Drei Ländle-Talente auf olympischer Mission

Drei Nachwuchssportler wollen bei den Jugendspielen in Dakar international aufzeigen.
Dakar Afrika feiert eine olympische Premiere und Vorarlberg ist mit dabei: Erstmals in der Geschichte ist Senegals Hauptstadt Dakar seit Samstag und noch bis 13. November Schauplatz der Olympischen Jugendspiele (YOG) 2026. Rund 2700 Nachwuchssportler aus 205 Nationen kämpfen in 153 Bewerben und 25 Sportarten um Medaillen. Österreich ist mit 18 Athleten vertreten, darunter drei vielversprechende Talente aus Vorarlberg: Kunstturner Samuel Wachter, Leichtathlet Zsombor Kluscik und Triathlet Raphael Künz wollen auf der größten Bühne des internationalen Jugendsports überzeugen.
Der Feldkircher Künz eröffnet am Donnerstag aus Vorarlberger Sicht die Wettkämpfe. Am Samstag steigt der Fußacher Wachter in die Qualifikation ein, ehe am Sonntag der Lauteracher 400-Meter-Hürdenläufer Zsombor Kluscik seinen ersten Auftritt hat. Alle drei haben bereits internationale Erfahrung gesammelt und auf der großen Bühne auf sich aufmerksam gemacht.

Für Samuel Wachter könnte Dakar zum nächsten Höhepunkt einer bemerkenswerten Karriere werden. Der 17-Jährige hat sich mit zwei Silbermedaillen bei internationalen Großveranstaltungen in der europäischen Nachwuchsspitze etabliert. Bereits 2025 gewann er bei den EYOF-Spielen in Skopje Silber, im August dieses Jahres wiederholte er diesen Erfolg bei der Junioren-EM in Zagreb. “Großveranstaltungen dürften mir liegen. Ich bin ein Wettkampftier”, betont Wachter mit einem Augenzwinkern. Tatsächlich scheint der Fußacher gerade bei wichtigen Wettkämpfen seine besten Leistungen abrufen zu können.

Ein wesentlicher Faktor ist sein Umgang mit Nervosität. “Ich habe das Glück, dass ich optimal nervös bin. Ich bin nervös genug, dass man körperlich und mental fit und wach ist. Aber nie so nervös, dass ich irgendwie zittrig am Gerät stehe”, erklärt Wachter. Seine Herangehensweise ist entsprechend unkompliziert: “Ich gehe ans Gerät, mache mein Ding und dann wieder weg.”
In Dakar wartet allerdings eine andere Ausgangslage als bei seinen bisherigen Medaillenerfolgen. Anders als beim EYOF und der Junioren-EM werden keine einzelnen Gerätefinali ausgetragen. Die Medaillen werden ausschließlich im Mehrkampf vergeben. Wachter setzt sich deshalb ein anspruchsvolles, aber realistisches Ziel: “Ins Mehrkampffinale kommen. Das wäre natürlich ein Traum.”

Mit berechtigten Hoffnungen auf eine Spitzenplatzierung reist auch Zsombor Kluscik nach Senegal. Der 17-jährige Lauteracher hat sich innerhalb eines Jahres zu einem der stärksten europäischen Nachwuchsläufer über 400 Meter Hürden entwickelt.

Beim EYOF 2025 in Skopje belegte Kluscik den achten Platz. Den internationalen Durchbruch schaffte er Mitte Juli bei der U18-EM im italienischen Rieti. Dort sicherte er sich mit einem österreichischen U18-Rekord von 51,27 Sekunden die Bronzemedaille.

Diese Leistung macht ihn auch in Dakar zu einem ernst zu nehmenden Medaillenanwärter. Mit seiner persönlichen Bestzeit liegt Kluscik auf Rang drei der Meldeliste. Die Ausgangslage verspricht einen spannenden Kampf um die Podestplätze.

Eine außergewöhnliche sportliche Entwicklung hat Raphael Künz hinter sich. Der 17-jährige Feldkircher vertrat Österreich 2025 beim EYOF noch als Radfahrer. Nur ein Jahr später steht er in Senegal als Triathlet am Start. Innerhalb von zwei Jahren schafft er damit in zwei unterschiedlichen Sportarten den Sprung zu bedeutenden olympischen Nachwuchsveranstaltungen.

Für seinen Auftritt in Dakar verzichtet der Feldkircher bewusst auf eine konkrete Platzierungsvorgabe. “Wie immer werde ich alles geben, für welche Platzierung es dann reicht, hängt natürlich von den Umständen und den anderen Athleten ab. Wenn alles läuft, ist vieles möglich.”
Auf die drei 17-Jährigen wartet nun das bislang größte olympische Abenteuer ihrer jungen Karriere und man darf gespannt sein, ob die YOG-Spiele zum Sprungbrett im Zeichen der fünf Ringe werden.