Tristesse pur im Lustenauer Dauerregen

WSG Tirol fügt im Westderby Austria Lustenau mit 0:4 eine empfindliche Heimniederlage zu.
Lustenau Die Mini-Euphorie bei Austria Lustenau ist jäh verflogen. Im Westgipfel der fünften Runde der Admiral Bundesliga kassierte der Aufsteiger vor 4219 Zuschauern in der Sun Minimeal Arena eine klare 0:4-Heimpleite gegen die WSG Tirol. Ausgerechnet gegen das Team, das vor dem Anpfiff am Tabellenende gestanden war, präsentierte sich die Austria über weite Strecken chancenlos. Für die Grün-Weißen war es die erste Heimniederlage der neuen Saison und zugleich die erste Pleite in der eigenen Arena seit März 2026.

Dabei war Lustenau nach dem 1:1 beim Vizemeister Sturm Graz durchaus mit Selbstvertrauen in das Duell gegangen. Trainer Markus Mader nahm nur eine Änderung vor: Für den gesperrten Stammtormann Domenik Schierl stand Phillip Böhm zwischen den Pfosten. Der Bundesliga-Debütant war gleich gefordert, parierte in der dritten Minute gegen Tirols Michael Olakigbe. Neuzugang Dion Kacuri, der von Kosovos Nationalteam-Co-Trainer Robert Ibertsberger beobachtet wurde, führte die Austria zudem als Kapitän aufs Feld.
Fussball, Admiral Bundesliga, 5. Spieltag
Austria Lustenau – WSG Tirol 0:4 (0:1)
Lustenau, Sun Minimeal Arena, 4219 Zuschauer, SR Baumann
Torfolge: 41. 0:1 Olakigbe, 51. 0:2 Frederiksen, 61. 0:3 Streidnig, 66. 0:4 Frederiksen (Elfmeter)
Gelbe Karten: , 61. 0:3 Marc Striednig
Austria Lustenau: Böhm; Gmeiner (74. Anilson), Chukwu, Pertlwieser (85. Voisine), Soares; Kacuri; Weixelbraun, Afrifa (67. Delaye), Gashi (67. Jastremski), Diarra; Verinac (67. Benjamin)
Pünktlich zum Anpfiff öffnete der Himmel seine Schleusen. Der heftige Regen machte der Austria zunächst wenig aus. Kacuri und Co. versuchten, ihr schnörkelloses Spiel nach vorne aufzuziehen und dem Westgipfel ihren Stempel aufzudrücken. Doch die Tiroler verteidigten geschickt, fanden immer besser in die Partie und schafften es zunehmend, das Offensivspiel der Gastgeber zu unterbinden.

Großchancen blieben lange Mangelware. Nach einer halben Stunde spielte sich das Geschehen hauptsächlich im Mittelfeld ab, beide Mannschaften lauerten auf Fehler. In der 37. Minute setzte Thomas Goiginger den ersten Warnschuss der Gäste knapp neben das Tor. Fünf Minuten später schlug die WSG dann zu: Husein Balic setzte sich über rechts durch, seine abgefälschte Hereingabe landete bei Olakigbe, der im Fallen zum 0:1 traf.
Nur Sekunden später hätte die Austria beinahe den nächsten Gegentreffer kassiert. Niklas Pertlwieser leistete sich einen schweren Patzer, doch Balic vergab allein vor Böhm. Mit der verdienten Führung der Tiroler ging es in die Pause.

Mader schickte nach dem Seitenwechsel unverändert dieselbe Elf zurück auf den Platz. Eine Reaktion blieb zunächst aus. Stattdessen konterte die WSG eiskalt: Der Ex-Lustenauer Nikolai Baden Frederiksen wurde auf die Reise geschickt und traf von der Strafraumgrenze trocken ins lange Eck – 0:2 (51.).
Damit war die Austria endgültig aus dem Konzept gebracht. Die Tiroler standen taktisch clever und ließen kaum etwas zu. In der 60. Minute folgte der nächste Tiefschlag. Nach einer Goiginger-Ecke stand Marc Streidnig völlig frei und bugsierte den Ball mit dem Rücken zum Tor über die Linie. 0:3.

Danach drohte Lustenau endgültig auseinanderzufallen. Drew Murray traf nur die Stange (63.), wenig später wurde es noch bitterer. Nach einem Vergehen von Böhm an Boras zeigte Schiedsrichter Bauman nach Überprüfung auf den Elfmeterpunkt. Frederiksen blieb eiskalt und verwandelte zum 0:4 (66.).
Die Partie war damit entschieden. Mader reagierte mit einem Dreifachwechsel, auf den Rängen machte sich hingegen Ernüchterung breit. Einige Zuschauer verließen bei Dauerregen bereits das Stadion.
Dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel, hatte Lustenau auch dem Aluminium zu verdanken. Raphael Gschösser traf in der 79. Minute nur die Latte. Am Ende stand ein auch in dieser Höhe verdienter 4:0-Erfolg der WSG Tirol.