Leserbrief: Schetteregg: Wer verhindert hier eigentlich was?

Leserbriefe / 01.09.2026 • 08:00 Uhr
Leserbrief: Schetteregg: Wer verhindert hier eigentlich was?

Zum Leserbrief von Hr. Alster, VN vom 26.8.26:

Herr Alster bedauert, dass “wenige Einzelpersonen” das Projekt Schetteregg verhindern wollen. Der Satz kehrt die Sache um: Da verfügt jemand über sein eigenes Grundstück, sagt Nein – und wird öffentlich zum Bremser der ganzen Region erklärt. Dabei verhindert der Eigentümer gar nichts. Ein Projekt, das ohne fremden Grund nicht auskommt, steht schlicht auf keinem gesicherten Boden. Mit Kindheitserinnerungen, dem Schifahren der Kinder und der Zukunft des Schisports Druck auf Grundeigentümer aufzubauen, ist keine Fairness, sondern das Gegenteil. Große Schigebiete haben es vorgemacht: Mit den Grundeigentümern wird verhandelt, bis eine Einigung steht – nicht so getan, als hätten sie die moralische Pflicht, ihr Eigentum herzugeben. Und “fixe mündliche Zusagen” sind keine Verträge. Wer eine “realistische Zukunft” darauf aufbaut und anschließend jenen an den Pranger stellt, der nicht mitzieht, verwechselt Ursache und Wirkung. Natürlich wäre ein Ganzjahresbetrieb wünschenswert. Aber ein Wunsch nach einem Projekt begründet keinen Anspruch auf fremden Grund. Fairness und gegenseitiges Verständnis – dem kann man nur zustimmen. Dann sollte man damit beim Grundeigentümer anfangen. Er ist kein Verhinderer. Er sagt lediglich Nein zu etwas, wozu ihn niemand verpflichten kann: fremde Pläne auf seinem Grund zuzulassen.

Hans Mohr, Dornbirn