Der Titeljäger hat noch lange nicht genug

Sport / 03.11.2026 • 16:43 Uhr
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Seit 2018 war Lukas Herburger bei fünf WM- und drei EM-Endrunden dabei. APA

Meister in drei Ländern, bald 100 Länderspiele: Lukas Herburger will mit Österreich zur EURO 2028.

Hard Handball-Ass Lukas Herburger steht vor einem besonderen Meilenstein: Der 31-jährige Harder könnte am Sonntag sein 100. Länderspiel bestreiten. Doch für den erfolgreichen Handball-Legionär zählt vor allem eines: Österreich zur EURO 2028 zu führen.

Handball Men's Worlds
Egal ob im Nationaltrikot oder beim Verein: Lukas Herburger ist ein Vorzeigeprofi in allen Bereichen und stets mit 110 Prozent bei der Sache. AP

Fünf österreichische Meistertitel, vier Meisterschaften in der Schweiz, ein Triumph in der deutschen Bundesliga und zahlreiche weitere Pokale. Lukas Herburger hat in seiner Karriere beinahe alles gewonnen, was auf Vereinsebene möglich war. Doch der Erfolgshunger des 31-jährigen Harders ist längst nicht gestillt. Während Österreichs Nationalteam die Qualifikation für die EHF-EURO 2028 in Angriff nimmt, steht der Abwehrspezialist vor einer ganz persönlichen Bestmarke.

Sport Handball Lukas Herburger Alpla HC Hard
Mit seinem Stammverein Alpla HC Hard gewann Herburger fünf HLA-Titel.

Bestreitet Herburger am Mittwoch gegen die Türkei und am Sonntag in Georgien beide Partien, gehört er künftig zum exklusiven Kreis jener rot-weiß-roten Handballer mit mindestens 100 Länderspielen. Als dritter Vorarlberger nach Rekord-Feldspieler Robert Weber (228 Einsätze) und Matthias “Tissy” Günther (126).

Handball Kadetten Schaffhausen
Mit den Kadetten Schaffhausen holte Lukas Herburger in sechs Jahren insgesamt neun Titel. Verein

Begonnen hat Herburgers bemerkenswerte Laufbahn beim Alpla HC Hard. Bis 2018 prägte der Abwehrspezialist die erfolgreichste Phase seines Stammvereins entscheidend mit. Fünf Meisterschaften und zwei Cupsiege stehen aus dieser Zeit zu Buche. Danach zog es ihn in die Schweiz zu den Kadetten Schaffhausen, wo vier weitere Meistertitel, zwei Cupsiege und drei Supercup-Erfolge folgten.

Handball Füchse Berlin
Lukas Herburger holte mit den Füchsen Berlin 2025 den Meistertitel in der DKB-Bundesliga. Verein

Im Sommer 2024 wagte Herburger den nächsten Karriereschritt zu den Füchsen Berlin. Mit dem deutschen Spitzenklub gewann er gleich in seiner ersten Saison die Bundesliga. Ein weiterer Pokalsieg und zwei Supercup-Triumphe ergänzten seine eindrucksvolle Titelsammlung.

Handball HC Kriens-Luzern
Lukas Herburger im Trikot des HC Kriens-Luzern beim Alpla-Sommercup im August in Hard. Verein

Seit diesem Sommer trägt er das Trikot des HC Kriens-Luzern. Sein Vertrag läuft bis 2029. Die Rückkehr in die Schweiz hat neben sportlichen auch persönliche Gründe. Der Familienmensch ist damit wieder deutlich näher an seiner Vorarlberger Heimat. “Die Rückkehr war der richtige Schritt. Ich fühle mich in der Schweiz extrem wohl. Da ich ein Familienmensch bin, kann ich auch wieder ohne Probleme schnell einmal ins Ländle kommen.”

Zwölf Jahre im Dienst des Nationalteams

Sein Debüt im ÖHB-Männerteam feierte er im April 2014 in Island. Seither ist er aus der rot-weiß-roten Auswahl kaum wegzudenken. Als kompromissloser Abwehrspieler war er an zahlreichen Erfolgen beteiligt, darunter den beiden achten Plätzen bei der Heim-EURO 2020 und 2024 in Deutschland.

Dabei verlief sein Weg nicht ausschließlich auf dem Handballparkett. Der Absolvent des Sportgymnasiums Dornbirn schloss an der Pädagogischen Hochschule in Feldkirch ein Lehramtsstudium für Mathematik sowie Bewegung und Sport ab.

Auch die Belastungen des Spitzensports hinterlassen mittlerweile Spuren. An ein baldiges Karriereende denkt Herburger dennoch nicht. “Natürlich spüre auch ich die körperlichen Strapazen, aber solange ich ohne gröbere Verletzungen bleibe, will ich auf dem Parkett stehen und gewinnen. Mein Erfolgshunger ist immer noch so wie vor dem ersten Titelgewinn.”

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In seinen bisherigen 98 Länderspielen erzielte Lukas Herburger exakt 100 Tore. GEPA

Für Österreich beginnt die Qualifikation am Mittwoch um 18 Uhr in Graz gegen die Türkei. Am Sonntag um 15 Uhr MEZ wartet in Tiflis Georgien. Mit Norwegen steht zudem ein besonders starker Gruppengegner bereit. Österreich will sich mit den Skandinaviern um den Gruppensieg duellieren.

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Einer der vielen Karrierehöhepunkte im Nationalteam war Rang acht bei der EURO 2024 in Deutschland. GEPA

Seit 2018 war Österreich bei jeder Europameisterschaft vertreten. Die sechste Endrunde in Folge soll vom 13. bis 30. Jänner 2028 in Spanien, Portugal und der Schweiz folgen.

Für Herburger wäre das nächste Kapitel einer außergewöhnlichen Karriere geschrieben. Die bevorstehende Jubiläumsmarke bedeutet ihm viel, ist aber keineswegs sein letztes Ziel. “Natürlich ist das so eine historische Marke und ich bin unheimlich stolz darauf. Doch damit möchte ich mich nicht zufriedengeben. Nächstes Etappenziel ist die Endrunde 2028.”

Für den Harder zählt eben nicht nur, was er bereits gewonnen hat. Sondern vor allem, was noch möglich ist.