Leserbrief: “Segnung homosexueller Paare”

Zum Leserbrief von Dr. Böckle, VN vom 2.5.26:
Sehr geehrter Herr Dr. Böckle, war jemand dabei, als Gott Mann und Frau schuf? Als er sie segnete und sprach, dass sie die Erde bevölkern und sie sich unterwerfen sollten? Die Menschheit hat sich die Erde schon in viel zu großem Ausmaß “unterworfen”, man muss eher Bedenken haben, dass wir, wenn wir weiterhin so unbedenklich mit den Ressourcen umgehen, sie noch unbewohnbar machen. Es ist wichtig, vor allem in der heutigen Zeit, dass man den Menschen etwas gibt, woran sie sich festhalten können, und zwar in einer zeitgemäßen Form. Die christliche Kirche kann das für viele Menschen, aber was den sorgsamen Umgang mit der Natur und den Mitmenschen betrifft, finden wir z. B. im Buddhismus viele Hinweise. Homosexualität hat es schon immer gegeben, denken Sie an die Griechen, die in einer absoluten Hochkultur lebten. Und wer darf die Wertung in gut und nicht gut vornehmen? Wir leben in einer Demokratie, jeder sollte so leben können, wie es seinen Neigungen entspricht und nicht ausgegrenzt werden! Oder wäre es besser, wenn man uns vorschreibt, was wir tun und lassen sollten? Es ist schön, wenn Menschen in der Religion Halt und Zuversicht finden, aber ob überhaupt und in welcher, das darf jeder für sich entscheiden!
Elvira Maul, Feldkirch