Den Plan nicht eingehalten

Austria Lustenau nach 0:4-Heimpleite gegen WSG Tirol wieder auf dem Boden der Realität angekommen.
Lustenau Der strömende Dauerrregen passte perfekt ins Bild eines völlig verkorksten Fußballabends für Austria Lustenau. Die Kicker in Grün-Weiß wussten nach Abpfiff nicht, wie ihnen geschah. Die WSG Tirol hatte den Bundesliga-Aufsteiger mit 4:0 aus dem eigenen Stadion geschossen.
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Eine Niederlage, die gut und gerne auch höher hätte ausfallen können, hätten nicht zweimal Aluminium die Lustenauer gerettet. Das gestanden sich nach dem Match auch alle Aktiven der Austria ein. Trainer Markus Mader sprach davon, “dass wir die hohe Erwartungshaltung nach den beiden guten Spielen gegen Wolfsberg und Sturm Graz leider nicht erfüllen konnten”.

Dabei sah der Coach gute erste 25 Minuten, “in denen ich ein sehr gutes Gefühl hatte. Wir waren aktiv, hatten das Spiel in der Hand. Doch dann sind wir von unserem ausgemachten Plan abgewichen, haben plötzlich begonnen, das Spiel mit dem Ball zu übertreiben”. Das habe dem Gegner, der sich nach rund 25 Minuten deutlich stabilisierte, in die Karten gespielt. “Denn wir haben versucht, Tiki-Taka zu praktizieren. Doch das ist nicht unser Spiel. Die WSG hat nur auf unsere Fehler im Spielaufbau warten müssen, den Gefallen haben wir ihnen dann auch getan”.
Den Kardinalfehler aufseiten seiner Mannschaft sah Coach Mader aber in der fehlenden Kompaktheit im Mittelfeld. “Unsere Mittelfeldspieler haben ihre Positionen im Zentrum nicht gehalten, wollten zu sehr nach vorne attackieren. Dadurch entstanden Räume, die die Tiroler gut nutzen”, so Mader, der damit auch Neuzugang Dion Kacuri, der die Austria als Kapitän aufs Feld führte, meinte.

Der zentrale Mittelfeldspieler konnte nicht an seine zuletzt gezeigten starken Leistungen anschließen, gab nach Spielende auch zu, “dass wir nie so wirklich ins Spiel und in die Zweikämpfe gekommen sind. Es war für uns alle ein gebrauchter Abend”. Bitter, denn der Schweizer mit Wurzeln im Kosovo wurde von Robert Ibertsberger, Co-Trainer von Franco Foda im Nationalteam des Kosovo, beobachtet. Der Vater von Lustenau-Verteidiger Lukas Ibertsberger attestierte Kacuri dennoch großes Talent, er sei zudem ein Thema bezüglich einer Einberufung für die anstehende Nations-League-Kampagne, in der man auch auf Österreichs Nationalteam trifft. Kacuri selbst sprach davon, “dass es ein Traum wäre, wenn es mit der Einberufung klappen würde”.

Bis dahin bestimmt aber noch die Bundesliga bzw. der ÖFB-Cup das Geschehen des Mittelfeldspielers der Austria, der trotz 0:4-Klatsche überzeugt ist, “dass uns diese Niederlage nicht umhauen wird. Aber klar, so eine Heimpleite schmerzt”. Teamkollege und Routinier Danilo Soares blies nach Spielende in das gleiche Horn, fand zudem ehrliche Worte in der Aufarbeitung: “Wir waren einfach schlecht und haben den Plan, den uns das Trainerteam mitgegeben hat, nicht umgesetzt. Trotzdem: Wir haben unser Potenzial schon aufblitzen lassen, da müssen wir wieder hinkommen”.
Trainer Mader bleibt indes zu hoffen, dass seine Spieler in naher Zukunft seinen Vorgaben wieder folgen, “denn man hat deutlich gesehen, was passiert, wenn wir nicht an unsere Leistungsgrenzen gehen. Dann zeigt uns die Bundesliga ganz schnell unsere Grenzen auf”. Es gelte jetzt, aus dieser Niederlage zu lernen, “und da gibt es schon einige Punkte aufzuarbeiten. Alleine wie wir uns in der zweiten Halbzeit bezüglich Restverteidigung verhielten, ergibt Redebedarf”, so der Trainer.