Österreich feiert! EM-Ticket gelöst

Sport / 16.11.2019 • 23:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
David Alaba bejubelt frenetisch seinen Treffer zur frühen Führung der Österreicher. APA

Österreich fährt zur Europameisterschaft. Mit einem 2:1-Heimerfolg über Npordmazedonien wurde das EM-Ticket gebucht.

Wien Die EURO 2020 findet mit Österreich statt. Und erstmals qualifizierte sich das ÖFB-Team in einem Heimspiel für die Europameisterschaft. War man 2008 als Gastgeber gesetzt, so gelang die Qualifikation 2016 mit einem Sieg in Schweden. Nun aber haben es die Schützlinge von Teamchef Franco Foda vor heimischer Kulisse geschafft. Mit einem verdienten 2:1-Sieg über Nordmazedonien sicherte man sich trotz einem missglückten Qualifikationsstart mit zwei Niederlagen das Ticket für die erste gesamteuropäisch-ausgetragene Meisterschaft. Die Auslosung für die Endrunde findet am 30. November in Bukarest statt.

UEFA European Qualifiers 2020

Gruppe G

Österreich – Nordmazedonien 2:1 (1:0)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 41.100 Zuschauer, SR Michael Oliver (ENG)

Torfolge: 7. 1:0 Alaba, 48. 2:0 Lainer, 90./+ 3 2:1 Stojanovski

Österreich (4-2-3-1): Alexander Schlager; Lainer, Dragovic, Hinteregger, Ulmer; Baumgartlinger, Laimer (90. Ilsanker); Lazaro (79. Trimmel), Sabitzer, Alaba (90./+ 2 Gregoritsch); Arnautovic

Nordmazedonien (3-5-2): Dimitrievski; Tosevski (62. Avramovski), Ristovski, Mladenovski (46. Zajkov), Velkoski, Ristevski; Kostadinov, Spirovski, Bardi; Trajkovski (13. Stojanovski), Elmas

Es war die Premiere im türkis-schwarzen Auswärtsdress. Doch noch vor dem Abgang in die Kabine nach dem Aufwärmen gingen die Spieler zur Fankurve, um sich kurz zusammen für das Spiel einzustimmen. Die Aufstellung des Teamchefs blieb ohne Überraschung, einzig die Position des Torhüters war im Vorfeld diskutiert worden. LASK-Keeper Alexander Schlager erhielt da den Vorzug vor Wolfsburg-Legionär und Ex-FC-Lustenau-Schlussmann Pavao Pervan. Und er durfte sich über ein gelungenes Debüt im Teamdress freuen.

Wie eine Auswärtsmannschaft aber trat Österreich nicht auf. Vielmehr diktierte man von Beginn an das Spiel. Und schon nach sieben Minute durfte gejubelt werden. David Alaba stieß die Tür zur EM-Endrunde ganz weit auf, als er nach einem öffnenden Pass von Stefan Lainer erst den Torhüter Stole Dimitrievski umspielte und dann flach einschoss. Marko Arnautovic sorgte für den nächsten Torschuss, doch er verfehlte knapp das Tor (17.). Wieder war ein langer Ball in die Schnittstelle Ausgangspunkt der Aktion. Nur knapp 120 Sekunden später scheiterte Martin Hinteregger nach einem Doppelpass an Keeper Dimitrievski. Das ÖFB-Team dominierte ganz klar das Geschehen auf dem Rasen.

Erneut ein frühes Tor

Auf den Rängen war bereits Partystimmung, weil auf dem Feld Alaba und Co. ihren Gegner beherrschten. Arnautovic mit einer weiteren Chance (22.), hätte bereits alles klar machen können, doch er traf nur das Außennetz. Nach 34 Minuten war der China-Legionär dann nach einem Freistoß per Kopf zur Stelle, doch auch dieses Mal strich der Ball am Tor vorbei. Kurz vor der Pause war es schließlich Marcel Sabitzer, der mit einem Schuss den Torhüter prüfte (42.), nachdem zuvor der Druck der Foda-Schützlinge nachgelassen hatte. Und schließlich musste Schlager doch noch eingreifen, als die Gäste es mit einem Lochpass versuchten (44.).

Mit einem tollen Drehschuss von Valentino Lazaro und einer Super-Parade von Dimitrievski begann die zweite Halbzeit. Doch schon der anschließende Eckball brachte die endültige Entscheidung. Nach einer kurzen Abwehr nutzte Stefan Lainer die kurzzeitige Verwirrung und traf zum 2:0 (48.). Nun war Partytime angesagt. Das Spiel selbst war nicht so berauschend, weil Österreich zu dominierend und Nordmazedonien in ihren Mitteln beschränkt. Doch die ÖFB-Kicker genossen die Atmosphäre, selbst David Alaba hielt trotz bandagiertem linken Oberschenkel durch.

Am Ende warteten alle nur noch auf den Schlusspfiff. Zu dominant waren die Hausherren und am Ende sogar etwas überheblic, sodass auch die Gäste Chancen vorfanden und Alexander Schlager im Tor durchaus sein Können zeigen musste. Auf den Rängen aber stimmten die Fans nach 70 Minuten gar die Bundeshymne an danach machte die Welle minutenlang die Runde im Stadion. Das Spiel war längst schon Nebensache, wie auch das späte Gegentor. Die Feierlichkeiten hatten also längst begonnen, obwohl der Schlusspfiff noch gar nicht ertönt war. Als dann Michael Oliver aus England endlich abpfiff war dann auch die Jubelstimmung offiziell. EURO, wir kommen!