Heron: Unternehmer im Unternehmen sein

Karriere / 24.11.2019 • 13:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Manfred Ebner: „Die Nase hat derjenige vorne, der den Kopf aus der Masse heben kann. Unter anderem dadurch, dass er innovativ ist.“ VN/ PAULITSCH

Heron macht jungen Techniktalenten unternehmerisches Denken schmackhaft. Lehrlingsleiter Manfred Ebner im Interview.

Christine Mennel

Heron ist seit 25 Jahren ein Ausbildungsbetrieb, aktuell lernen 40 Lehrlinge im Unternehmen. Was können sie von Ihnen und in Ihrem Unternehmen lernen?

Wir sind momentan drei Lehrlingsausbilder, einer ist für die Zerspanungs- und Maschinenbautechniker, der zweite für die Elektrotechniker und ich für die Konstrukteure zuständig und verantwortlich. Es sind elf Lehrlinge bei mir. Wir Ausbildner arbeiten im Team, nicht nur die Konstrukteure, sondern alle Lehrlinge bekommen eine Grundausbildung im Handzeichnen. Wir wollen die Lehrlinge zu Unternehmern ausbilden. Der unternehmerische Gedanke und das dementsprechende Handeln haben bei uns einen hohen Stellenwert.

Über die Hälfte der Jugendlichen in Vorarlberg macht eine Lehre. Was müssen die Unternehmen tun, um attraktiv zu bleiben oder um noch besser zu werden?

Die Nase hat derjenige vorne, der den Kopf aus der Masse heben kann, unter anderem dadurch, dass er innovativ ist. Eine gewisse Marktpräsenz, etwa an Schulen, ebenso Werbung und spezielle Projekte sind ebenfalls von Vorteil.

Wie reflektieren Sie, ob Ihre Ausbildung up to date ist, bzw. den Anforderungen der Zukunft standhält?

Dabei hilft sicher, keinen Tunnelblick zu haben, sich mit anderen Lehrbetrieben auszutauschen und den Markt im Blick zu behalten.

Sie sind seit zehn Jahren Lehrlingsausbilder, davon die letzten zwei Jahre hauptberuflich. Wie geht es Ihnen dabei, welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

In meinem Job geht es mir sehr gut. Ich arbeite sehr gerne mit Jugendlichen zusammen, da ich im Sport sehr viel mit jungen Menschen zu tun hatte (Trainertätigkeit). Ich bringe die nötige Erfahrung mit, um Vertrauen aufzubauen. Auch das Interesse im privaten Bereich empfinde ich als wichtig.

Was muss man als Ausbilder für Stärken aufweisen?  

Er braucht eine gute Fachkompetenz, gutes Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft. In Konfliktsituationen sollte der Ausbildner Ruhe ausstrahlen.

Wie bewältigen Sie die Suche nach den Besten?

Verschiedene Veranstaltungen helfen uns dabei, wie etwa „Kinder in die Technik“, „Chancentage“, „Lange Nacht der Lehre“. Nebenbei bemerkt sind wir in der glücklichen Situation, dass die Besten gerne zu uns kommen möchten.

Die Erwartungshaltung besonderer Talente steigt. Sie stellen hohe Ansprüche an den Arbeitgeber. Was muss man den Jugendlichen bieten?

Bei uns finden Berufseinsteiger einen modernen Betrieb vor. Sie können sich darauf verlassen, dass sie eine sehr gute Ausbildung erhalten und wir ihnen nach der Lehre vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten bieten.

Motivation funktioniert am besten auf emotionaler Ebene. Wie agieren Sie?

Wichtig ist meiner Meinung nach, die individuellen Fähigkeiten des Einzelnen zu  erkennen, diese zu fördern und zu stärken. Auch das Loben ist wichtig, genauso wie Vertrauen aufzubauen, mit Feedbackgesprächen und Jahresgesprächen. Anreize sind, bei entsprechenden Leistungen Projektverantwortung zu übernehmen oder sich auf Messen weiterbilden zu können.

Worauf legen Sie als Lehrlingsausbilder besonderen Wert?

Unsere Lehrlinge sind uns enorm wichtig – sie sind unsere künftigen Teamverstärker. Was wir erwarten, ist u. a ein gewisses Grundwissen – diese Bewertung erfolgt an den Schnuppertagen –  und eine Begeisterung für den Lehrberuf. Auch die Chemie zwischen dem Ausbilder und Lehrling sollte stimmen, er sollte sich ins Team integrieren können. Eine motivierte und offene Art passt immer.

Sie sind ein ausgezeichneter Lehrbetrieb, weil…?

… wir sehr innovativ sind und entsprechend den Fähigkeiten ausbilden. Lehrlinge sind in einen Rotationsplan eingebunden, daher stehen ihnen nach der Lehre viele Möglichkeiten offen.

Manfred Ebner

Ausbildung: Konstrukteur, OM Manager

Laufbahn: 24 Jahre Schweiz (Tech. Leiter und QM Leiter), diverse Firmen in Österreich als Konstrukteur

Alter: 64 Jahre

Familie: verheiratet, ein Sohn

Hobby: Sport

www.heron.at