Große Solidarität für schwerkranke Sandra

VN / 12.12.2021 • 19:00 Uhr
Große Solidarität für schwerkranke Sandra
Ehemann Ricky Wesley, Vater Heinz Widmann und “Geben für Leben”-Obfrau Susanne Marosch hoffen, dass die Aktion einen Stammzellspender für Sandra bringt. VN/Serra

Über 300 Personen kamen zur Typisierungsaktion.

Dornbirn An Fußball ist derzeit nicht zu denken, auch beim Dornbirner SV nicht. Zu viel Schnee auf dem Platz, und Trainingspause ist ebenfalls angesagt. Am gestrigen Sonntag standen dennoch Mannschaft, Trainer, Vorstand und Physiotherapeuten parat. Sie unterstützten den Verein „Geben für Leben“ bei der Typisierungsaktion für Sandra (48), die mit einer besonders aggressiven Form der Leukämie seit zwei Monaten im Krankenhaus liegt und dringend auf eine Stammszellspende wartet. Der Aufruf zur Typisierung fiel nach dem Ende des Lockdowns auf fruchtbaren Boden. Bereits eine Stunde nach dem Start hatten sich 80 Personen einem Wangenabstrich unterzogen. Am Ende der Aktion hatten sich insgesamt 305 Personen typisieren lassen. Die Freude über so viel Solidarität war groß: bei Vereinsobfrau Susanne Marosch, bei Ricky Wesley, dem Ehemann von Sandra, bei Heinz Widmann, dem Vater der Frau. Jetzt lebt die Hoffnung auf ein Weihnachtswunder. „Ein Treffer wäre das schönste Geschenk“, sagt Heinz Widmann.

Die Helfer schauten dazu, dass alles richtig ablief.
Die Helfer schauten dazu, dass alles richtig ablief.

Seit Wochen im Spital

Vor fünf Jahren kehrten Sandra und ihr Mann aus den USA nach Vorarlberg zurück. Bis dahin lebten sie in Los Angeles. Dorthin hatte es die Dornbirnerin dereinst als Au-Pair verschlagen. Dann kam Ricky, und Sandra blieb. Zwei Söhne, inzwischen 18 und 20, komplettierten das Familienglück. „Ein bisschen Heimweh blieb“, erzählt der Vater. Während die Kinder zum Studium in Amerika blieben, siedelte das Paar schließlich um.  Alles lief gut, bis Sandra plötzlich an Atemnot zu leiden begann. Sie ging zum Arzt und kam nicht mehr heim. Zwei Chemotherapien hat die bereits hinter sich. Die erste schlug gar nicht an, die zweite ein bisschen besser. Um die Krankheit wirklich besiegen zu können, braucht Sandra jedoch eine Stammzellspende.

Julian bekam das Vorgehen beim Wangenabstrich genau erklärt.
Julian bekam das Vorgehen beim Wangenabstrich genau erklärt.

Es fließt kein Blut mehr

Viele kamen, um sich typisieren zu lassen. Zu ihnen gehörte auch Julian. „Ich bin gesund, und wenn ich kranken Menschen helfen kann, tu ich das gerne“, sagt der 23-Jährige, der durch Bekannte auf die Aktion aufmerksam wurde. Zur Freude von Susanne Marosch waren vor allem junge Leute da. „Je frischer die Stammzellen, umso besser für die Patienten“, erklärt sie. Diesmal lag das Durchschnittsalter bei 31,7 Jahren. Inzwischen fließt bei Typisierungen auch kein Blut mehr. Es werden nur noch Wangenabstriche genommen, was solche Aktionen ein bisschen einfacher macht. In der Emma und Eugen-Arena sorgten rund 20 Helferinnen und Helfer für einen reibungslosen Ablauf. Auch Sandras Familie engagierte sich. „Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen ihre Anteilnahme zeigen. Das gibt wirklich Hoffnung“, sagt Daniel, der Schwager von Sandra.

Für die Typisierung wurde Anstehen in Kauf genommen.
Für die Typisierung wurde Anstehen in Kauf genommen.