Wilhelm Pröll: „Warum heute den Schirm aufspannen, wenn es morgen regnet?“

18.09.2026 • 11:54 Uhr
Wilhelm „Willi“ Pröll aus Götzis verstarb am 25. August.
Wilhelm „Willi“ Pröll aus Götzis verstarb am 25. August. privat

Als Krippenbaumeister, Tennistrainer, Mundartdichter und vor allem Papa seiner Moadla lebte Willi Pröll aus Götzis seine vielfältigen Talente.

Von Kristina Becker

Wilhelm „Willi“ Pröll war ein ausgesprochen vielseitiger und stets optimistischer Mensch.
Wilhelm „Willi“ Pröll war ein ausgesprochen vielseitiger und stets optimistischer Mensch. privat

Götzis Wilhelm „Willi“ Pröll kam am 14. August 1951 als ältester von vier Brüdern zur Welt und wuchs in der Neuen Siedlung in Götzis auf. Seine Kindheit war einfach, aber schön. Schon als Kindergartenkind zeigte sich seine wache, interessierte Art. Früh war er auch in der Gemeinschaft verwurzelt: als Ministrant, Sängerknabe und Sternsinger.

Nach der Volksschule besuchte er das Gymnasium in Feldkirch, wo lebenslange Freundschaften entstanden. Im Anschluss an die Matura und den Dienst als Gebirgsjäger studierte er in Innsbruck Betriebswirtschaft. An den Wochenenden kam er nach Götzis zurück und verdiente sich mit Brot-Ausfahren etwas dazu.

Sein Berufsleben verbrachte Willi im Steuerbüro Achleitner in Hohenems, wo er bis zur Pensionierung blieb. Diese Beständigkeit passte zu ihm und ließ ihm Raum für das, was ihm am wichtigsten war: seine Familie. Fast täglich war er zum Mittagessen zu Hause und nach der Arbeit für seine Kinder da.

Wilhelm Pröll: „Warum heute den Schirm aufspannen, wenn es morgen regnet?“
Willi ging mit viel Humor und einer offenen, positiven Einstellung durchs Leben.

1985 trat mit Stefanie ein besonderer Mensch in sein Leben. Nach nur vier Monaten heirateten die beiden. „Warum hätte ich warten sollen, wenn ich gewusst habe, dass sie die Richtige ist?“, sagte er noch im Juni zu ihrem 40. Hochzeitstag.

Mit seinem Bruder Wolfgang und etwas Hilfe von außen baute er im Ackerweg das Haus, das zum Zuhause seiner Familie wurde. Willi war vielfältig talentiert: Er zeichnete, knüpfte Teppiche, baute für seine Mädchen Spielgeräte, pflegte den Garten und schrieb humorvolle Mundartgedichte.

Mit der Geburt der Töchter Corinna und Daniela fand Willi die Rolle seines Lebens: leidenschaftlicher Moadlapapa. Kein Aufwand war ihm für seine Moadla zu groß. Für zwei Jahre durfte er auch Opa von Nora und Romy sein – eine besondere Freude für ihn.

Das Reisen wurde zu einer großen gemeinsamen Leidenschaft. Viele Erlebnisse verbinden Willi mit Stefanie, seinen Töchtern und Enkelkindern. Jede Reise wurde von ihm gut recherchiert und dokumentiert – von den USA bis Bolivien, vom griechischen Hinterland bis hinter den Eisernen Vorhang.

Willi liebte das Reisen mit seiner Familie in die verschiedensten Ecken der Welt – aber auch in seiner Heimat Vorarlberg war er gern sportlich aktiv und engagierte sich vielfältig.
Willi liebte das Reisen mit seiner Familie in die verschiedensten Ecken der Welt – aber auch in seiner Heimat Vorarlberg war er gern sportlich aktiv und engagierte sich vielfältig. privat

Willi genoss aber auch gern die Vorzüge seiner Heimat Vorarlberg. Er war gesellig und sportlich: Radfahren, Wandern, „Figla“, Rodeln, Volleyball und besonders Tennis machten ihm Freude. Im Tennisclub spielte er Meisterschaften, trainierte die Jugend und fand Freundschaften. Das Mösle wurde für die Familie zu einem wichtigen Ort der Begegnung.

Eine große Leidenschaft fand Willi im Krippenbau. Er absolvierte die Krippenbauschule und wurde Krippenbaumeister. 15 Jahre lang war er zudem Obmann des Krippenvereins und erfüllte diese Aufgabe mit großem Engagement.

Willi war ein verlässlicher Freund und der geborene Lehrer. Mit Geduld, Wissen und Freude am Erklären half er anderen weiter – als Tennistrainer, Krippenbau-Betreuer, Qi-Gong-Anleiter sowie zu Hause als Nachhilfelehrer und Ratgeber. Stets stand für ihn seine Familie an erster Stelle. Der Kontakt zu seinen Kindern und Enkelkindern und möglichst viel gemeinsame Zeit, auch mit seiner Stefanie, waren ihm besonders wichtig.

Willi blieb stets Optimist: „Warum sollte ich den Schirm heute aufspannen, weil es morgen eventuell regnet?“ war sein Lebensmotto.
Willi blieb stets Optimist: „Warum sollte ich den Schirm heute aufspannen, weil es morgen eventuell regnet?“ war sein Lebensmotto. privat

Die Diagnose Krebs nahm Willi gefasst und mit Optimismus an – getreu seinem Motto: „Warum sollte ich den Schirm heute aufspannen, weil es morgen eventuell regnet?“. Er hatte ein Ziel vor Augen und ging Schritt für Schritt darauf zu. Doch Komplikationen traten auf; wenige Tage vor seinem Tod musste er ins Krankenhaus, und sein Zustand verschlechterte sich rasch. In seinen letzten Stunden war Willi nicht allein. Seine Familie begleitete ihn auf seinem letzten Weg – so, wie er sein Leben lang für seine Familie da gewesen war.

Begleitet durch: Bestattung Ammann

Bestattung Ammann Logo

Nachrufe in den Vorarlberger Nachrichten
Möchten Sie einen Angehörigen mit einem Nachruf würdigen? Dann kontaktieren Sie uns unter nachrufe@vn.at unter dem Betreff “Nachrufe”.
Weitere Nachrufe finden Sie hier.