Machtdemonstration in Hütteldorf: Lustenau verliert bei Rapid

Sport / 24.10.2026 • 21:22 Uhr
Machtdemonstration in Hütteldorf: Lustenau verliert bei Rapid
Domenik Schierl musste wieder vier Mal hinter sich greifen. Er konnte dafür wenig.APA

Austria Lustenau geht rasch in Rückstand und wird beim Tabellenführer phasenweise überrollt.

Wien Im 21. Jahrhundert war Austria Lustenau im Hütteldorfer Weststadion bislang ungeschlagen geblieben. Zwei Spiele gab es, sie endeten jeweils 1:1. Es wäre ein Ergebnis gewesen, mit dem Lustenau angesichts der derzeitigen Spielfreude Rapids wohl mehr als glücklich gewesen wäre. Die Austria fand beim Tabellenführer aber kaum Mittel, es setzte eine 1:5-Niederlage.

Lustenaus Startelf wies vier Veränderungen im Vergleich zum 0:4 gegen den LASK auf. Matthias Maak und Alieu Conateh rückten auf die Bank, Dion Kacuri und Anilson fehlten. Für das Quartett standen Fabian Gmeiner, Albin Gashi, Pius Grabher und Seydou Diarra in der Anfangsformation.

Machtdemonstration in Hütteldorf: Lustenau verliert bei Rapid
Rapid war für Lustenau kaum zu bändigen.APA

Das Spiel kannte von Minute eins an nur eine Richtung – erbarmungslos in Richtung des Tors von Domenik Schierl. Lustenaus Keeper konnte in Minute drei noch gegen Petter Nosa Dahl parieren, in der Folge blieb ihm oft nur die Zuschauerrolle. Minute sieben, der in Topform spielende Yusuf Demir chippte auf Dahl, Ercan Kara verwertete dessen Ablage zum 1:0. Zwei Minuten später, ein abgefälschter Ball landete am zweiten Pfosten bei Tonni Adamsen, der setzte sich stark durch, legte ab auf Innenverteidiger Nenad Cvetković – 2:0 (9.). Lustenau schaffte überhaupt keine Entlastung gegen die Angriffswellen der Gastgeber – weil Lustenau schlichtweg den Ball nicht bekam. Wenn der doch einmal bei den Gästen landete, sah das spielerisch über mehrere Stationen ganz brav aus, es fehlte aber die Konsequenz bis vor das gegnerische Tor.

Die hatte Rapid. Matthias Seidl prüfte Schierl (11.), Demir zirkelte vorbei (15.). In Minute 18 landete der Ball wieder im Tor, wieder waren Demir und Kara involviert, Zweitgenannter stand aber im Abseits, das vermeintliche 3:0 wurde nach VAR-Check zurückgenommen. Als dann Cvetković per Kopf wieder knapp verpasste, reichte es Lustenau-Trainer Markus Mader. Er schickte fünf Spieler zum Aufwärmen. In Minute 24.

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Symbolbild: Schierl machtlos, Rapid feiernd.APA

Die Lustenauer Ersatzspieler setzten sich in der Folge wieder auf die Bank, das Spiel blieb aber unverändert. Rapid drückte und drückte. Dahl verzog am zweiten Pfosten (32.), Bendeguz Bolla traf per Kopf das Außennetz (40.). In derselben Aktion riss allerdings Danilo Soares Kara im Strafraum um. Und den fälligen Elfmeter verwandelte Demir souverän zum 3:0, Schierl hatte die Ecke (41.).

Dass Lustenau die einzige Torchance kurz vor der Pause ungenutzt ließ, passte. Dass die daraus resultierte, dass Innenverteidiger Serge-Philippe Raux-Yao den Ball leichtfertig im Sechzehner herschenkte, ebenso. Antonio Verinac scheiterte im Eins-gegen-Eins an Niklas Hedl (43.).

Niederlage hätte höher ausfallen können

Beide Trainer verzichteten in der Halbzeit auf Wechsel, und auch das Spielgeschehen blieb gleich. Rapid hielt sich exklusiv in der Lustenauer Hälfte auf, Großchancen blieben zunächst aber aus. Mit Haris Ismailcebioglu und Lenn Jastremski versuchte Mader dem Spiel noch einmal neue Inputs zu geben (56.). Es sah zunächst nicht aus, als würde das funktionieren, mit einer Doppelchance in Minute 60 hätte Rapid einen Kantersieg auf Schiene bringen können. Dahl schoss Schierl aber genau auf die Füße, den Nachschuss setzte Jannes Horn an die Latte.

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Haris Ismailcebioglu erzielte im Fallen den Ehrentreffer.APA

Im direkten Gegenzug schlug die Austria zu. Fabian Gmeiner agierte nach einer Umschaltsituation genau richtig, bediente den eingewechselten Ismailcebioglu in der Schnittstelle – der ließ den Ball im Fallen zum 3:1 ins Tor kullern (60.). Keine zweit Minuten später konterte die Austria erneut stark, Soares schlenzte aber vorbei (62.). Das Momentum lag für kurze Zeit bei den Gästen. Aber Rapid holte es sich zurück. Dominik Weixelbraun attackierte Horn in Minute 67 nicht auf der linken Seite, dessen Chipball drückte Demir problemlos zum 4:1 über die Linie (67.).

Der eingewechselte Marco Tilio schraubte das Ergebnis trotzdem noch einmal hoch (85.). Beim 5:1 blieb es dann auch. In Summe hatte Lustenau aber Glück, nicht noch höher zu verlieren, Rapid war an diesem Abend kein Gegner in Reichweite. Kara traf per Kopf noch die Latte (72.), Adamsen legte sich den Ball zu weit vor (83.).

Während Rapid seine Ambitionen als Tabellenführer eindrucksvoll unterstrich, bewahrheiteten sich bei Lustenau die befürchtet schweren Wochen. Am Donnerstag wartet mit dem SK Sturm im Cup die nächste Herausforderung.

ADMIRAL Bundesliga, 10. Spieltag

SK Rapid – SC Austria Lustenau 5:1 (3:0)

Wien-Hütteldorf; Allianz Stadion; 21.979 Zuschauer; SR Walter Altmann

Torfolge: 6. 1:0 Ercan Kara, 8. 2:0 Nenad Cvetković, 41. 3:0 Yusuf Demir (Elfmeter), 60. 3:1 Haris Ismailcebioglu, 67. 4:1 Yusuf Demir, 85. 5:1 Marco Tilio

Gelbe Karten: 34. Voisine, 40. Soares, 45. Gashi

SK Rapid (4-2-3-1): Hedl – Bolla, Cvetković, Raux-Yao, Horn (84. Roka) – Bajlic (84. Schaub), Seidl – Demir (90. Wurmbrand), Adamsen, Dahl (75. Haidara) – Kara (75. Tilio)

SC Austria Lustenau (4-1-4-1): Schierl – Gmeiner, Voisine, Pertlwieser, Soares – Grabher (75. Ibertsberger) – Weixelbraun (75. Conateh), Afrifa (56. Ismailcebioglu), Diarra (75. Maak), Gashi – Verinac (56. Jastremski)