Einigung im Sozialbereich nach harten Verhandlungen

Politik / 09.01.2026 • 14:49 Uhr
Einigung im Sozialbereich nach harten Verhandlungen
Der aktuelle Kälteeinbruch stellt auch einige Sozialeinrichtungen vor erhöhte Anforderungen. APA/Gindl

Der Abschluss bringt den 9000 Beschäftigten mehr Geld, aber keine Entwarnung für die Zukunft der Branche, betonen GPA und AGV.

Schwarzach 3,3 Prozent mehr Gehalt ab der zweiten Jahreshälfte sind es geworden. Was Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) erst Anfang der Woche forderte, wurde nun fixiert: Am Freitag gelang der Kollektivvertragsabschluss im Vorarlberger Sozial- und Gesundheitswesen in der sechsten Verhandlungsrunde. Wallner bezog sich bei der Grenze für eine Gehaltserhöhung auf das Verhandlungsergebnis bei den Landesbediensteten, das bereits Mitte Dezember stand. “Warum soll ein Sozialarbeiter in einer privaten Einrichtung mehr bekommen als ein Sozialarbeiter in einem Spital?”, begründete er im Gespräch mit den VN.

Marcel Gilly, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA Vorarlberg, zeigte sich “irritiert”, dass unterschiedliche Bereiche “unsachlich miteinander vermischt werden”. Sozialarbeit werde mit dieser Aussage pauschal mit dem Krankenhausbereich verglichen – “ohne die realen Strukturen zu kennen”.

Walter Schmolly Marcel Gilly
Walter Schmolly, Obmann Arbeitgeberverein (links), und Marcel Gilly, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA Vorarlberg, betonen, dass der massive Sparkurs des Landes den Druck auf Sozialträger erhöht. GPA

Kürzungen verhindert

Die Verhandler zeigten sich aber insgesamt in einer Aussendung zufrieden. Die “massiven Einsparungen im Sozial- und Gesundheitsbereich” würden dadurch nicht auf die Beschäftigten abgewälzt, betonten Gilly und Walter Schmolly, Obmann Arbeitgeberverein. Die Ausgangslage der diesjährigen Verhandlungen sei jedoch besonders schwierig, ergänzen sie. Der massive Sparkurs des Landes im Sozial- und Gesundheitswesen habe den Druck auf die Träger erhöht.

In den Verhandlungen mit dem Land konnte die Rücknahme einer angekündigten Kürzung erzielt werden, sagt Schmolly: “Wir konnten mit der Landesregierung vereinbaren, dass die Kollektivvertrags-Indexierung in den Sozialfondstarifen nun doch zu 100 Prozent berücksichtigt wird und nicht wie angekündigt nur mit 80 Prozent.”

Attraktivierung notwendig

Marcel Gilly weist jedoch darauf hin, dass es dringend weitere Attraktivierungen benötige, um die rund 9000 Beschäftigten zu halten und auch künftig genügend Personal zu gewinnen. Das betreffe etwa die Arbeitszeit, Entlastungen, Erholung und Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben.

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