Dorothe Schwärzler: “Lexo-Dorothe” vom Rohnacker, die beliebte Kellnerin

Reich an vielen Begegnungen, reich im Glauben und reich an Fürsorge durfte Dorothe Schwärzler am 9. Mai friedlich einschlafen.
Von Gertrud Geser
Egg Dorothe Walpurga wurde am 1. April 1938 als fünftes von neun Kindern der Familie Theresia und Eduard Schwärzler in Vandans geboren. Im April 1946 zog die Familie von Vandans nach Egg an den Rohnacker. Zur Vorsäßzeit lebte die Familie auf dem “Lexo-Berg”, dorthin gab es nur einen Fußweg. Dorothe besuchte zu dieser Zeit die Volksschule in Großdorf. Waren der weite Weg und die Versorgung für die große Familie dort auch mühsam, hatte die Vorsäßzeit dennoch ihre schönen Seiten: Mit Singen, Spielen, Musizieren und Tanzen vertrieb man sich die Zeit.

Nach Abschluss der Pflichtschule war Dorothe in verschiedenen Haushalten tätig, viele Jahre lang bei der Gärtnerei Nussbaumer in Dornbirn. Dort war sie wie ein Familienmitglied und hatte sogar die Möglichkeit, damals schon den Führerschein zu erwerben. Eine lebenslange Freundschaft und die Liebe zu den Rosen blieben erhalten. Durch ihre Cousine “Lexo Annele” kam sie Ende der 1960er-Jahre in den Gasthof “Löwen” in Egg. Oft und gerne half sie im Schettereggerhof aus sowie beim Schwarzenberger Alptag im “Ochsen” und im “Schöfle”. Oft betonte sie, dass Kellnerin ein schöner Beruf sei. Über viele Jahre bis zu ihrer Pensionierung war sie im “Kässtadl” tätig. 1971 brachte Dorothe die kleine Vroni zur Welt. Sie wurde der absolute Sonnenschein im Haus Rohnacker.

1991 verstarb Dorothes Mama Thres unerwartet. Über diesen plötzlichen Verlust kam sie schwer hinweg. Bruder Josef, der auch im Haus wohnte, wurde weiterhin von Dorothe geschwisterlich-fürsorglich begleitet. Sie war eine gute Köchin, am liebsten mit Gemüse aus dem eigenen Garten. Durch ihr jahrzehntelanges Mitwirken im Trauerteam der Pfarre erfreute sie viele Menschen durch ihre Besuche. Dorothe war tief gläubig und machte gerne Wallfahrten. Auf ihre zwei Enkel Maximilian und Alexander war sie besonders stolz, und ihr Interesse an ihrem Werdegang war groß. Die erste Frage war stets: “Was tond d’Buobo?” Mit ihren Jasser-Freundinnen und Nachbarinnen pflegte sie gute Beziehungen. Gerne ging sie auf Ausflüge mit.

Dorothe war gesellig, immer freundlich, höflich und aufmerksam, gut angezogen und schön frisiert. Sie war eine Kämpfernatur. Nach mehreren Stürzen mit Verletzungsfolgen und einigen schweren Krankheiten erholte sie sich immer erstaunlich gut. Dabei wurde sie von ihren Angehörigen wunderbar unterstützt. Seit August 2024 lebte sie nach einem Sturz im Sozialzentrum in Egg. Dort genoss sie neben bester Pflege auch das soziale Umfeld: Kontakte pflegen, jassen, gemeinsam singen oder mit der Rikscha ausfahren. Die vielen Besuche erfreuten sie und bauten sie immer wieder auf.

Bis zuletzt wach im Geist und dankbar für jede Zuwendung durfte sie nach ihrem langen Lebensweg am 9. Mai 2026 die Augen für diese Welt schließen. In der Totenwache, die von Herma Sutterlüty gestaltet wurde, trugen ihre zwei Enkel Maximilian und Alexander den Lebenslauf für ihr Säle vor und dankten ihr für ihre Art, auf Leute zuzugehen, ihre Freundlichkeit, Zufriedenheit, Geduld in allen Lebenslagen und die Gabe, immer das Positive im Leben zu sehen. Musikalisch wirkte der Chor “Sunnsitig” mit. Beim Verabschiedungsgottesdienst, gestaltet von Pfarrer Friedl Kaufmann, wirkten die Patenkinder (Fürbitten), Neffe Michael Schwärzler mit wunderbarem Orgelspiel und eine Bläsergruppe des Musikvereins Egg mit. Tochter Vroni sprach eine persönliche Verabschiedung für ihre Mama, und Schwiegersohn Michael sprach Dankesworte.
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