Auftakt zu Sounding Islands: Irland im Löwensaal

Das Dingle FolkFest eröffnete Sounding Islands fulminant.
Hohenems Was für ein Auftakt für die diesjährige Reihe Sounding Islands: Schon beim ersten Termin durfte sich der Verein Kultur im Löwen über ein ausverkauftes Haus freuen. Obmann Heribert Weber zeigte sich begeistert und freute sich – für den Verein ebenso wie für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer: “Der große Zuspruch ist ein schönes Zeichen dafür, dass das Programm auf offene Ohren stößt.” Und tatsächlich setzte das Eröffnungskonzert die Messlatte hoch. Das Dingle FolkFest entführte das Publikum mit irischem Charme und Wärme mitten auf die grüne Insel.

Ganz viel irische Seele
Augen zu – und schon war man an der windigen Westküste. Vier Musikerinnen und Musiker ließen den Löwensaal klingen, als läge zwischen Hohenems und Dingle nur ein schmaler Steg. Balladen, Tunes und mehrstimmiger Gesang wechselten einander ab, getragen von großer Spielfreude und spürbarer Nähe zum Publikum. Zwischen den Liedern erzählten die Künstler kleine Geschichten, versuchten sich charmant in der deutschen Sprache und sorgten damit für zahlreiche Lacher. Wenn Songtitel plötzlich zum “Eichhörnchen-Jäger” wurden, war die Verbindung endgültig hergestellt.
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Musikalisch spannte sich der Bogen von mitreißenden, rhythmisch dichten Passagen bis zu zarten Liebesliedern, die Fernweh weckten. Immer wieder griffen alle vier zur Whistle, der Rhythmus sprang auf das Publikum über, und Füße stampften und es wurde mitgeklatscht. Dann wieder wurde es still im Saal, wenn die Stimmen der beiden Sängerinnen Raum bekamen – klar, warm und voller Gefühl. Das Zusammenspiel wirkte organisch, nichts aufgesetzt, alles getragen von großer Erfahrung.

Diese Erfahrung brachten alle Beteiligten reichlich mit. Teresa Horgan, die preisgekrönte Flötistin und Sängerin aus Cork, beeindruckte mit einer Stimme, die unter die Haut geht, und mit ihrem feinfühligen Flötenspiel. Michael Coult zeigte sich als vielseitiger Musiker mit Tiefe, der mühelos zwischen Instrumenten wechselte. Éilís Kennedy erzählte mit ihrem Gesang Geschichten, ruhig und eindringlich zugleich. Als Gastgeberin des Kult-Pubs John Benny’s in Dingle ist sie eine zentrale Figur der lokalen Musikszene. Matt Griffin, der Saitenvirtuose aus dem Südwesten Irlands, liefert das harmonische Rückgrat der Gruppe mit feinfühligem Gitarrenspiel und musikalischer Tiefe.

Dass das Dingle FolkFest mehr ist als ein einzelner Abend, wurde gegen Ende deutlich. Die Sounding-Islands-Reihe verspricht auch in den kommenden Monaten musikalische Entdeckungsreisen: von der Begegnung afrikanischer Vokalmusik mit Mozart (das nächste Konzert am Donnerstag, 12. März) über italienische Canzoni bis hin zu Blues, britischem Folk-Rock und weiteren irischen Klängen.

Doch an diesem Abend gehörte der Blick noch einmal Irland. Viele Gäste dürften den Löwensaal mit dem Gedanken verlassen haben, bald selbst eine Reise dorthin zu planen. So ansteckend war die Musik, so herzlich die Stimmung. Alle Infos zum weiteren Sounding-Islands-Programm unter www.loewensaal.at/kulturimloewen. cth





