Neue Details über inhaftierten Vorarlberger: So lief die „Nigeria Connection“

Neue Details und Hintergründe: Darum war der Unternehmer für Stickereien aus Lustenau mit so viel Geld unterwegs.
Schwarzach, Lagos Wie die VN aus verlässlichen Quellen erfuhren, ging es bei der „Nigeria Connection“ um den Verkauf von Textilien in Nigeria. Und zwar auf dem dortigen Schwarzmarkt, um zollrechtliche Bestimmungen zu umgehen. Im aktuellen Fall handelt es sich um einen Unternehmer für Stickereien aus Lustenau.
Sammelstelle
Der Deal funktionierte laut Insiderkreisen so: Ein Mittelsmann verkaufte die mit Frachtflugzeugen nach Nigeria geschaffte Ware aus Vorarlberg, deponiert auf einer Sammelstelle, an interessierte Kunden. Die Textilien wurden jedoch nur gegen Bares veräußert. Das dann „eingesammelte“ Geld wurde an den Lustenauer Verkäufer ausgehändigt und in Euro und Dollars umgewechselt. Umgerechnet handelte es sich dabei um einen Betrag von rund 1,4 Millionen Euro.
Allerdings war es unmöglich, eine solche horrende Summe von Nigeria nach Österreich zu überweisen, ohne die Devisen zu deklarieren. Dies versuchte der Vorarlberger, indem er das Geld in einem Koffer verstaute, um ihn dann auf dem Luftweg außer Landes zu schmuggeln. Doch schon bei der Kontrolle am Flughafen in Lagos flog der Lustenauer auf. Er wurde wegen Verstoßes gegen das Geldwäschegesetz von einer Einheit des Nigerianischen Zolldienstes am Flughafen festgenommen und sitzt seither in Lagos in Haft.
Antrag auf Kaution
Vor Gericht angeklagt, bekannte sich der Vorarlberger in einer ersten Verhandlung nicht schuldig. Nach Anhörung der Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft und Verteidigung vertagte der Richter die Verhandlung auf den 16. Januar, um über den Antrag auf Freilassung gegen Kaution zu entscheiden und ordnete an, dass der Angeklagte bis zur Entscheidung über den Antrag in der Obhut des nigerianischen Strafvollzugsdienstes bleibt.