Vor diesen Eindringlingen in unserer Natur warnt die Expertin

25.08.2026 • 15:49 Uhr
Vor diesen Eindringlingen in unserer Natur warnt die Expertin
Die Asiatische Hornisse erfordert große Wachsamkeit, vor allem durch die Imker. Die invasive Art bedeutet große Gefahr für die Honigbienen. APA

In der Beratungsstelle der inatura Dornbirn laufen bei Elisabeth Ritter die Drähte so heiß wie kaum zuvor.

Dornbirn Invasive Arten. Was sich hinter diesem sperrigen Begriff verbirgt, hat immer mehr das Potenzial, Natur und Ökosystem auch in unseren Breiten nachhaltig zu verändern. In Gewässern verfügt etwa die Quagga-Muschel über die Sprengkraft einer totalen Veränderung der Ökologie. An Land sind es andere Lebewesen, die aus fremden Ländern zu uns verschleppt wurden und die Natur in Unordnung bringen könnten. Elisabeth Ritter (53), wissenschaftliche Beraterin bei der inatura in Dornbirn, sagt, vor welchen invasiven Arten wir uns ganz besonders in Acht nehmen müssen und bittet gleichzeitig darum, bei Wahrnehmungen Meldung zu erstatten.

Vor diesen Eindringlingen in unserer Natur warnt die Expertin
Hängt derzeit stundenlang am Diensttelefon, nimmt Meldungen entgegen und gibt wertvolle Ratschläge: Elisabeth Ritter von der inatura. VOl/Mayer

Höchste Wachsamkeit

Die Asiatische Hornisse, über welche die VN bereits berichteten, nennt Ritter als Erstes. “Sie ist gefährlich für die Bienen und fand bei dem Hitzesommer ideale Lebensbedingungen vor.” Drei Beobachtungen des gefährlichen Eindringlings wurden bisher gemacht. Im Juli wurden gleich zwei Nester in Lustenau entdeckt. “Eines war bevölkert, das andere verlassen und offensichtlich noch nicht fertig gebaut. Dazu kam noch die Beobachtung eines Einzeltieres in Dornbirn. Seitdem wurden uns keine Sichtungen mehr gemeldet. Das heißt aber nicht, dass die Asiatische Hornisse bei uns nicht mehr existent ist”, betont Ritter.

Vor allem Imker werden zu höchster Wachsamkeit aufgerufen und gebeten, jede verdächtige Beobachtung anzugeben. 400 Meldungen gab es zum gefürchteten Eindringling bereits. “Gott sei Dank hat sich der Verdacht zumeist nicht bestätigt. Die Menschen sollen sich aber trotzdem melden, wenn sie Verdacht schöpfen”, bittet Ritter.

Vor diesen Eindringlingen in unserer Natur warnt die Expertin
Der Japankäfer ist eine sehr gefräßige Art. Gemüse und Obst stehen unter anderem auf seinem Speisezettel. AGES

Die Kammer und der Japankäfer

Auf der Liste der invasiven Arten mit großem Gefahrenpotenzial listet Ritter den Japankäfer als Nummer zwei. “Der Japankäfer ist sehr gefräßig, seine Larven knabbern Wurzeln unter den Wiesen- und Rasenflächen an, die erwachsenen Tiere verursachen Fraßschäden an Blättern, Blüten und Früchten und können ganze Gemüsekulturen, Obstanlagen oder Weingärten kahlfressen”, verdeutlicht Ritter. Bisher wurden nur wenige der Schädlinge entdeckt, die Gefahr einer unheilvollen Verbreitung bleibt dennoch. Die Landwirtschaftskammer übernimmt beim Japankäfer das Monitoring.

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Die Grüne Reisewanze stammt aus Ostafrika. Sie wurde erstmals 2015 in Vorarlberg nachgewiesen. Seither hat sie sich massiv ausgebreitet. inatura

Die Grüne Reisewanze – sie verursacht Schäden an Hülsenfrüchten – sowie die Marmorierte Baumwanze und die Japanische Landplanarie nennt Ritter als weitere invasive Arten mit Schadenspotenzial. Meldungen über die Grüne Reisewanze gingen heuer zurück. Vereinzelt Anrufe gab es wegen der Marmorierten Baumwanze, die Birnen, Äpfel und Tomaten befällt. Die Japanische Landplanarie hat es auf Kleintiere und Regenwürmer abgesehen. Exemplare wurden in Hard entdeckt.

Japanische Landplanarie.jpg
Eines der unerwünschten Wesen, das immer häufiger auch in Vorarlberg vorkommt: die Japanische LandplanarieInatura

Kalter Winter wäre gut

Immerhin: Die gefürchtete Asiatische Tigermücke, die Krankheitserreger in sich trägt, hat sich heuer, zumindest bisher, rar gemacht. “Bei uns wurden keine Beobachtungen gemeldet. Da ist sie aber trotzdem”, ist Elisabeth Ritter überzeugt. Dass sich im heurigen Sommer überdurchschnittlich viele Vorarlberger mit Beobachtungen zu invasiven Arten in der inatura gemeldet haben, führt Ritter auf die große Hitze zurück. “Bei solchen klimatischen Bedingungen fühlen sich Insekten besonders wohl, sind aktiv.” Ihre Hoffnung liegt nun auf einem harten und kalten Winter. “Der könnte den Bestand invasiver Arten doch in Grenzen halten.”