Baseball im Klassenzimmer: Dornbirn Indians an der VS Leopold

Indians-Spieler Moritz Riedmann begeisterte Volksschüler in Dornbirn.
Dornbirn Anfeuerungsrufe hallen durch den Turnsaal der VS Leopold, Kinder klatschen, lachen und feuern sich gegenseitig an. “Super gemacht, Henri”, ruft Klassenlehrerin Christine Gurschler von der Seitenlinie, wenig später folgt ein “Bravo, Laura”. Vergangene Woche wurde die reguläre Turnstunde zur sportlichen Entdeckungsreise, als Moritz Riedmann von den Dornbirn Indians zu Gast war. Baseball im Klassenzimmer – oder besser gesagt im Turnsaal – sorgte für große Augen und noch größere Begeisterung.

In den Baseballsport schnuppern
Mit einfachen Übungen führte der Indians-Spieler die Erstklässler behutsam an eine Sportart heran, die für viele Kinder Neuland ist. “Stell dir vor, deine Hand ist der Schläger”, lautete eine der Anweisungen, ehe die Kinder von Kreis zu Kreis rannten, Würfe ausprobierten und zum Abschluss ein Wurf- und Zielspiel absolvierten. Spielerisch wurden Koordination, Reaktion und Teamgeist geschult, ohne dass der Spaß zu kurz kam.

Der Besuch war Teil des School-Baseball-Programms der Dornbirn Indians, das auf Baseball5 basiert – einer modernen, urbanen Variante des Baseballs, die ohne Schläger und Handschuhe auskommt und sich ideal für den Turnsaal eignet. Vor allem in den Winter- und Frühjahrsmonaten kommen Trainerinnen und Trainer direkt in die Schulen und arbeiten im Rahmen des regulären Unterrichts mit den Klassen. “Ziel ist es, Kinder früh für Bewegung zu begeistern und ihnen gleichzeitig eine neue Teamsportart näherzubringen”, erklärt Danny Hall, sportlicher Nachwuchsleiter bei den Indians.

Dabei steht aber nicht nur der sportliche Aspekt im Mittelpunkt. Baseball dient bewusst auch als pädagogischer Rahmen. Baseballbezogene Inhalte lassen sich mit Mathematik, Lesen, Schreiben oder Englisch verknüpfen, etwa beim Zählen von Runs, beim Lesen einfacher Spielstände oder beim Kennenlernen englischer Begriffe. “Durch die internationale Ausrichtung des Sports eröffnen sich zudem Zugänge zu anderen Kulturen, denn Baseball ist längst nicht mehr nur in den USA zu Hause”, so Hall.

Wichtig ist den Verantwortlichen ein sicheres und inklusives Umfeld, in dem alle Kinder willkommen sind – unabhängig von sportlicher Vorerfahrung. Genau das war auch in der VS Leopold spürbar. Jedes Kind machte mit, niemand blieb außen vor. Im besten Fall, so die Hoffnung der Verantwortlichen, bleibt bei einigen Kindern mehr als nur ein sportlicher Vormittag in Erinnerung. Vielleicht schnuppert der eine oder die andere später einmal im Verein hinein und schwingt irgendwann tatsächlich den Schläger für die Dornbirn Indians.

School Cup als Highlight
Den Höhepunkt des Projekts bildet der School Cup am Ende des Schuljahres. Dann treffen sich die teilnehmenden Schulen in Dornbirn, spielen in freundschaftlichem Rahmen gegeneinander und erleben Baseball in einem echten Umfeld. Der Fokus liegt dabei nicht auf Leistung, sondern auf Freude, Fair Play und einem gemeinsamen Erlebnis – ganz so, wie es auch im Turnsaal der VS Leopold spürbar war. cth

