Schnetzer und Bröll stürmen zurück auf den WM-Thron

Dornbirner Radball-Giganten schreiben mit 8:1-Finalerfolg gegen Gastgeber Deutschland ihr nächstes Erfolgskapitel.
Ludwigsburg Vorarlbergs Hallenradsport jubelt über einen goldenen WM-Abschluss! Patrick Schnetzer und Markus Bröll vom RV Dornbirn krönten sich in Ludwigsburg mit einer Galavorstellung zum siebten Mal gemeinsam zu Radball-Weltmeistern. Auch im Kunstradfahren gab es mit Bronze Grund zum Feiern.

Was für ein Triumph, was für eine Machtdemonstration! Drei Jahre nach dem letzten WM-Titel ist die begehrte UCI-Krone wieder zurück im Ländle. Patrick Schnetzer (32) und Markus Bröll (39) ließen bei der Hallenradsport-WM in Ludwigsburg keinen Zweifel daran, wer derzeit das Maß aller Dinge im Radball ist. Mit einem überragenden 8:1-Finalsieg gegen die Deutschen Robert Mlady und Michael Birker verwandelten die beiden Rosshaarkugel-Koryphäen das Endspiel in eine rot-weiß-rote Gala. Vom ersten bis zum letzten Ballwechsel diktierten die Dornbirner das Geschehen und sicherten sich hoch verdient das siebte gemeinsame Regenbogentrikot.

Für Schnetzer, den erfolgreichsten Radballer der Gegenwart, schloss sich damit ein besonderer Kreis. 2010 hatte er im nahe gelegenen Stuttgart an der Seite von Dietmar Schneider mit Bronze seine erste WM-Medaille gewonnen. 16 Jahre und 15 weitere WM-Medaillen später stand der Ausnahmekönner erneut ganz oben. Und das mit jenem Partner, mit dem er über Jahre hinweg die internationale Radballszene geprägt hatte.
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Ein Comeback wie aus dem Bilderbuch
Zwischen 2013 und 2022 hatten Schnetzer und Bröll sechs WM-Titel, sechs EM-Titel und fünf Gesamtweltcupsiege gesammelt. Nach dem WM-Triumph 2019 in Basel beendete Bröll zunächst seine Karriere, Schnetzer setzte seinen Erfolgsweg mit Stefan Feurstein fort. Weil dieser weiterhin an einer hartnäckigen Schulterverletzung laboriert, kehrte Bröll in dieser Saison zurück.

Dass die alte Erfolgsgemeinschaft nichts von ihrer Klasse eingebüßt hat, bewies sie bereits Anfang Juni mit dem EM-Titel in Amorbach bei Aschaffenburg. Vier Monate später folgte nun die nächste Krönung.
Eine Klasse für sich
In dem mit 22 Nationen besetzten UCI-Championat ließen die Dornbirner von Beginn an ihre Muskeln spielen. Beim unglaublichen 17:0 gegen Ungarn gelang ihnen der höchste WM-Sieg der vergangenen 20 Jahre. Es folgten ein 4:1 gegen die Schweiz und ein 5:5 gegen Tschechien. Der Einzug in die wiedereingeführte Doppel-K.-o.-Runde war damit frühzeitig gesichert.

Dort drehten die Dornbirner noch einmal richtig auf. Deutschland wurde im Duell der Gruppensieger mit 9:5 bezwungen, im Halbfinale fegten Schnetzer und Bröll die Schweiz mit 8:0 vom Parkett. Auch im Endspiel gegen Deutschland blieb die erhoffte Gegenwehr aus. Schon zur Pause führte Österreich mit 4:1, am Ende leuchtete ein sensationelles 8:1 von der Anzeigetafel. Der siebte gemeinsame WM-Titel war perfekt!

Bronze bei der WM-Premiere
Grund zum Jubeln gab es auch im Kunstradfahren. Franziska Belmega und Marcel Schnetzer sorgten im Zweier Open mit Bronze für eine weitere Vorarlberger Erfolgsgeschichte. Besonders bemerkenswert: Das Duo hatte sich erst im Sommer zusammengefunden und nur wenig gemeinsame Vorbereitungszeit.

Für Belmega war es die erste WM-Medaille überhaupt, Schnetzer durfte bereits über seine vierte Bronzene jubeln. Auf die viertplatzierten Athleten aus Hongkong hatten die Vorarlberger letztlich komfortable 17,72 Punkte Vorsprung. In der Qualifikation waren beide Duos noch exakt gleichauf gelegen.

In den Einerbewerben blieb das erhoffte Happy End hingegen aus. Marcel Schnetzer belegte wie im Vorjahr Rang fünf und verpasste die Medaillenentscheidung der besten vier um lediglich 4,5 Punkte. Sein Höchster Teamkollege Christopher Schobel wurde Sechster, ebenso wie Belmega im Frauenbewerb.

Am Ende überwog dennoch der Stolz. Zwei Medaillen, darunter das heiß ersehnte WM-Gold im Radball, machten die Titelkämpfe in der Ludwigsburger MHPArena zu einem Fest für den Vorarlberger Hallenradsport. Vor allem Schnetzer und Bröll bewiesen eindrucksvoll: Diese Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht zu Ende.