Ländle-Turn-Asse mit klaren WM-Zielen

Sport / 15.10.2026 • 13:03 Uhr
Kunstturnen Weltcup Szombathely HUN
Gino Vetter möchte in Rotterdam an allen sechs Geräten möglichst saubere und fehlerfreie Übungen zeigen. Turnsport Austria/Ferraro

Leni Bohle jagt 50-Punkte-Marke, Gino Vetter setzt auf Stabilität bei Gradmesser in Richtung Olympia 2028.

Rotterdam Bei der 54. Kunstturn-WM ab Samstag in Rotterdam stehen mit Leni Bohle und Gino Vetter zwei Vorarlberger im Mittelpunkt des österreichischen Aufgebots. Beide reisen als amtierende Mehrkampf-Staatsmeister in die Niederlande und haben sich ambitionierte Ziele gesetzt.

Kunstturnen WM 2026 Rotterdam
Leni Bohle will bei ihrer dritten WM-Teilnahme die 50-Punkte-Marke im Mehrkampf “knacken”. Turnsport Austria/Ferraro

453 Turnerinnen und Turner aus 82 Nationen kämpfen in der niederländischen Hafenstadt um die WM-Medaillen. Turnsport Austria ist mit einem dreiköpfigen Aufgebot vertreten, wobei Leni Bohle (TS Hohenems) und Gino Vetter (TS Lustenau) den Schwerpunkt bilden. Komplettiert wird das Team von der Burgenländerin Charlize Mörz.

50-Punkte-Marke im Visier

Die 19-jährige Bohle hat sich nach 2023 und 2025 für ihre dritte WM-Teilnahme ein klares Ziel gesetzt: Erstmals bei einem internationalen Großereignis möchte sie im Mehrkampf die 50-Punkte-Grenze übertreffen. Bei der EM Mitte August fehlte mit 49,398 Punkten nicht mehr viel. “Mein Ziel ist es, erneut eine konstant starke Leistung abzurufen. Ich habe seit der EM nochmals an der Stabilität meiner Übungen gearbeitet, um diese noch sauberer durchturnen zu können”, erklärt Bohle.

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Die EM-Mehrkampffinalistin von 2025, die bereits fünf Podestplätze bei Weltcups vorweisen kann, setzt dabei auf Konstanz. Größere Veränderungen am Programm blieben bewusst aus. Lediglich am Stufenbarren könnte ein schwierigerer Abgang hinzukommen. Ob sie diesen tatsächlich zeigt, wird vor Ort entschieden.

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Nach der nicht nach Wunsch verlaufenen WM im Vorjahr will Bohle ihre gewachsene Erfahrung nutzen. “Ich weiß inzwischen besser, was mich erwartet, und gehe mit deutlich mehr Routine an den Start”, betont die amtierende Mehrkampf-Staatsmeisterin.

Schwierigkeitsgrad erhöht

Auch Vetter reist mit gestärktem Selbstvertrauen zu seiner zweiten WM. Der 20-jährige Lustenauer hatte sich bei der EM in Zagreb mit 77,032 Punkten und Rang 35 sein WM-Ticket gesichert. Seither arbeitete der zweifache EM-Teilnehmer vor allem am Pauschenpferd, Reck und an den Ringen an seinem Programm.

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“Wir haben die Schwierigkeit teilweise erhöht und neue Elemente eingebaut. Gleichzeitig war es wichtig, die Übungen weiter zu stabilisieren und an der Ausführung zu feilen”, berichtet Vetter. Die zusätzliche Schwierigkeit soll ihm höhere Wertungen ermöglichen, verlangt allerdings auch mehr Präzision.

Dass die Entwicklung stimmt, zeigte Vetter zuletzt mit zwei Gerätefinalteilnahmen beim Weltcup in Szombathely, und bei den Mannschafts-Staatsmeisterschaften vor zwei Wochen erreichte er 79,149 Punkte im Mehrkampf. Auf eine konkrete Platzierung will er sich dennoch nicht festlegen. Entscheidend sei, an allen sechs Geräten möglichst fehlerfreie Übungen zu präsentieren.

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Standortbestimmung für Los Angeles

Neben den beiden Vorarlbergern steht Charlize Mörz im Aufgebot. Die Burgenländerin feiert am Samstag ihren 21. Geburtstag und hofft nach ihrem historischen Einzug in ein WM-Gerätefinale 2025, als erste Österreicherin überhaupt, bei ihrer fünften WM auf eine Wiederholung.

Sportdirektor Fabian Leimlehner betrachtet Rotterdam als wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Die Qualifikationsphase dafür beginnt bei der WM Ende September 2027 in Chengdu. Davor steht im April noch die EM in Armenien auf dem Programm.

Den österreichischen Auftakt macht Vetter am Samstag zwischen 18:10 und 20 Uhr. Bohle und Mörz bestreiten ihre Qualifikation am Montag von 12:40 bis 14 Uhr. Für den Einzug ins Mehrkampffinale ist ein Top-24-Platz in der bereinigten Qualifikation erforderlich, wobei höchstens zwei Athleten pro Nation berücksichtigt werden. In den Gerätefinals stehen jeweils acht Startplätze zur Verfügung.