Kein Lohn für Pioneers-Aufholjagd

Trotz Van-Nes-Hattrick stehen die Feldkircher nach dem 4:5 gegen Mailand ohne Punkte da

Feldkirch Nach 24 Minuten bahnte sich in der Vorarlberghalle ein Debakel an. Die Gastgeber lagen gegen Liga-Neuling HC Milano bereits aussichtslos mit 1:5 zurück. Alles sah nach einer bitteren Abfuhr aus, ehe die Feldkircher eine furiose Aufholjagd starteten und sich noch auf 4:5 herankämpften. Maßgeblichen Anteil an diesem Kraftakt hatte Kapitän Guus van Nes, der gleich dreimal einnetzte. „Es ist extrem bitter, weil wir nicht aufgegeben haben. Der verpatzte Start hat uns heute einen besseren Ausgang gekostet“, bilanzierte van Nes. Am ernüchternden Tabellenbild ändert der beherzte Kampf jedoch nichts. Die Feldkircher stehen auch nach drei Saisonspielen ohne Zähler da.

Früher Rückstand schockt Hausherren
Im März 2019 gastierte mit Hockey Milano Rossoblu letztmals eine Mailänder Mannschaft in Feldkirch. Mit dem diesjährigen Liga-Einstieg der Italiener kehrte zwar ein Hauch von Nostalgie in die Vorarlberghalle zurück, das Publikum zeigte sich davon jedoch wenig elektrisiert: Lediglich gut 1000 Fans fanden am Mittwochabend den Weg zum dritten Heimspiel der Feldkircher.
Ausgerechnet Goalie Alex Caffi, der bereits beim Duell vor sieben Jahren zwischen den Pfosten stand, leitete den frühen Rückstand ein. Einen harmlosen Schlenzer von Dante Hannoun ließ der 36-jährige Routinier nach nicht einmal sechs gespielten Minuten durch die Schoner ins eigene Netz rutschen. Nur drei Minuten später erhöhte Michael Dal Colle völlig freistehend auf 0:2 (9.).
Zwar verkürzte van Nes keine 60 Sekunden später auf 1:2, der erhoffte Weckruf blieb jedoch aus. Die abgezockten Gäste nutzten die Feldkircher Orientierungslosigkeit gnadenlos aus und zogen bis zur ersten Pausensirene mühelos auf 1:4 davon. Die Hausherren hinkten in allen Belangen hinterher.
Aufbäumen nach der Pausenpredigt
Headcoach Marko Ojanen fand in der Kabine offenbar deutliche Worte. Zwar bauten die Gäste die Führung in der 24. Minute zunächst auf 1:5 aus, doch anschließend rissen die Hausherren das Spielgeschehen an sich. Noah Serdachny schloss einen beherzten Alleingang wenig später zum 2:5 ab. Die Feldkircher investierten nun deutlich mehr und drängten auf weitere Treffer, bissen sich jedoch wie schon an den Vortagen an der eigenen Chancenauswertung die Zähne aus. Kapitän van Nes und seine Sturmpartner scheiterten wiederholt am Gästekeeper Jacob Smith. Auch eine Überzahl fünf Minuten vor der zweiten Pause verpuffte wirkungslos.

Van-Nes-Gala kommt zu spät
Obwohl die Italiener im letzten Abschnitt defensiv wieder kompakter agierten, gehörten die Schlussminuten ganz den Pioneers. Neun Minuten vor dem Ende hauchte van Nes der Halle neues Leben ein, als er eine Überzahlsituation eiskalt zum 3:5 verwertete. Die Schlussoffensive der Gastgeber gipfelte im dritten Streich des Kapitäns: 20 Sekunden vor der Schlusssirene stellte van Nes auf 4:5. Der Ausgleichstreffer wollte in den verbleibenden Sekunden jedoch nicht mehr gelingen.
Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt den Pioneers nicht, denn am Freitag wartet mit dem Gastspiel bei den Black Wings Linz die nächste schwere Hürde. ABR
