Pension? Nicht für einen Tausendsassa!

31.07.2026 • 09:18 Uhr
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Auf dem Bike sieht man Werner Amann oft.

Werner Amann wird in der Pension nicht fad. Er macht Kraftwerksführungen und engagiert sich für die Pfadfinder.

Tschagguns Werner Amann (73) wusste schon mit zehn Jahren, was er werden wollte. Der Tschaggunser wollte den Beruf des Elektrikers ergreifen. “Ich fand den Umgang mit Strom spannend.” Sein Vater war auch Elektriker. Er arbeitete für die Illwerke in einer leitenden Position. Sein ältester Sohn trat beruflich in seine Fußstapfen. “Ich absolvierte bei den Illwerken eine Elektrikerlehre.” Mit 23 legte Werner die Meisterprüfung ab und war anschließend als Betriebselektriker tätig. Mit 35 Jahren wurde er leitender Elektromeister. Jetzt führte er ein Team von 26 Mitarbeitern. “Ich bin jeden Tag gern arbeiten gegangen”, sagt er und schwelgt in Erinnerungen. Die Illwerke boten ihm über 40 Jahre eine berufliche Heimat.

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Werner Amann (links) bei der Revision des Lünerseewerks im Jahr 2011.

Bereits fünf Jahre vor der Pensionierung fragte er sich: “Was machst du als Rentner?” Ihm war klar, dass er sich auf diese Zeit vorbereiten musste. Denn: “Es gibt nichts Ärgeres, als nicht zu wissen, wie man den Tag verbringen soll.” Als er im Jahr 2014 in Rente ging, vermisste er zunächst die Arbeit. “Mir tat es weh, dass ich meine Kollegen nicht mehr sah.” Doch Werner war ideenreich und wusste sich zu helfen: “Nach der Pensionierung habe ich angefangen, Kraftwerksführungen zu machen. Die mache ich gerne, manchmal sind es bis zu vier am Tag.” Er zeigt das Kops-, das Lünersee-, das Rodund- und das Obervermuntwerk vor allem Schulklassen und verschiedenen Vereinen. “Kürzlich durfte ich die Feuerwehr Lindau durch das Kopswerk führen.” Im Zuge der Kraftwerksführungen trifft er auch auf frühere Kollegen. “Da geht sich meistens noch ein Plausch aus”, freut er sich.

Langeweile kennt Werner nicht. “Ich habe immer etwas zu tun.” Der Montafoner hat mehrere Hobbys – unter anderem produziert er in seinem Heimstudio Videos. “Ich filme unter anderem auf Hochzeiten, bei runden Geburtstagen und Firmenjubiläen sowie auf Reisen und Pfadfinderlagern.”

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In seinem Videostudio verbringt Werner Amann viele Stunden.

Mit den Pfadfindern verbindet ihn viel. Mit zehn Jahren trat Werner der Gruppe in Latschau bei. “Mir taugte es, in der Natur zu sein, zu zelten, mit Beil, Säge, Messer und Kompass umzugehen, Feuer zu machen und Knoten zu knüpfen. Das alles war ein Abenteuer für mich.” Auch den Zusammenhalt unter den Pfadfindern schätzte er. “Durch sie habe ich menschlich viel gelernt.” Mit 18 leitete er seine erste Gruppe. “Acht Jahre lang war ich der Gruppenleiter der Pfadfinder Montafon.” Später bildete er auch Pfadfinderleiter aus. Werner brachte es bis zum Vizepräsidenten der Vorarlberger Pfadfinder. Heute ist er Heimwart im Pfadi-Heim in Latschau und im Landespfadfinderheim in Koblach. Als solcher hält er die Häuser in Schuss.

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Werner Amann (ganz rechts) gehört den Pfadfindern seit 63 Jahren an.

“Mir geht es gut. Deshalb möchte ich der Gesellschaft etwas zurückgeben”, begründet er sein langjähriges ehrenamtliches Engagement für die Pfadi. Das Land ehrte ihn dafür vor einigen Jahren.

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Landeshauptmann Markus Wallner zeichnete Werner Amann im Jahr 2015 für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement bei den Pfadfindern aus.

Über die Pfadfinder lernte Werner seine spätere Frau Ulli kennen. “Auf einem Pfadfinderlager in Südtirol verliebten wir uns ineinander.” Die beiden heirateten und bekamen zwei Kinder. “Ich wollte unbedingt Kinder. Sie sind ein Segen.” Im Jahr 2015 ließ sich das Ehepaar scheiden. Werner hat inzwischen wieder eine Partnerin. “Mit Helga an meiner Seite bin ich aufgeblüht.” Mit ihr genießt er die schönen Dinge des Lebens. “Wir sind begeisterte Camper. Mit unserem kleinen Wohnwagen fahren wir ein- bis zweimal im Jahr quer durch Europa.” Auch mit dem Motorrad oder dem Fahrrad macht das Paar immer wieder schöne Touren.

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Ein Schnappschuss aus der Karibik. Werner Amann und seine Lebensgefährtin Helga.

Werner Amann

geboren 5. Mai 1953 in Dornbirn

Wohnort Tschagguns

Familie geschieden, zwei Kinder, drei Enkel, in Partnerschaft mit Helga

Hobbys Campen, Videos machen, Pfadfinder