Renate Fend: Von Feldkirch in die Welt der wilden Tiere

VN / 11.09.2026 • 11:21 Uhr
Am 3. Juli verstarb Renate Fend, die als Filmproduzentin an der Seite ihres Mannes, des Tierfilmers Werner Fend, ein aufregendes Leben führte.
Am 3. Juli verstarb Renate Fend, die als Filmproduzentin an der Seite ihres Mannes, des Tierfilmers Werner Fend, ein aufregendes Leben führte. SAMMLUNG WERNER FEND, LANDESBIBLIOTHEK

Als Filmproduzentin an der Seite ihres Mannes Werner führte Renate Fends Leben sie bis nach Sri Lanka, Borneo und in den Himalaya.

Von Kristina Becker

Feldkirch Renate wurde am 23. Februar 1953 als zweites Kind von Trude und Karl Jagschitz in Feldkirch geboren. Nach der Handelsschule arbeitete sie zunächst in einem Feldkircher Anwaltsbüro, später wechselte sie ins Krankenhaus Feldkirch in die Abteilung für stationäre Patientenaufnahme. Sie war eine attraktive, lebenslustige junge Frau und hatte einen großen Freundeskreis.

Renate Fends Lebensweg führte sie bis in die Dschungel Borneos.
Renate Fends Lebensweg führte sie bis in die Dschungel Borneos. SAMMLUNG WERNER FEND, LANDESBIBLIOTHEK

Ihre große Liebe wurde aber Werner Fend, den sie 1972 bei einem seiner Heimaturlaube im Café Hecht in Feldkirch kennenlernte. Kurze Zeit später brach sie die Zelte in Vorarlberg ab und machte sich zusammen mit dem international bekannten Tierfilmer auf den Weg nach Südostasien – zunächst nach Indien. Renate war anpassungs- und lernfähig. Innerhalb kürzester Zeit wurde sie für den Naturfilmer Werner Fend zur unentbehrlichen Partnerin. Sie war nicht nur die liebenswürdige und charmante Frau ihres Mannes: Bei sämtlichen Filmexpeditionen war sie mit dabei und hatte durch ihr starkes Engagement wesentlichen Anteil an den großen Erfolgen von Werners TV-Produktionen. Um die jeweils benötigten Drehgenehmigungen zu erhalten, kämpfte sie sich immer wieder auch durch die “Dschungel” der asiatischen Bürokratie. Renate betreute während der Filmarbeiten die Tontechnik, fotografierte und agierte bei Bedarf auch als Kamerafrau – immer wieder unter widrigsten Umständen.

Renate als junge Frau – noch nicht ahnend, welch spannende Zukunft ihr bevorsteht.
Renate als junge Frau – noch nicht ahnend, welch spannende Zukunft ihr bevorsteht. privat
Werner und Renate in den 1990er-Jahren bei Filmaufnahmen in den Mangrovensümpfen von Borneo.
Werner und Renate in den 1990er-Jahren bei Filmaufnahmen in den Mangrovensümpfen von Borneo. SAMMLUNG WERNER FEND, LANDESBIBLIOTHEK

Anfang Dezember 1978 waren die Fends im Himalaya unterwegs, um eine Geschichte über die geheimnisvollen Schneeleoparden zu drehen. Der beginnende Winter sorgte für Eiseskälte, und während Werner draußen frierend hinter seiner Kamera lag und auf die immer noch fehlenden Leopardenbilder hoffte, wartete Renate im hochschwangeren Zustand in einem kleinen, zugigen Zelt auf ihren nächsten Einsatz. Zum Glück zeigte sich der Schneeleopard dann doch noch in seiner ganzen Schönheit und die so heiß ersehnten Bilder waren “im Kasten”. Und zur Freude aller kam einige Wochen später, am 20. Jänner 1979, mit Michael in Schruns ein gesunder Bub auf die Welt. Michael wurde in der Folge das Filmcrew-Mitglied “Nummer 3” und verbrachte die Zeit bis zu seiner Einschulung größtenteils auf Sri Lanka – dort, wo Renate und Werner in den Folgejahren noch eine Reihe weiterer großartiger Tierfilme drehten.

Renate mit ihrer großen Liebe Werner bei einem Heimatbesuch in Vorarlberg in den 1980er-Jahren.
Renate mit ihrer großen Liebe Werner bei einem Heimatbesuch in Vorarlberg in den 1980er-Jahren. SAMMLUNG WERNER FEND, LANDESBIBLIOTHEK

Leider ging die gemeinsame Geschichte von Werner und Renate am 9. März 1997 durch den plötzlichen Tod von Werner jäh zu Ende. Beide befanden sich auf der MS Europa II auf einer Vortragsreise von Genua nach Mumbai, als er völlig unerwartet einem Aneurysma erlag. Für Renate begann eine neue Zeitrechnung. Und auch beruflich musste sie sich eine neue Existenz aufbauen. Bis zu ihrer Pensionierung arbeitete sie im Bereich Gebäudeverwaltung. Dann aber zogen die dunklen Wolken gleich mehrerer Krankheitssymptome über ihr auf. Am 3. Juli, mehrere Wochen bevor sie mit einer Kulturauszeichnung geehrt worden wäre, verstarb sie. Wenige Tage später wurde sie im Rahmen einer besinnlichen Feier im Waldfriedhof von Tosters beigesetzt.

Renate Fend wird für ihre erfolgreiche Arbeit als Filmproduzentin nun am 17. September 2026 um 19.30 Uhr im Kuppelsaal der Vorarlberger Landesbibliothek in Bregenz posthum geehrt. Laudator ist der Götzner Bürgermeister Manfred Böhmwalder, der das Silberne Ehrenzeichen für Kultur der Gemeinde Götzis stellvertretend an Renates Sohn Michael übergeben wird. Zu dem Abend unter dem Motto “In Memoriam Werner Fend 1926 – 1997 und Renate Fend 1953 – 2026” sind Freunde und Bekannte herzlich eingeladen.

Begleitet durch: Bestattung Gohm

Bestattung Gohm Logo

Nachrufe in den Vorarlberger Nachrichten
Möchten Sie einen Angehörigen mit einem Nachruf würdigen? Dann kontaktieren Sie uns unter nachrufe@vn.at unter dem Betreff “Nachrufe”.
Weitere Nachrufe finden Sie hier.