Makelloser Triumph und Hiobsbotschaft

Sport / 14.09.2026 • 15:31 Uhr
Radball Weltcup Großkoschen
Patrick Schnetzer (l.) und Markus Bröll blieben ohne Punktverlust und erreichten ein Torverhältnis von 42:18.

Weltcupsieg und Rückzug des WM-Veranstalters.

Großkoschen Patrick Schnetzer und Markus Bröll haben beim Weltcupturnier der Radballer in Großkoschen eine beeindruckende Duftmarke gesetzt. Das Duo des RV Dornbirn blieb ohne Punktverlust und holte sich mit einem Torverhältnis von 28:9 souverän den Sieg in der Vorrunde. Auch in der K.-o.-Phase ließ das Duo nichts anbrennen: Im Halbfinale setzte sich das Erfolgsduo mit 6:5 durch, im Endspiel folgte ein klarer 8:4-Erfolg gegen die Schweizer Yannick und Timon Fröhlich von RS Altdorf.

Radball Weltcup Großkoschen
Markus Bröll (l.) und Patrick Schnetzer mit Coach Andreas Schnetzer.

Damit bestätigten Schnetzer und Bröll ihre starke Form der vergangenen Wochen. Bereits vor fünf Wochen hatten die Dornbirner in Alsbach (GER) Rang zwei belegt. Der Sieg in Großkoschen ist nun der nächste Beleg dafür, dass die intensive Arbeit Früchte trägt. “Nach Rang zwei vor fünf Wochen bestätigt der Sieg die Arbeit in den letzten Wochen”, betonte Patrick Schnetzer stolz. “In der Tonart darf es gerne weitergehen.”

Radball Weltcup Großkoschen

Hiobsbotschaft bei der Anreise

Die sportliche Bilanz hätte kaum besser ausfallen können. Doch abseits des Spielfelds gab es für Schnetzer einen herben Dämpfer. Bei der Anreise zum Turnier in Brandenburg erhielt der Dornbirner in seiner Funktion als UCI-Athletensprecher die Mitteilung des Weltverbandes, dass die in vier Wochen geplante Weltmeisterschaft in Derby (GBR) nicht wie vorgesehen stattfinden kann.

Für Schnetzer ist diese Nachricht angesichts des nahenden Saisonhöhepunkts naturgemäß unangenehm. “Jetzt heißt es abwarten und hoffen, dass möglichst schnell ein neuer Ausrichter gefunden wird.” Gleichzeitig gibt es laut Schnetzer positive Signale aus Deutschland. “Sie sind der größte Fachverband, haben die notwendige Erfahrung und auch die Ressourcen, so eine Veranstaltung mit der kurzen Vorlaufzeit durchzuführen.”

Ob tatsächlich Deutschland als neuer Gastgeber einspringt, ist allerdings offen. Klar ist nur: Für die Radballer bleibt damit vorerst ein Fragezeichen über einem Großereignis, das bereits in vier Wochen stattfinden soll.

Die Verlegung der Weltmeisterschaft kommt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem der Hallenradsport auf eine größere internationale Bühne hoffen darf. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Radball und Kunstradfahren bei den World Games 2029 in Karlsruhe als fixe Bewerbe vorgesehen sind.

Umso wichtiger wäre aus Sicht des Sports eine rasche Lösung für die Weltmeisterschaft. Der Triumph von Schnetzer und Bröll in Großkoschen zeigt jedenfalls, dass die sportliche Entwicklung stimmt. Jetzt muss auch das Umfeld dafür sorgen, dass die Bühne bereitsteht.