Leserbrief: Die Moorhexe hext im Teufelsmoor herum

… dreht sich wild im Tanze um, lacht sich schief und lacht sich krumm. Das Lachen wird der alten Moorhexe schon noch vergehen, sollte das Naturschutz-Deregulierungsgesetz 2026 in Kraft treten. Kleinere Moore unter 500 Quadratmetern sollen leichter beeinträchtigt oder entwässert werden dürfen. Intakte Moore wirken wie riesige Schwämme, die bei Starkregen große Mengen Wasser aufsaugen und Bäche sowie Flüsse wirksam entlasten. In krassem Gegensatz dazu wird die bewilligungsfreie Errichtung größerer Parkplätze (bis zu 1000 Quadratmetern) erleichtert. Straßen im Freiland sollen erst ab 400 Meter Länge und 4 Meter Breite bewilligungspflichtig sein. Zusätzlich soll die Asphaltierung von Straßen, die ganzjährig genutzte Gebäude erschließen, bewilligungsfrei werden. Der Versiegelung von Flächen ist Tür und Tor geöffnet. Zwar war der Hitzesommer 2026 permanent mit Rekord-Hitzetagen und Tropennächten in den Schlagzeilen. Sind die Starkregenereignisse der vergangenen Jahre wirklich schon in Vergessenheit geraten? Durch die Zerstörung von Mooren und durch Bodenversiegelung werden die natürlichen Funktionen des Bodens unwiederbringlich zerstört und massive Schäden für Klima, Umwelt und Mensch verursacht. … und die Moorhexe hält die ganze Welt für dumm, hext herum, hext herum.
Doris Zucalli, Dornbirn