Der Landbau-Revolutionär

Zwei junge Wälder gehen in der Landwirtschaft einen neuen Weg.
Bezau Einen gut durchdachten Plan und die passende Fachausbildung haben sie. “Nicht mehr nur jammern, sondern selbst machen. Ich fand den Gedanken schon immer gut, mich und meine Familie mit eigenen Erzeugnissen ernähren zu können”, beschreibt Jonas Moosbrugger seine Intention Landwirt zu werden und in Vorarlberg, genaugenommen in Bezau, Feldgemüse anzubauen. Während seiner Kochlehre keimte die Idee, Gemüse für den Eigenbedarf anzubauen und sich in die Materie des Feld- und Gartenbaus einzuarbeiten. Er wollte nicht mehr nur Konsument sein. “Der Versorgungsgrad mit Obst und Gemüses liegt in Vorarlberg zwischen vier und zehn Prozent. Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben”, will der Auer betont wissen und seinen Beitrag für ein besseres Bewusstsein für Lebensmittel leisten. Der großgewachsene Neo-Landwirt macht sich mit gerade einmal 24 Jahren zusammen mit dem Bezauer Freund und Geschäftspartner Christoph Kaufmann (22) mit “LandWird” selbstständig. Kaufmann verfügt ebenfalls über eine landwirtschaftliche Ausbildung, hat u.a. praktisches Wissen beim Verein “Arche Noah” gesammelt.
Für die Junglandwirte kam nur eine zertifizierte Biolandwirtschaft in Frage. Nach anfänglicher Mitarbeit beim Obst- und Gartenbauverein, schnupperte der Koch mit der positiven Ausstrahlung beim Lustenauer Biobauernhof Vetter in den Gemüseanbau und war sogleich von der Materie gefesselt. Er absolvierte dort die zweijährige Ausbildung zum landwirtschaftlichen Facharbeiter und bleibt bis heute dem Vetterhof treu. Einen 4000 Quadratmeter großen Acker in Bezau für Freilandgemüse pachten sie bereits. Der Boden im rund 200 Quadratmeter großen Folien-Gewächshaus, das sie aus zweiter Hand in Höchst erworben haben, wird derzeit aus dem Winterschlaf geweckt und für den Anbau vorbereitet.
Gemeinschaftlich, verantwortlich
Ihr Konzept nennt sich CSA, “community support aggriculture” – was neu klingt und doch jahrhundertealte Anbau-Traditionen beinhaltet, die durch die Agrarindustrie der letzten Jahrzehnte verdrängt wurden. “Wir wollen den Lebensmitteln das Preisschild nehmen. Gute Lebensmittel sollte sich jeder leisten können”, sagt Moosbrugger und will Gleichgesinnte für das Vorhaben mit ins Boot holen. Über alternativen Landbau hat er sich zudem in alter Fachliteratur informiert. “Lange hieß es, dass Vorarlberg zu niederschlagsreich sei und daher für den Gemüseanbau nicht geeignet”, berichtet er und seine Augen blitzen herausfordernd – denn damit begnügt er sich nicht. Mit einer ausgeklügelten Dammkultur und Hochbeeten wollen sie der für die Wurzeln schädlichen Staunässe begegnen. Der Boden soll mit leichtem landwirtschaftlichem Gerät, einem Einachser, nur minimal bearbeitet werden. “Große, schwere, Maschinen komprimieren den Boden zu stark.”
Der große Acker wird das “CSA-Gemeinschaftswerk”. Darüber informieren die Landwirte Interessierte im März. Der Acker wird in Parzellen mit insgesamt 70 Beeten unterteilt, die in einer 10-Jahres-Fruchtfolge bearbeitet werden. “Wir werden uns um das Saatgut und die Jungpflanzen betreuen.” Ertrag und Risiken werden unter den Mitgliedern geteilt. “Mitmachen kann jeder. Entweder mit Arbeitskraft oder durch einen Mitgliedsbeitrag, der mit der Ernte verrechnet wird. Wir werden unseren Betrieb transparent offenlegen.” In Vorarlberg gibt es laut Jonas Moosbrugger zwei Betriebe, die mit diesem CSA-Konzept arbeiten – in China seien ein Viertel aller Haushalte Mitglied einer CSA. “Man erkennt, was alles dranhängt, um eine reife Tomate auf den Teller zu bekommen und trägt Verantwortung.”
bezau Einen guten Plan und die passende Ausbildung haben sie schon. “Nicht mehr jammer, sondern selbst machen”, beschreibt Jonas Moosbrugger seine Intention Landwirt zu werden und in Vorarlberg Gemüse anzubauen. “Nur drei Prozent des in Vorarlberg verkauften Obst und Gemüses wwurde hier angebaut. Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben”, will der Auer betont wissen und seinen eigenen Beitrag für ein besseres Bewusstsein für Lebensmittel leisten. Der großgewachsene Neo-Landwirt, mit lockigem Haar und wildem Bart und positiver Ausstrahlung hatte bereits in der Vergangenheit mit Lebensmittel und demmacht sich mit gerade einmal 24 Jahren zusammen mit Christoph Kaufmann (22) selbstständig