner: “Das war von jedem Einzelnen ein Riesenspiel.”

1997 hätte Lustenau mit elf Spielern fertiggespielt, 2026 sah der VAR, wie Tormann Domenik Schierl (32) sich nach der angezeigten Nachspielzeit von Luca Weinhandl (17) zu einem leichten Kopfstoß hinreißen ließ, den dieser dankend annahm. Mader sagte: “Er wird jetzt gesperrt, das tut uns weh. Aber das tut auch ihm weh, weil er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat.” So zeichnete Joker Lenn Jastremski für den Schlusspunkt verantwortlich. Nicht in seiner Rolle als Stürmer, sondern mit den Handschuhen von Schierl. Den allerletzte Eckball faustete er mit einer Flugkurve weg, als würde er mit Tormann- und Standardtrainer David Stemmer in beiden Funktionen zu tun haben. “Überragend”, staunte Gmeiner. Auch Mader lachte: “Matchwinner!”