132 Spiele Sperre auf dem Prüfstand: Rätia kämpft um seine vier Spieler

Vier Bludenzer hoffen nach sieben verbüßten Pflichtspielen auf mildere Urteile.
Bludenz Jetzt geht es für den FC Rätia Bludenz um den letzten und für vier Spieler wohl wichtigsten Teil eines außergewöhnlichen Strafverfahrens. Das Protestkomitee des Vorarlberger Fußballverbandes entscheidet kommenden Dienstag über die massiven Langzeitsperren gegen Mujo Isakovic, Hussein Nasso, Abbas Naso und Marek Linhart. In erster Instanz wurden die vier Rätia-Spieler zusammen für 132 Pflichtspiele unbedingt gesperrt. Nun steht dieses außergewöhnliche Strafmaß erneut auf dem Prüfstand.

Die Dimension der Sanktionen ist enorm. Isakovic und Hussein Nasso erhielten jeweils 39 Pflichtspiele unbedingt, Abbas Naso wurde für 30 Partien gesperrt, Linhart für 24. Rätia Bludenz hält die Strafen weiterhin für deutlich überzogen und kämpft im Protestverfahren um eine deutliche Reduzierung oder Aufhebung.
Für die betroffenen Spieler läuft die “Strafzeit” längst. Sie haben bereits sieben Pflichtspiele ihrer Sperren abgesessen. Vier davon entfielen auf die Meisterschaft, drei auf den VFV-Cup. Eine Reduzierung durch die zweite Instanz könnte sich deshalb unmittelbar darauf auswirken, wann die vier Akteure wieder für Rätia auflaufen dürfen.

Das VFV-Protestkomitee mit Wolfgang Schwarz, Hans-Peter Lorenz und Olivia Lerch befasst sich inzwischen mit den persönlichen Strafen. Die Causa wurde bereits ausführlich behandelt, Aussagen wurden eingeholt und vorhandenes Videomaterial geprüft. Jetzt steht die entscheidende Frage an: Bleibt es bei den außergewöhnlich langen Sperren oder korrigiert die zweite Instanz auch diesen Teil des ursprünglichen Urteils?
Dass ein Protest etwas verändern kann, hat Rätia bereits erfahren. Der ursprünglich verhängte Abzug von sechs Punkten für die neue Saison wurde vom Protestkomitee auf drei Minuspunkte reduziert. In einem weiteren wesentlichen Punkt blieb die zweite Instanz jedoch hart: Die Ordnungsstrafe von 5000 Euro wegen des Versagens des Ordnerdienstes wurde bestätigt.

Für den Aufsteiger in die 2. Landesklasse hängen damit weiterhin große Hoffnungen an der Entscheidung über die vier Langzeitsperren. Nach drei Runden steht Rätia Bludenz mit einem Sieg und zwei Niederlagen auf Rang elf. Für den Klub aus der Alpenstadt könnte die Entscheidung auch sportlich richtungsweisend werden. VN-TK