“Wir beabsichtigen weder den Verkauf noch die Übergabe der Schetteregg”

Touristisches Ganzjahres-Projekt in Schetteregg: Investor Jürgen Sutterlüty mit Klartext-Ansage zu Gerüchten und Spekulationen.
Egg Hinter den Kulissen brodelt es. Am 10. August hätte die Genossenschaft der Alpe Gemeine Brongen in einer außerordentlichen Vollversammlung einen bereits ausverhandelten und mit Handschlag abgesegneten Vertrag für die Nutzung von Flächen für einen Ganzjahresbetrieb inklusive Bikepark zustimmen sollen. Es kam anders. Einzelne Mitglieder haben Zusagen zurückgezogen und gegen die Verträge gestimmt. Eine notwendige Zweidrittelmehrheit kam nicht zustande. Die Zukunft des Naherholungsgebiets ist damit wieder völlig ungewiss. Die Stimmung ist angespannt – gegenseitige Schuldzuweisungen inklusive. Für reichlich Gesprächsstoff sorgt auch ein möglicher, neuer Investor mit ausschließlich Plänen für einen Winterbetrieb. Verbreitet wird die Nachricht von jenen Alpbewirtschaftern, die das Bikepark-Projekt jetzt zu Fall gebracht haben. Schetteregg-Eigentümer Jürgen Sutterlüty spricht unterdessen Klartext. Falsch, “entspricht nicht den Tatsachen”, so der Unternehmer.

Gemeinsamkeiten sind der Konfrontation gewichen. Am Wochenende hat eine Nachricht der Bewirtschafter der Alpe Brongen auf Social-Media-Kanälen Unternehmer Jürgen Sutterlüty auf den Plan gerufen. Neben Medien-Schelte, wonach man zensuriert würde, wird darin auch die Weiterführung des Skigebiets thematisiert. Eine Gruppe heimischer Geschäftsleute wird dabei ins Spiel gebracht. “Die Behauptung, diese Gruppe habe den Skibetrieb für zehn Jahre gesichert und mir einen Ausstieg ohne finanziellen Schaden ermöglicht, entspricht nicht den Tatsachen”, so Sutterlüty in einer Stellungnahme gegenüber den VN. Es gebe weder ein verbindliches Kauf- oder Betreiberangebot, noch ein Finanzierungskonzept. Entscheidender aber: Man beabsichtige weder einen Verkauf noch eine Übergabe der Schetteregg. “Niemand kann der Gemeinde oder der Bevölkerung den Betrieb fremder Anlagen versprechen, über die er weder verfügen noch entscheiden kann”, so Sutterlüty. Zurückhaltend äußerte sich zuletzt auch der Egger Bürgermeister Marc Meusburger. Die Gemeinde sei froh, mit Sutterlüty einen einheimischen Investor zu haben, der sich dem Gebiet mit Herzblut widme.

Die Fronten scheinen verhärtet. Eigentlich hätte man “die öffentliche Auseinandersetzung nicht verschärfen wollen”, schreibt Sutterlüty in einer ausführlichen Stellungnahme, die auch auf der Homepage des Skigebiets einsehbar ist. Vorwürfe werden entkräftet. Und es wird darauf verwiesen, dass nicht eine Mehrheit der Mitglieder das Projekt abgelehnt hat. “Eine Minderheit von 21 bzw. 20 der insgesamt 50 Weiderechte konnte das Erreichen der Zweidrittelmehrheit verhindern”. Überhaupt ortet Jürgen Sutterlüty unverändert große Zustimmung für das Vorhaben, kritisiert auch eine jüngst erschienene Reportage der VN unter dem Titel: “Der Widerstand spaltet das Dorf”. Eine laut auftretende Minderheit würde damit stärker gewichtet als die tatsächlich vorhandenen Mehrheiten, so der Vorwurf. Sutterlüty verweist unter anderem auf mehr als 14.000 Unterschriften für sein Projekt.
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Pauschale Kritik an den Medien kommt auch von den Bewirtschaftern der Alpe. Aussagen würden zensuriert und nicht richtig dargestellt. Tatsächlich blieben aber VN-Anfragen zuletzt unbeantwortet.