Leserbrief: Verwirrung um Wehrdienst

Die Bevölkerung hat kein Vertrauen in die Landesverteidigung und junge Männer sprechen sich für einen kurzen Wehrdienst aus. Für mich ist dieses Ergebnis keine Überraschung: 25 Jahre lang hat die Politik das Bundesheer kaputtgespart und in der Bevölkerung die Landesverteidigung als unnötig dargestellt. Am 24. Februar 2022 überfiel Russland die Ukraine – ein Angriff, der zwar vorhersehbar war, aber dennoch plötzlich kam. Europa ist vom Traum des ewigen Friedens aufgewacht. Dass junge Männer für einen kurzen Wehrdienst sind, ist natürlich. Dieser wird nur als bürgerliche Pflicht gesehen und nicht als Aufgabe, das Vaterland Österreich zu verteidigen. Acht Monate Grundwehrdienst reichen gerade aus, um im Verteidigungsfall eine Milizeinheit einsetzen zu können. Störfaktoren in der Ausbildung, wie Assistenzeinsätze oder Küchendienste etc., dürfen die Ausbildungszeit nicht verkürzen. Insgesamt zwei Monate Milizübungen nach dem Grundwehrdienst zur Erhaltung der militärischen Fähigkeiten, die sich auf zehn Jahre in der Beorderung verteilen, stellen eine brauchbare Basis für eine Mobilmachung dar. Selbstverständlich ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung mit moderner Pädagogik und unter Verwendung von Trainingssimulatoren eine notwendige Voraussetzung. Die Bedienung neuer Waffensysteme erfordert eine ausreichend lange, gründliche Ausbildung der Soldaten. „Kanonenfutter“ mit kurzer und schlechter Ausbildung ist im Verteidigungsfall nicht gefragt.
Kurt Gärtner, Wels