Fehlender Mut gegen Grazer Riesen

Probleme bei hohen Bällen und kaum Chancen – man habe “leider zurecht” verloren, so Mader.
Graz Am Ende ließ die Lustenauer Austria beim GAK zwei Dinge vermissen: ein paar Zentimeter und den nötigen Mut. Bei beiden Gegentoren – dem 1:0 durch Donovan Pines (18.) und dem 2:1 durch Alexander Hofleitner (66.) setzten sich die Grazer bei hohen Bällen durch. “Da war uns der Gegner heute einfach überlegen”, sagte Lustenaus Trainer Markus Mader nach der 1:2-Niederlage. “Willkommen in der Bundesliga! Gegen solche Mannschaften darfst du dir keinen Fehler erlauben.”
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Maders Team tat sich von Beginn an schwer, bereits in der zweiten Minute hatte der starke Hofleitner die erste Topchance. “Es war wahrscheinlich zu viel Respekt am Anfang”, so Mader. Ähnlich sah es Kapitän Matthias Maak. “Die erste Halbzeit war ängstlich, wir hatten dumme Ballverluste. Dann machst du es einem Gegner leicht, egal wie der heißt.” Das 1:0 fiel nach einer Flanke auf Pines, der die 16 Zentimeter Körpergröße mehr gegen Dominik Weixelbraun (1,80 Meter) voll ausspielte.

Der Rückstand hätte höher ausfallen können, Domenik Schierl wehrte einen Konter durch Hofleitner aber ab (31.). “Er hat Qualität, ist schnell, kann mit der Kugel umgehen, ist kopfballstark. Der hat eigentlich alles, was ein Topstürmer braucht”, sagte Maak über seinen Gegenspieler. Maak gegen Hofleiter sollte zum entscheidenden Duell werden.
Bemüht, aber ungefährlich
“Wenn wir gleich mit dem Selbstverständnis Fußball spielen, machen wir es dem GAK schon in der ersten Halbzeit schwerer”, sagte Maak dann über eine solide zweite Hälfte. Die Austria glich durch Dion Kacuri aus, der es schon zuvor aus der Distanz versucht hatte. Dieses Mal hatte er Glück, dass GAK-Tormann Cican Stankovic überhaupt nicht souverän agierte (51.). Maak hätte ihm in der Pause geraten, mehr zu schießen, verriet Kacuri über das 1:1. “Deswegen habe ich mir einiges vorgenommen.” Der Basel-Leihspieler hatte da den Mut, der Lustenau in anderen Situationen fehlte. Weitschüsse seien immer ein probates Mittel, befand Mader. “Wir probieren es halt zu wenig.”
Lustenau schien das Spiel nach dem 1:1 im Griff zu haben – und kassierte genau dann das Tor. Bei einem Eckball stieg Hofleitner mit seinen 1,96 Metern hoch, der fünf Zentimeter weniger große Maak kam gar nicht wirklich ins Duell (66.). Bereits zu Beginn der zweiten Hälfte waren sich die beiden in der Luft begegnet – und rasselten mit den Köpfen zusammen. Nach dem 2:1 blutete auch Schierl im Gesicht, über Kopfschmerzen klagten nach der Partie sowohl Hofleitner als auch Maak: “Mehr brummen tut der Schädel aber wegen der Niederlage.”

In Summe war Mader zufrieden mit dem Einsatzwillen und der Laufbereitschaft seiner Mannschaft: “Da sind sie an ihre Grenzen gegangen.” Man habe zwar viel investiert, aber keinen Ertrag. “Und das leider auch zurecht. Weil wir über 90 Minuten sehr harmlos waren, und keine richtigen Torchancen kreiert haben”, sagte Mader. Zeitweise habe der Mut gefehlt, so Maak: “Die Qualität haben wir – aber wir müssen sie auf den Platz kriegen.” Kacuri fasste zusammen: “Wir sollten vor dem Tor noch mehr Killer sein.”