Geplante Einsparungen bei Schulpersonal lösen Sturm der Entrüstung aus

Neue Landesregierung will Bedarf prüfen. Dagegen regt sich Widerstand bei Opposition und Lehrergewerkschaft.
Bregenz Noch vor Beginn des laufenden Schuljahres verkündete die alte Landesregierung ambitionierte Personalpläne im Schulbereich. Zu den bereits 324 an 153 Pflichtschulen beschäftigen Unterstützungslehrern für Kinder mit besonderen Bedürfnissen würden im Schuljahr 2024/2025 noch mehr SpezialpädagogInnen dazu kommen. Den Pflichtschulen stünden zudem 46 Vollzeitäquivalente als Verwaltungspersonal zur Verfügung. Schließlich werde auch das Personal in der Schulsozialarbeit innerhalb von drei Jahren von 22 auf 40 Vollzeitstellen ausgebaut. Allein dafür stünden zu den bisherigen 1,6 Millionen Euro weitere 2,2 Millionen Euro aus dem Sozialfonds zur Verfügung.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Erboste Gewerkschafterin
Und jetzt? Jetzt stellen die Spitzen der neuen Landesregierung ausgerechnet im Bereich des Schul-Assistenzpersonals Korrekturen in Aussicht. Landeshauptmann Markus Wallner (57) in den Vorarlberger Nachrichten: “Es gibt einige Dinge, die man sich anschauen kann. Zum Beispiel: Wie viel Assistenzpersonal braucht es in den Schulen wirklich? Vorarlberg beschäftigt mit Abstand die meisten. Man muss hinschauen und fragen, wie effizient das ist.”

Nicht lange ließ ob dieser Aussagen die Kritik von verschiedenster Seite auf sich warten.

“Ausgerechnet in den Schulen soll der Sparstift angesetzt werden. Die Lehrpersonen sind schon am Anschlag und brauchen dringend Unterstützung in Form von zusätzlichem Supportpersonal. Ohne diese wichtige Unterstützung sind Schulbetrieb und Unterricht nicht möglich. Wir brauchen dringend eine Aufstockung in der Schulsozialarbeit, bei den KrisenbegleitlehrerInnen und den pädagogischen BeraterInnen, in der schulischen Assistenz, in der Sprachförderung und in vielem mehr”, schimpft Alexandra Loser, Vorsitzende der Pflichtschulgewerkschaft.
Grün-Rote Ablehnung
“Das ist der falscheste Ort, an dem der Sparstift angesetzt werden soll. Es kann doch nicht sein, dass die schwarz-blaue Landesregierung auf Kosten von Kindern und Lehrenden sparen will. Die Folgekosten werden wir alle schmerzlich zu tragen haben”, äußert sich die Grünen-Bildungssprecherin Eva Hammerer (49) zu den Plänen der neuen Regierung.

Ins selbe Horn stößt die SPÖ-Schulsprecherin Manuela Auer (59). “Die Personalsituation an Vorarlbergs Schulen ist seit Jahren angespannt. Jetzt herzugehen und genau in diesem Bereich den Rotstift anzusetzen, ist der völlig falsche Weg”, schießt Auer gegen Wallner und Bitschi. “Dass in Vorarlberg die schwarz-blaue Landesregierung gleich zu Beginn ihrer Amtszeit nun einen Sparkurs an den Schulen einschlagen will, ist für uns inakzeptabel”, legt Auer nach.

Schöbi-Fink beschwichtigt
Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (63, ÖVP) lässt die massive Kritik nicht gelten. “Die Schulen müssen sich nicht fürchten. Wir verzeichnen seit Jahren große Steigerungen bei Investitionen ins schulische Assistenzpersonal. Auch kommendes Jahr gibt es für diverse Maßnahmen 30 Prozent mehr Geld. Was auf dem Prüfstand steht, ist das Ausmaß dieser Steigerung. Zudem bemühen wir uns um eine Strukturreform. Wir würden gerne die Schulische Assistenz und Freizeitbetreuung GmbH wieder auflösen und deren Agenden der Bildungsdirektion zuführen.”