Volksschüler lernten die Natur als Ideenschmiede kennen

VN / 13.01.2026 • 15:05 Uhr
Unter dem Mikroskop  nahmen die 2a-Kinder Libellenflügel, Farn und feine Haken genau unter die Lupe.
Unter dem Mikroskop nahmen die 2a-Kinder Libellenflügel, Farn und feine Haken genau unter die Lupe. Carmen Thurnher

Die 2a der VS Leopold erlebte einen spannenden Bionik-Workshop in der inatura Dornbirn.

Dornbirn Der Traum vom Fliegen begann an diesem Vormittag mit einer Geschichte, die älter ist als jedes Flugzeug. Museumspädagogin Ines Linke eröffnete den Bionik-Workshop der inatura Dornbirn mit Ikarus und Daedalus. Über 2500 Jahre alt ist der Wunsch, eine Insel ohne Brücke oder Boot zu verlassen. Die Kinder der 2a der VS Leopold, begleitet von Klassenlehrerin Christine Gurschler und Zivildiener Justin Gruber, hörten gebannt, wie Daedalus Federn mit Wachs zu Flügeln verband und Sohn Ikarus zu hoch hinauswollte. Zu nah an der Sonne schmolz das Wachs, der Traum stürzte ab, doch die Botschaft blieb – der Mensch schaut sich seit jeher Tricks von der Natur ab.

Museumspädagogin Ines Linke führte durch den spannenden inatura-Workshop.
Museumspädagogin Ines Linke führte durch den spannenden inatura-Workshop.

Von Da Vinci, Flugzeugen und Störchen

Von der Mythologie führte Linke weiter zu Leonardo da Vinci. Sein Propeller-Entwurf und der frühe Fallschirm zeigten, dass Naturbeobachtung auch ohne Motor zum technischen Gedankenmodell wird. Otto Lilienthal gelang schließlich der erste echte Flug – inspiriert vom Gleitflug der Störche. “Seine Versuche legten die Basis für moderne Tragflächen, wie sie heute jedes Verkehrsflugzeug nutzt”, klärte die Museumspädagogin die Schülerinnen und Schüler auf.

Maximilian und Lorenz freuten sich ein eigenes Flugobjekt zu basteln.
Maximilian und Lorenz freuten sich, ein eigenes Flugobjekt zu basteln.

Im inatura-Klassenraum wurde Theorie dann zu Praxis. Die Kinder bauten selbst Papier-Propeller. Geierfedern dienten als Anschauungsmaterial – groß, stabil, perfekt für Auftrieb. Im Anschluss ging es ins Foyer, um die gebastelten Flugobjekte auch gleich zu testen. Mit staunenden Augen ließen die Nachwuchsforscher ihre gebastelten Propeller vom Galerie-Balkon segeln.

Mia schaute sich die Feder genau an.
Mia schaute sich die Feder genau an.

Nach den Flugversuchen ging es zurück ins Klassenzimmer und unter dem Stichwort “Biomimetik” untersuchten die Kinder, was Technik von Tieren und Pflanzen lernen kann – wie den rauen Strömungseffekt der Haifischhaut, deren feine Rippchen Wasser und Luft lenken, statt bremsen. “Diese Mikrostruktur inspiriert heute Haifischhaut-Folien an Flugzeugen, die Treibstoff sparen”, erklärte Museumspädagogin Ines Linke. Auch die Schwanzflosse der Fische, Vorbild für Unterwasser-Roboter, wurde thematisiert. Der Oktopus zeigte das Prinzip der Saughaftung – Unterdruck statt Kleber.

Nach der Theorie folgte das Basteln, um das Erlernte in die Praxis umzusetzen.
Nach der Theorie folgte das Basteln, um das Erlernte in die Praxis umzusetzen.

Spannender Blick ins Mikroskop

Und ein Klassiker durfte natürlich nicht fehlen: der Klettverschluss, abgeschaut von der großen Klette, die sich mit winzigen Haken an Tierfell heftet. An Fellproben testeten die Kinder interessiert das Prinzip selbst. Schließlich folgte ein weiteres Highlight – die Begegnung mit einem echten Frosch, die zunächst etwas vorsichtig verlief, dann überwog aber doch die Neugier. Jede und jeder wollte einmal den Frosch halten, selbst Zivi Justin bewies Mut und sorgte bei seinen Schützlingen für Begeisterung. Unter dem Mikroskop wurden abschließend Haihaut, Libellenflügel, Schwimmfarn und Klettstrukturen sichtbar.

Auf der Foyer-Galerie wurden die Flugobjekte getestet.
Auf der Foyer-Galerie wurden die Flugobjekte getestet.

Im Rahmen von “FHV goes inatura” zeigt die Naturschau seit 2014 gemeinsam mit der Fachhochschule Vorarlberg, wie Naturprinzipien zu nachhaltigen Innovationen führen. Für die 2a wurde der Workshop zu einem Vormittag, an dem die Natur sowohl Vorbild als auch Testlabor war – und die Ideen buchstäblich abhoben. cth

Theorie und Praxis im Einklang, die Kinder waren begeistert und zeigten sich sehr interessiert.
Theorie und Praxis im Einklang, die Kinder waren begeistert und zeigten sich sehr interessiert.
Mit Eifer waren die Kinder beim Basteln der Flugobjekte.
Mit Eifer waren die Kinder beim Basteln der Flugobjekte.
Bereit den Flugversuch zu starten.
Bereit, den Flugversuch zu starten.
Wie fühlt sich eine Haihaut an?
Wie fühlt sich eine Haihaut an?
Mit spannenden Geschichten brachte Ines Linke den Kindern Bionik näher.
Mit spannenden Geschichten brachte Ines Linke den Kindern Bionik näher.
Anfassen erwünscht hieß es beim Bionik-Workshop in der inatura.
Anfassen erwünscht, hieß es beim Bionik-Workshop in der inatura.
Am Fell wurde der Klettverschluss sichtbar.
Am Fell wurde der Klettverschluss sichtbar.
Mia wagte zaghaft eine Begegnung mit dem inatura-Frosch.
Mia wagte zaghaft eine Begegnung mit dem inatura-Frosch.
Großes Staunen bei den Kids.
Großes Staunen bei den Kids.
Auch Lorenz traute sich den Frosch zu halten.
Auch Lorenz traute sich, den Frosch zu halten.
Zivi Justin ließ sich den Frosch auch auf die Hand setzen.
Zivi Justin ließ sich den Frosch auch auf die Hand setzen.
Aha-Effekte gab es am Ende unter dem Mikroskop.
Aha-Effekte gab es am Ende unter dem Mikroskop.