Einsatz für Flüchtlinge vor dem Landhaus

VN / 06.07.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Einsatz für Flüchtlinge vor dem Landhaus
Etwa 60 Personen kamen zum Landhaus, um das Anliegen zu unterstützen. VN/SAMS

Kundgebung mit zahlreichen prominenten Persönlichkeiten.

bregenz Heiß brannte die Sonne auf den Vorplatz des Landhauses, wo sich am Dienstagnachmittag rund 60 Personen zu einer Kundgebung für eine humane Flüchtlingspolitik versammelt hatten. Nach und nach aber zogen dunkle Wolken auf. Sie standen symbolisch für das, was bekannte Persönlichkeiten in kurzen Reden anprangerten, nämlich die ablehnende Haltung der Bundesregierung zur Aufnahme von Flüchtlingen aus griechischen Lagern. Organisiert wurde der Protest vom Netzwerk Vorarlberger Menschenrechtsinitiativen mit Andreas Postner an der Spitze.

Abstimmung im Landtag

Anlass war die bevorstehende Abstimmung des Landtags zu einem von den Neos und der SPÖ eingebrachten Antrag, in dem die Landesregierung aufgefordert wird, sich dafür einzusetzen, dass die Bundesregierung die sofortige Aufnahme von Geflüchteten aus den griechischen Flüchtlingslagern, vor allem Lesbos, in Vorarlberg unterstützt und ermöglicht. Allerdings hat die FPÖ einen Abänderungsantrag eingebracht, laut dem das Land den Bund auffordern soll, im Einklang mit der Europäischen Union die Hilfe in Krisengebieten so zu organisieren, dass die Hilfe vor Ort auch wirklich den betroffenen Menschen zugutekommt. Damit könne Not gelindert und könnten Fluchtbewegungen eingedämmt werden. Nun wird befürchtet, dass genau dieser Antrag behandelt wird.

Die Zuhörer spendeten den Rednern gerne Applaus.
Die Zuhörer spendeten den Rednern gerne Applaus.

Die Redner fanden denn auch klare Worte. Hubert Dragaschnig beispielsweise betonte das Recht auf ein gutes Leben für alle Menschen. Jene, die aus welchen Gründen auch immer, ihre Heimat verlassen, bräuchten Mitgefühl und Anteilnahme. Dragaschnig schlug vor, Vorarlberg zu einer Modellregion des Humanismus zu machen. Eva Grabher, die nicht vor Ort war, ihre Stellungnahme aber vortragen ließ, appellierte, nicht auf die große Lösung zu warten, sondern kleine Lösungen zu wagen. Hermann Kaufmann listete auf, was „wir alles nicht können“ um dann zu resümieren: „Wir können viel mehr, als wir tun. Warum also nicht Österreich, Europa und der ganzen Welt zeigen, dass es geht?  Konrad Lerch verwies darauf, dass man sich nicht mit Geld und Hinweisen auf die EU von der Verpflichtung zur Hilfe freikaufen könne. Die Zivilgesellschaft werde in ihrem Bemühen jedenfalls nicht nachlassen. Unter den Teilnehmern befanden sich auch Michael Köhlmeier, Gebhard Mathis, Hanno Löwy sowie Mitglieder der Oppositionsparteien.