Wie begabte Kinder Interessen entdecken und Potenzial entfalten

Die Vorarlberger Sommerakademie feierte ihre 20. Ausgabe mit einem Jubiläumsfest.
Dornbirn “Die Sommerakademie hat den Grundstein dafür gelegt, dass ich jetzt meinen Traumjob habe, von dem ich damals noch gar nicht wusste, dass es ihn gibt”, sagt Amy-Marleen Hißbach, 28, heute Softwareentwicklerin bei Zeiss in Jena. Sie gehörte zu den ersten, die das besondere Angebot für begabte Kinder und Jugendliche in Vorarlberg nutzten.

Vielseitige Angebote
Seit 2006 veranstaltet der Verein “Initiative Begabung” in der letzten Ferienwoche die Vorarlberger Sommerakademie. Ein breites Kursangebot aus den Bereichen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), Schreiben, Rhetorik, Film, Literatur und Kunst steht für interessierte Kinder und Jugendliche vom Kindergartenalter bis zur 13. Schulstufe auf dem Programm. “Wir wollen Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, ihre Begabungen zu entdecken, in unbekannten Gebieten zu forschen und zu experimentieren”, erklärt Gründerin und Vereinsobfrau Verena Chlumetzky-Schmid. Während im ersten Jahr 83 Teilnehmende mitmachten, sind es heute jährlich 200 bis 300 Kinder und Jugendliche zwischen vier und 18 Jahren, die unter dem Motto “Entdecke deine Interessen. Entfalte dein Potenzial” dabei sind.

Neue Impulse
Auch die 20. Ausgabe der Sommerakademie bot ein spannendes Programm von “Mathe für Kids” bis zum Sezierkurs. Neben Klassikern wie “Kreativer Bleistift” von Brigitte Palmstorfer oder dem Rhetoriktraining mit ORF-Journalistin Nicole Benvenuti sorgten auch neue Akzente für Abwechslung. So gab die junge Autorin Ines Strohmeier Einblicke in ihre Arbeit, während Ärztinnen und Ärzte des LKH Feldkirch sowie ein niedergelassenes Fachärzteehepaar aus Dornbirn praxisnah den medizinischen Alltag vermittelten – von Erster Hilfe bis zur Notfallversorgung. Mit Kursen zu Quantenphysik und einem philosophischen Seminar, das in Verbindung mit dem Philosophicum Lech stand, spannte sich der Bogen bis zu aktuellen Fragestellungen in Forschung und Gesellschaft.


Jubiläum im BG Dornbirn
Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Sommerakademie hatte Verena Chlumetzky-Schmid zu einem kleinen Jubiläumsfest ins BG Dornbirn geladen. Neben zahlreichen Eltern, Kindern und Unterstützern konnte sie auch Ehrengäste aus Politik und Bildungswesen willkommen heißen. Zu den Höhepunkten gehörte eine Talkrunde mit vier ehemaligen und einem aktuellen Teilnehmer der Sommerakademie. Maria Stadler fragte die jungen Gäste, welche Erfahrungen sie in der Sommerakademie gesammelt haben und wie sie ihren Alltag als hochbegabte Personen erleben. Emil Hase, 14 Jahre, war heuer bereits zum siebten Mal bei der Sommerakademie dabei und besuchte einen viertägigen Kunstgeschichte-Workshop. “Meiner Mama fiel schon früh auf, dass ich hochbegabt bin. Aktuell besuche ich das Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd, wo ich optimal gefördert werde”, erzählte der Jugendliche.

Hochbegabt im Alltag
Samuel Benvenuti und Leonard Ramersdorfer, beide 19, haben heuer an HAK bzw. HTL maturiert und wurden kürzlich in das Programm der Studienstiftung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Dass Hochbegabung auch Herausforderungen mit sich bringen kann, berichtete Rosa Peschina (19). “Ich hatte mit Mobbing zu kämpfen und musste sogar die Schule wechseln. Das Schöne an der Sommerakademie ist, dass man unter Gleichgesinnten ist”, so die Absolventin der HTL Ortwein, die im Herbst ein Lehramtsstudium beginnt. Zum Abschluss richtete Samuel einen Appell an die politischen Vertreter: “Begabung darf keine Last sein – junge Hochbegabte brauchen weiterhin gezielte Förderung!” LCF





