VN-Fahrbericht: Der Mitsubishi L 200 hat das Gesicht eines Abenteuers

Mobilität / 07.09.2019 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Ganz schön kantig, der neue Mitsubishi-Pick-up mit dem Gesicht eines Abenteuers.

Zumindest nach außen hin überschreitet er mit seinem Make-up für das Modelljahr 2020 die Grenzen eines Facelift. Kommt daher wie neu, der Erfolgs-Pick-up. Das Arbeitstier mit der nichtssagenden Bezeichnung L 200 ist mittlerweile schon die Nummer zwei in der gesamten Modellpalette der längst nicht mehr so erfolgsverwöhnten Japaner.

Die ..goldenen Zeiten“ eines Pajero, SUV-Pionier und Seriensieger bei der Paris-Dakar, sind längst vorbei. Aber das Allrad-Know-how ist immer noch da. Mit mehr US-Style wollen die japanischen Allrad-Spezialisten dem Lastenträger zu neuem Schwung verhelfen.

Zu diesem Zweck haben die Designer vor allem die Front des L 200 radikal verändert. Keine Ähnlichkeit mehr mit den braven rundlichen Gesichtszügen des Vorgängers.

mitsubishi L200
mitsubishi L200

Jetzt gibt sich der L 200 als Verdränger. ,,Dynamic Shield“ nennt sich seine kantenreiche Front. Die höher angesetzte Linienführung und die ganz zu oberst thronenden Schlitz-Scheinwerfer verschaffen dem ,,Nutzfahrzeug“ Respekt. So stellen sich eben viele einen Pick-up vor: robust und ein wenig abenteuerlich.

Beinahe wohnlich

Aber primitiv-rustikal darf so ein Spezialist für bestimmte Zwecke auch wieder nicht sein. Neue Materialien im Innenraum verbessern die Qualitätsanmutung des L 200. Überhaupt tritt der Fünfsitzer mit Doppelkabine in seiner Verarbeitung (passiert in Thailand) stark aufgewertet auf, fast wohnlich möchte man sagen. Mit einer Fülle von Assistenten angereichert wie ein Pkw. Nicht nur ein Arbeitsgerät, auch freizeit- und familientauglich. Mit zwei Sitzreihen zumindest. Als Lkw gibt er sich mit der ,,Klub-Kabine“ einreihig, dafür mit mehr Ladefläche.

Und als einer, der kaum Hindernisse kennt. Die ausfeilte Allradtechnik und die enorme Bodenfreiheit machen auch Ausflüge über Stock und Stein möglich. Oder was immer sich an Unwägbarem auftut. Vorwählbare Offroad-Fahrprogramme bestimmen jetzt das Leben abseits der Piste. Eine Bergabfahrhilfe schafft Zusatzsicherheit.

mitsubishi L200
mitsubishi L200

Erhalten bleibt dem L 200 der Super-Select-Allradantrieb. Diese Mitsubishi-Spezialität erlaubt Heckantrieb, aber auch Allrad mit offenem und gesperrtem Zentraldifferential. Eine Hinterachsdifferentialsperre für besonders heikle Aufgaben komplettiert das aufwendige Offroad-Menü.

Kleiner, aber feiner

Der neue 2,2-Liter-Turbodiesel bringt zwar mit seinen 150 PS um 30 PS weniger Leistung als der Vorgänger, liefert aber ein hohes Drehmoment, bestechende Laufruhe und vor allem normgerechte Abgas- bzw. Verbrauchswerte. Franz Muhr