Gericht: Zahl der Insolvenzen steigt

VN / 27.01.2025 • 13:06 Uhr
Gericht
Auf das Justizpersonal im Sprengel des Landesgerichtes Feldkirch kommt Jahr für Jahr mehr Arbeit hinzu. Hartinger

Vorarlbergs Justiz sieht sich in allen Sparten mit einem Anstieg konfrontiert. Auch bei den Strafverfahren.

Feldkirch Die Feldkircher Landesgerichtspräsidentin Angelika Prechtl-Marte zog am Montag Bilanz über die Tätigkeiten und die Situation des Sprengels des Landesgerichtes Feldkirch in den Jahren 2023 und 2024. Auffallend war dabei eine deutliche Steigerung in der Anfallsentwicklung von Verfahren im Zivil- und Strafrecht.

Im Bereich Wirtschaft kam es am Landesgericht Feldkirch im Jahr 2023 zu insgesamt zu 310 Insolvenzverfahren, in den Bezirksgerichten Vorarlbergs zu 684 Abwicklungen. Im Vorjahr stieg die Zahl der Insolvenzen am Landesgericht auf 364, an den Bezirksgerichten hingegen sank sie auf 583. Strafverhandlungen wurden am Landesgericht Feldkirch im Jahr 2023 insgesamt 1262 durchgeführt, im Vorjahr bereits 1364.

Angelika Prechtl-Marte
Angelika Prechtl-Marte: “Schlechte Wirtschaftslage schlägt sich auch bei den Gerichten nieder.” Hartinger

Sämtliche Planstellen besetzt

Konkrete Gründe für diese Entwicklungen vermag Prechtl-Marte nicht anzugeben, nur so viel: „Die schlechte Wirtschaftslage schlägt sich auch bei den Gerichten nieder.“

In sämtlichen Sparten (Zivil-, Arbeits- und Sozialrecht und Strafverfahren werden allein am Landesgericht Feldkirch täglich bis zu 55 Verhandlungen durchgeführt. Dem stehen am Landesgericht 32 Richterinnen und Richter gegenüber, an den Bezirksgerichten 32. „Mit den Teilzeitkräften sind es insgesamt 75 Köpfe“, resümiert die Landesgerichtspräsidentin und betont, dass derzeit sämtliche Planstellen besetzt sind. „Dennoch fordere ich noch mehr Planstellen, denn wir arbeiten personell am untersten Limit.“ Erleichterung sei jedoch mit dem elektronischen Akt, der bis Ende 2025 flächendeckend an sämtlichen Gerichten Vorarlbergs eingeführt werden soll, spürbar.