Weiter steigende Infektionszahlen im Land

VN / 27.03.2020 • 22:00 Uhr
In Nenzing wie am Arlberg hoffen die Bewohner auf eine Aufhebung der Quarantäne. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
In Nenzing wie am Arlberg hoffen die Bewohner auf eine Aufhebung der Quarantäne. VN/Steurer

In den Quarantänegebieten stehen am Dienstag wieder Tests an.

Bregenz Nenzing Am kommenden Dienstag schlägt, wie schon berichtet, in den Quarantänegebieten die große Teststunde. Sowohl in den isolierten Arlberggemeinden als auch in Nenzing können sich alle Personen mit Symptomen einer Testung unterziehen. Bürgermeister Florian Kasseroler hofft, dass die Verdachtsfälle nicht allzu sehr in die Höhe schnellen. Mit Stand gestern, Freitag, gab es in Nenzing 32 positiv auf das Coronavirus getestete Personen. Das sind um zehn mehr als an jenem Samstag, an dem die Landesregierung beschloss, aufgrund der Häufung von positiven Fällen Teile der Marktgemeinde zu isolieren.

Moderater Krankheitsverlauf

Beruhigende Nachrichten erhielt der Bürgermeister aus dem Spital: „Der Krankheitsverlauf bei den Personen, die ins Spital mussten, ist moderat, einige sind bereits auf dem Weg der Besserung, und einige können schon demnächst nach Hause.“ Die Disziplin der rund 4000 eingeschlossenen Bewohner bezeichnet Florian Kasseroler als gut. Auch das Verständnis für die getroffene Maßnahme sei insgesamt groß. Mit Hilfe von außen konnten sogar Lösungen für verwaiste Bienenstöcke, Fischteiche und Pferde, die aufgrund der Sperre für ihre Besitzer derzeit nicht erreichbar sind, gefunden werden.

Weniger positive Botschaften kommen von der landesweiten Coronafront. Wie die Landessanitätsdirektion am Freitagabend mitteilte, sind mittlerweile 529 Personen positiv getestet worden, 41 benötigen eine Spitalsbehandlung, elf von ihnen liegen auf der Intensivstation. Ein 79-jähriger Mann mit schweren Vorerkrankungen starb am Donnerstag im LKH Hohenems an den Folgen seiner Coronainfektion (die VN informierten).

Patienten aus Südtirol

Inzwischen verlangt die Ausbreitung des Coronavirus auch nach Hilfe über Grenzen hinweg. Vorarlberg hat drei Covid-Intensivpatienten aus Südtirol übernommen. Es handelt sich um Personen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren. Basis des Transfers ins Landeskrankenhaus Feldkirch ist eine Vereinbarung zwischen den beiden Landeshauptleuten Markus Wallner (Vorarlberg) und Arno Kompatscher (Südtirol). „Diese Hilfe wurde in gemeinsamer Absprache organisiert“, sagte Kompatscher der Tageszeitung „Dolomiten“.

Zurück zu den geplanten Testungen: Wer an der Aktion teilnehmen möchte, kann sich heute, Samstag, oder Montag, 30. März, jeweils in der Zeit von 8 bis 12 Uhr beim Marktgemeindeamt Nenzing telefonisch unter 05525/62215 melden und sich einen Termin geben lassen. Die Gesundheitsbehörde weist ausdrücklich darauf hin, dass grippeähnliche Symptome (Fieber, Husten, Schnupfen, Atemnot oder Halsschmerzen) vorliegen müssen, damit der Test ein brauchbares Ergebnis liefert. Gesunde Personen, die keine Anzeichen einer Infektion verspüren, werden nicht getestet.