Auf den Spuren der Rankweiler Flözer

13.09.2019 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
450.000 Euro wurden in die Sanierung der Trift-Anlage sowie den neuen Erlebnisweg investiert.  GEMEINDE

Eröffnung der sanierten Triftanlage samt Erlebnisweg.

Rankweil In Rankweil befindet sich die letzte erhaltene Anlage einer wilden Trift in Österreich. Sie steht unter Denkmalschutz und ist das größte in Vorarlberg befindliche Denkmal außerhalb eines bewohnten Gebiets. Über Jahrhunderte hinweg wurde hier bis Ende der 1950er-Jahre mittels Holztransport auf dem Wasser, genannt Wilde Trift oder Flözerei, das begehrte Holz aus den entlegenen, nicht mit Wegen erschlossenen Waldgebieten des Laternsertals ins Tal verfrachtet. Dort wurde es als Bau- und Heizmaterial benötigt. Die Triftanlage Rankweil hatte jedoch neben der Funktion des Holztransports noch eine weitere interessante Aufgabe: In einem ausgeklügelten System wurden, unter Berücksichtigung der Kreisläufe der Natur, Sand und Kies gewonnen und anschließend im Haus- und Straßenbau im Nahraum verwendet.

Entlang der Triftanlage wurde ein Erlebnisweg geschaffen. Gemeinde
Entlang der Triftanlage wurde ein Erlebnisweg geschaffen. Gemeinde

Die umsichtige Sanierung der Triftanlage macht nun diesen Teil der heimischen Wirtschaftsgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes zugänglich: Ein interaktiver Erlebnisweg mit Einstieg beim Gewerbepark oder beim Muntliger Steg bietet neben geschichtlichen Einblicken Wissenswertes zu den Themen Holz, Wasser, Energie, Biologie und Geologie. Ergänzt wird der Erlebnisweg durch verschiedene Stationen, die auch Kindern Spannung und Abenteuer vermitteln. „Die Trift wird somit zum Erlebnis für die ganze Familie. Das ist eine gute Basis zur Bildung und Stärkung des Bewusstseins für dieses Kulturgut“, führt Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall aus. Über eigens entwickelte Unterrichtsmaterialien sollen auch Pädagogen motiviert werden, den Lehrpfad zur Wissensvermittlung zu nutzen.

450.000 Euro investiert

Initiiert wurden die Maßnahmen zum Erhalt der Trift von der Gemeinde  und dem Verein Kultur-Gut Trift mit Obmann Hans Kohler. Er setzt fort, was ihm bereits als Bürgermeister ein Anliegen war, nämlich „die Trift als historischen Schatz einer Gemeinde auch weiteren Generationen zugänglich zu machen“. Mit dem Projektträger LEADER-Region Vorarlberg-Walgau-Bludenz und Unterstützung des Bundesdenkmalamts wurden die Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Insgesamt wurden rund 450.000 Euro investiert. Rankweil übernahm 40 Prozent der Kosten, der Rest kommt aus dem LEADER-Topf sowie vom Bundesdenkmalamt.

Freitag, 13. September, ab 17.00 Uhr, offizielle Eröffnung mit Rundgang mit Zeitzeugen
Samstag, 14. September, 10 bis 16 Uhr: Tag der offenen Trift

www.trift.at