Politisch-sadistische Unmenschlichkeit?

Wenn jemand aus psychischen Gründen sich auf Anraten eines Arztes eine Zweitwohnung leistet und trotz entsprechender Information des zuständigen Stadt- samt Landesbeamten von solchen Menschen Bregenzer Leerstandsabgabe abverlangt wird, ist das wohl menschenverachtend. Wenn sich Leute, die jahrelang lieber in Urlaub fahren und ein bequemes Leben führen, über leerstehende Wohnungen den Mund zerreißen, die nie Entbehrungen trugen oder den Gürtel eng schnallen mussten, mag man sich wundern. Ich wurde Anfang der 1980er-Jahre gedrängt, einen überdimensionierten Rohbau meines Vaters zu übernehmen. Kurz nach grundbücherlicher Eintragung wurde von dieser Gemeinde u. v. m. binnen vier Wochen eine Terminfestlegung verlangt, bis wann ich Fenster, Türen und den Außenverputz angebracht hätte, und mir ein Objekt-Abbruchbescheid zu meinen Lasten in Aussicht gestellt. Zudem hatte ich eine, von meinem Vater bereits konsumierte Landes-Sondertilgung in Höhe von über 180.000 Schilling in zwei Raten als Angestellter zu verkraften. Nachdem ich wegen Drohungen nie in diesem Haus wohnen hätte können, blieb mein Teil dieses Hauses unausgebaut. Nachdem ich dort nie wohnte, wird mich beim Verkauf wohl die volle Investitionsertragssteuer in Höhe von 27,5 oder 30 Prozent treffen. Wie bescheuert müsste ich sein, mit hohen Schulden dieses Haus auszubauen, um unserem nimmersatten Staat oder Land noch weiteres Geld in den Rachen zu werfen?
Kurt Höfferer, Hörbranz