Lustenauer Austria gibt spät Punkte aus der Hand

Sport / 13.09.2026 • 16:28 Uhr
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Das Duell der beiden Austrias war eng, am Ende trug der Sieger violett und weiß. GEPA

Lustenau führt in Favoriten, fährt nach zwei späten Gegentoren aber mit leeren Händen heim.

Wien Manche Dinge haben Seltenheitswert, ein Sieg der Lustenauer Austria bei jener Austria aus Wien etwa. Erst einmal gab es einen grün-weißen Auswärtserfolg in Favoriten – und zwar im Cup, 0:4, 2011 war das. 2026 wiederholte sich ein solches Ereignis fast – erst in der Schlussphase ließ sich die Austria den Sieg trotz Führung noch nehmen, und fährt schlussendlich sogar ohne das anvisierte Minimalziel Punktgewinn wieder nach Vorarlberg. Am Ende steht ein 2:1 auf der Anzeigetafel.

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Nach dem 6:2-Cuperfolg bei Regionalligist SV Lafnitz, bei dem einige Spieler auf Einsatzminuten kamen, die bis dahin wenig zum Zug gekommen waren, kam es wie erwartet wieder zu großer Rotation bei den Grün-Weißen. Im Tor kehrte Domenik Schierl nach seiner Rotsperre zurück, mit Danilo Soares, Emanuel Chukwu, Niklas Pertlwieser, Dion Kacuri, Albin Gashi und Antonio Verinac gab es auch bei den Feldspielern Änderungen, Rechtsverteidiger Anilson feierte zudem sein Startelfdebüt.

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Eine ordentliche Anzahl an Lustenauer Fans war in Favoriten dabei. GEPA

Trainer Markus Mader erwartete bereits vor dem Ankick Volldampf der violetten Austria von Beginn an – und die Gastgeber waren es auch, die in den Anfangsminuten deutlich andrückten. Nach einer Ecke in Minute fünf wurde es erstmals richtig gefährlich, Johannes Handl verpasst per Kopf das lange Eck. Auch in weiterer Folge wurde es bei ruhenden Bällen der Wiener gefährlich, es war ein bewusstes Mittel der Favoritner. In Minute 14 rettete Soares per Block gegen Johannes Eggestein, ansonsten kamen aber kaum zwingende Aktionen auf das Tor von Schierl. Auf der Gegenseite schaute es nicht anders aus, ein seltener Vorstoß der Lustenau fand Dominik Weixelbraun nicht – der Ball in die Spitze geriet etwas zu lange (11.). Die Partie geizte zunächst mit Offensivaktionen, wurde aber zunehmend interessanter.

Lustenauer Austria gibt spät Punkte aus der Hand
Phasenweise machte die Wiener Austria Druck, Lustenau hatte aber auch Chancen. APA

Auf Seiten der Wiener traf Kapitän Manfred Fischer nach einem stark gespielten Konter nur das Außennetz (25.), eine Druckphase kurz vor der Halbzeit resultierte in einem abgefälschten Pfostentreffer von Eggestein, bei dem Lustenau ordentlich Glück hatte, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte traf der eingewechselte Lee Kang-hee, die Vorlage entstand aber aus Abseitsposition (45./+3). Lustenau wurde hingegen wiederholt über den unermüdlichen Dominik Weixelbraun gefährlich, der wieder ein starkes Spiel zeigte. Per Kopf verpasste er nach einem Eckball (28.), Sahin-Radlinger hielt in Minute 41 bei einem Distanzschuss im Nachfassen und eine Minute später im Eins-gegen-Eins. Auch bei einem Abschluss von Verinac war der Tormann zur Stelle (37.). Mit Chancen aber ohne Tore ging es in die Kabine.

Schnörkellose Führung, späte Gegentore

Zur Pause wechselten beide Teams einmal, bei Lustenau ersetzte Sacha Delaye Albin Gashi im Zentrum. Mit einem Zuckerpass keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung setzte er Dominik Weixelbraun in Szene, der mit dem ersten Kontakt zum 0:1 abschloss (47.).

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Dominik Weixelbraun brachte die Grün-Weißen in Führung. GEPA

In weiterer Folge hatte Lustenau Glück, dass Aleksandar Dragović aus kurzer Distanz den Ball nicht platzieren konnte und ein Treffer von Emmanuel Chukwu an Manfred Fischer im Strafraum nicht geahndet wurde (51.). Die lange Leine behielt Schiedsrichter Christian-Petru Ciochirca auch in weiteren Situationen bei, zum Missfallen der Violetten. Deren Druck – zu diesem Zeitpunkt war die Austria Tabellenletzter – wurde größer, Handl traf aus Abseitsposition die Latte (54.).

Nachdem der eingewechselte Julian Hettwer in Minute 67 unglücklich in Chukwu gerauscht war, musste Lustenaus Innenverteidiger verletzt raus, auch Torschütze Weixelbraun hatte Feierabend. Matthias Maak und Precious Benjamin kamen in die Partie. Die Wiener Austria spielte hektischer, zorniger, die Lustenauer versuchte es mit viel Gefühl – ein Schlenzer von Delaye landete aber nur am Pfosten (74.). Per Kopf verpasste Anilson wenig später (78.), wegen Abseits zählte ein Treffer von Lord Afrifa nicht.

Jener der Austria kurz darauf schon. Zwischen beiden Innenverteidigern konnte Hettwer abschließen und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (82.). Die Wiener drückten in der Folge auf den Sieg, Lee Kang-hee traf erst die Latte, den Rebound versenkte Kelvin Boateng per Seitfallzieher – eine zunächst vermutete Abseitsposition von Lee wurde vom VAR nicht bestätigt, der Treffer zählte, 2:1. Es war ein bitteres Ende aus Sicht der Lustenauer. In der Tabelle fällt die Austria auf Platz neun zurück, die Wiener ziehen durch den “Dreier” an der Austria vorbei.

Admiral Bundesliga, 6. Spieltag

FK Austria Wien – SC Austria Lustenau 2:1 (0:0)

Wien-Favoriten, Generali-Arena; 11.982 Zuschauer; SR Christian-Petru Ciochirca

Torfolge: 47. 0:1 Dominik Weixelbraun, 82. 1:1 Julian Hettwer, 90./+3 2:1 Kelvin Boateng

Gelbe Karten: 86. Pertlwieser

FK Austria Wien (3-4-2-1): Sahin-Radlinger – Ranftl, Dragović, Handl – Nnodim (41. Lee Kang-hee), Müller (78. Boateng), Maybach (46. Saljić), Lee Tae-seok – Fischer, Marković (63. Hettwer) – Eggestein

SC Austria Lustenau (4-1-4-1): Schierl – Anilson, Chukwu (70. Maak), Pertlwieser, Soares – Kacuri – Weixelbraun (70. Benjamin), Afrifa, Gashi (46. Delaye), Diarra – Verinac (81. Jastremski)