In Altach steht ein Pulverfass

Nicht nur die Derbyniederlage in Lustenau stürzt den SCR Altach in ein Tal der Tränen.
Altach Spätestens nach der Niederlage des SCR Altach im großen Ländle-Derby bei Austria Lustenau schrillen die Alarmglocken im Rheindorf mächtig. Sechs Niederlagen aus sieben Matches, nur drei mickrige Punkte auf dem Konto.

Innerhalb nur weniger Wochen entwickelte sich der SCRA zum Abstiegskandidaten Nummer eins. Die Gründe dafür mögen mannigfaltig sein. In Lustenau war die Mannschaft eigentlich wieder einmal auf einem guten Weg, zeigte durchwegs kein schlechtes Spiel. Gescheitert ist man, wie so oft, an altbekannten Mängeln: entscheidende Duelle verloren, große Chancen nicht in Tore umgemünzt.

Dass jetzt die Diskussion um den Trainer startet, wenn sie nicht schon seit geraumer Zeit läuft, ist ein normaler Mechanismus im Business Fußball. Bei diesem katastrophalen Saisonstart bleiben Zaric, dessen Vertrag bis 2028 läuft, nicht viele Argumente.

Vonseiten der sportlichen Führung beteuerte Sportdirektor Philipp Netzer, “dass der Trainer auch nach der Länderspielpause Ognjen Zaric heißen wird”. Doch längst ist augenscheinlich, dass das Verhältnis des Trainers zur sportlichen Führung wenig von Harmonie geprägt ist, “wir sprechen immer von Kontinuität. Diese werden wir auch in einer schwierigen Situation leben. Dass wir nicht immer zu allen Themen die selbe Meinung haben, ist normal. Wir sitzen aber alle im gleichen Boot und können nur gemeinsam den Turnaround schaffen”, so Netzer. Zaric wies vor geraumer Zeit, auch öffentlich, auf die Kaderplanung bzw. das Fehlen eines Stürmers mit Torinstinkt hin. Von der sportlichen Führung war zu vernehmen, dass man vollstes Vertrauen in den Kader habe: “Das Team hat Qualität, dass wir jetzt aber mit nur drei Punkten dastehen, ist natürlich nicht unser Anspruch”.

Es wird jetzt zu einem Kompromiss beider Seiten kommen müssen, zum Wohle der Mannschaft und des Vereins. Klar, es fehlt der “Knipser” an vorderster Front, sich nur auf Patrick Greils besondere Momente zu verlassen, wird zu wenig sein. Da ist das Sportmanagement gefordert. Doch auch Zaric muss sich die Frage gefallen lassen, immer und immer wieder auf die gleiche Spielanlage zurückzugreifen, obwohl wenig bis gar nichts Zählbares herausschaut.