„Jede Investition ist fremdfinanziert“: Vandans am finanziellen Limit

VN / 09.01.2026 • 09:50 Uhr
Bürgermeister Florian Küng
Bürgermeister Florian Küng weiß, wie es um die Finanzlage seiner Gemeinde steht. VN/JUN

Die Schulden in der Gemeinde Vandans wachsen. Großprojekte wie das Sicherheitszentrum werden auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben.

Vandans Vandans steht finanziell unter Druck. Sparmaßnahmen und Konsolidierung prägen das Jahr 2026 der Montafoner Gemeinde. Es fehlen Einnahmen aus Kommunalsteuer und Tourismus. „Jede Investition ist fremdfinanziert“, so Bürgermeister Florian Küng. Großprojekte seien derzeit nicht mehr finanzierbar. „Wir machen nur das Notwendigste.“ Selbst für den laufenden Betrieb muss ein Kredit aufgenommen werden.

Kein Geld für das Sicherheitszentrum

Die Entwicklung des Dorfzentrums wird zurückgestellt. Auch das geplante Sicherheitszentrum rutscht auf der Prioritätenliste nach hinten. „Es gibt momentan einen Notfallplan, mit dem wir das Wichtigste angehen“, erklärt Küng. Die Finanzierung des Sicherheitszentrums könne man derzeit nicht mehr darstellen. Die Feuerwehr muss sich daher weiter mit den beengten Räumlichkeiten zufriedengeben. „Wir wissen, dass wir ein modernes Feuerwehrhaus brauchen“, sagt Küng. Das aktuelle Gebäude entspricht nicht mehr dem Standard: Es ist zu klein, die Bergrettung ist im Keller untergebracht, und der Mannschaftsraum dient zugleich als Schulungsraum. Das neue Sicherheitszentrum soll Bergrettung und Feuerwehr vereinen – doch das Geld fehlt.

Auf Ertragsanteile angewiesen

Die Gemeinde passt die Gebühren an, damit Kosten für Wasser, Abwasser und Ähnliches gedeckt sind. Die Ertragsanteile machen zwischen einem Drittel und der Hälfte der Einnahmen aus. Die Gemeinde ist in hohem Maße von diesen abhängig. Darüber hinaus sieht es jedoch eher mau aus. Weder die Kommunalsteuer noch die Tourismuseinnahmen werden in absehbarer Zeit steigen. „Wir sind eine touristische Wohngemeinde, aber keine Touristenhochburg“, bringt es Küng auf den Punkt. In Vandans gibt es weder viele Unternehmen noch zahlreiche Hotels.

Wünschenswert wäre ein touristischer Betrieb mit entsprechender Infrastruktur – dieser würde der Gemeinde etwas mehr Einnahmen bringen. Nichtsdestotrotz fließen zwei Drittel aller Tourismuserlöse direkt an Montafon Tourismus. In der Gemeindekasse bleibt davon kaum etwas übrig.

Der Schuldenstand erhöht sich in diesem Jahr um 500.000 Euro auf 9,9 Millionen Euro. Es liegt ein negatives Nettoergebnis von 1,228 Millionen Euro vor. Im Voranschlag ist bereits eine Darlehensaufnahme von rund einer Million Euro berücksichtigt worden.