Eiskalte Südtiroler bestrafen mutige Pioneers

Sport / 23.10.2026 • 22:47 Uhr
Die Bozener nützten ihre Chancen und führten nach 20 Minuten bereits mit 2:0.
Die Bozener nützten ihre Chancen und führten nach 20 Minuten bereits mit 2:0. PIV/Dorner

Feldkirch fordert Tabellenführer Bozen, verliert am Ende aber mit 3:6.

Feldkirch

Eine Niederlage gegen den Meisterschaftsfavoriten HC Südtirol ist keine Schande. Doch wenn neun Minuten vor dem Ende die Riesenchance auf das 3:3 verstreicht und im direkten Gegenzug das bittere 2:4 fällt, schmerzt das Resultat doppelt. Nach diesem Nackenschlag schwanden bei den tapfer kämpfenden Pioneers die Kräfte, am Ende stand eine 3:6-Heimpleite auf der Anzeigetafel. „Das ist eben der Unterschied zu einem Spitzenteam, das seine wenigen Chancen eiskalt nutzt. Wir spielten gut, hatten viele Möglichkeiten, machten aber zu wenig daraus. Wir stehen zwar mit leeren Händen da, aber das Match brachte uns viel Selbstvertrauen“, meinte Headcoach Marko Ojanen. Dieser Mutmacher kommt zur rechten Zeit, denn bereits am Sonntag wartet das schwere Auswärtsspiel in Salzburg (15 Uhr).

Familienduell fällt aus

Das erhoffte Familienduell zwischen Pioneers-Verteidiger Kevin Costantini und seinem Zwillingsbruder Marco, der im Tor der Bozener steht, platzte bereits vor dem ersten Bully. Während die Gäste auf ihren routinierten Stammkeeper Louis Domingue setzten, verfolgte Kevin das Spiel von der Tribüne aus. Durch das Comeback von Roni Allén hatten die Feldkircher einen Legionär zu viel im Kader, was Costantini eine Zwangspause bescherte.

Das erste Saisonduell der beiden Teams begann wie erwartet. Die Gäste schlugen bereits in der dritten Minute zu. Bryce Misley brachte den klaren Favoriten, der die vorangegangenen Partien jeweils ohne Gegentreffer gewonnen hatte, früh mit 1:0 in Führung. Der Tabellenführer agierte in der Folge mit angezogener Handbremse, was den Hausherren beste Möglichkeiten eröffnete. In der achten Minute scheiterte die erste Formation um Kapitän Guus van Nes gleich dreimal aus aussichtsreicher Position. Domingue bewies dabei seine Klasse aus über 150 NHL-Einsätzen. Kurz vor der Pause machten sich die Feldkircher das Leben selbst schwer. Nach weiteren vergebenen PIV-Chancen zogen die Füchse das Tempo an und erhöhten in der 18. Minute auf 2:0.

Gastgeber kommen zurück

Die Hausherren schüttelten den Rückstand in der Kabine ab. Kaum 80 Sekunden nach Wiederbeginn tauchte Blake Murray allein vor Domingue auf. Der Angreifer verzögerte geschickt und überwand den HCB-Goalie zum 1:2 (22.). Die über 1400 Zuschauer in der Vorarlberghalle sahen fortan druckvoll aufspielende Feldkircher, denen einzig das Scheibenglück im Abschluss fehlte.

Ein Pfostenschuss von Dustin Gazley in der 30. Minute markierte eines der seltenen Bozener Offensiv-Highlights. Die Feldkircher überstanden kurz darauf ein gegnerisches Powerplay schadlos und setzten gefährliche Nadelstiche. Zwei Minuten vor Drittelende kassierten die Hausherren durch Blake Hillman dennoch das 1:3. Die Montfortstädter gaben nicht auf. 50 Sekunden vor der Pausensirene traf van Nes zum verdienten 2:3.

Knapp vor der zweiten Pause sorgte Kapitän Guus van Nes für das 2:3.
Knapp vor der zweiten Pause sorgte Kapitän Guus van Nes für das 2:3. PIV/Dorner

Bozen verwertet Chancen am Ende eiskalt

Im Schlussabschnitt hielten die Feldkircher die Partie lange offen, ehe die Gäste ihre individuelle Klasse demonstrierten. In der 51. Minute hatte PIV-Stürmer Noah Serdachny den Ausgleich auf dem Schläger, scheiterte aber frei vor Domingue. Die vergebene Großchance rächte sich auf bitterste Weise. Im direkten Gegenzug stellte Cristiano DiGiacinto auf 2:4 und legte nur zwei Minuten später das 2:5 nach. 90 Sekunden vor dem Ende verkürzte Kristaps Skrastins im Powerplay zwar noch auf 3:5, doch den Schlusspunkt setzte Bozen mit einem Schuss ins leere Feldkircher Tor zum 3:6-Endstand. ABR

Im Schlussdrittel hielten die Gastgeber die Partie lange offen. Am Ende setzten sich jedoch die Füchse durch.
Im Schlussdrittel hielten die Gastgeber die Partie lange offen. Am Ende setzten sich jedoch die Füchse durch. PIV/Dorner