Mit zwei verurteilten Mördern in der Zelle

Gewalt und Verbrechen / 20.10.2026 • 14:51 Uhr
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Der 23-Jährige sitzt bereits in Haft, nun wird die Strafe verlängert.Christiane Eckert

Tschetschene muss nun noch länger in der Justizanstalt Graz-Karlau ausharren.

Feldkirch Der 23-jährige Koch scheint nichts dazuzulernen. Er hat ein Drogenproblem, dazu besitzt er einiges an krimineller Energie. Im Dezember vergangenen Jahres wurde er auf Bewährung entlassen, allerdings mit der Weisung, endlich eine Drogentherapie in Angriff zu nehmen. Dafür hätte man ihm die restlichen Haftmonate erlassen.

Doch stattdessen setzte er nicht einmal eine Woche nach der Haftentlassung seine kriminelle Karriere fort. Dafür wurde er im Juni am Landesgericht Feldkirch verurteilt, und zwar zu zwei Jahren und viereinhalb Monaten.

Einiges am Kerbholz

Der junge Mann bekam nicht umsonst diese empfindliche Haftstrafe. Insgesamt hatte er 14.000 Euro gestohlen, darunter einen Tresor, den man nach der Tat in der Dornbirner Ach entsorgte. Daneben mehrere Kassen und Geldtaschen. Auch in einem Geschäft stahl der Mann über 5000 Euro aus einer unversperrten Kasse.

Doch noch war nicht alles abgehandelt. Heute geht es “lediglich” um einen Einbruch in einen Kiosk, bei dem sich der Schaden mit 365 Euro in Grenzen hält. “Selbstverständlich will ich das Geld zurückbezahlen”, so der Angeklagte, der bei der Bezirkshauptmannschaft 1000 Euro Strafe offen hat. Und wieder einmal geht es um Drogen, um Konsum und Weitergabe von Kokain. Der Strafrahmen reicht aufgrund der elf Eintragungen in der Strafkarte bis zu siebeneinhalb Jahren. “Mein Mandant hat nun vermutlich verstanden, dass es nicht so weitergehen kann”, setzt sich Verteidigerin Sabine Baldauf für den erst 23-jährigen Tschetschenen ein. Er spricht gut Deutsch und will in der Justizanstalt Graz-Karlau eine Elektrikerlehre absolvieren. Zeit dafür ist genug.

Gefährliche Ecke

Sehr wohl fühlt sich der junge Mann im Osten nicht. Waren es bei ihm immer “nur” Vermögens- oder Suchtmitteldelikte, muss er sich nun die Zelle mit zwei verurteilten Mördern teilen. Einmal mehr beteuert der junge Mann, der körperlich fit scheint, nun alles in den Griff bekommen zu wollen. Das Thema Drogen und Tabletten sei jetzt passé, verspricht er. Er wolle nie wieder vor Gericht sitzen.

Staatsanwalt, Richterin und Verteidigerin wünschen ihm alles Gute. Das Urteil von 20 Monaten ist rechtskräftig. Dann geht es mit dem “Gefängnisbus” wieder zurück nach Graz.