BORG Egg hält Skiwochen-Tradition hoch
Nach einem erlebnisreichen Ausflug ins Skigebiet Lech/Zürs schnell ein Erinnerungsfoto vor dem imposanten Widderstein – und dann geht sich eine letzte Fahrt auf dem Salober-Nordhang gerade noch aus.Peter Strauss (3)
Schröcken, Egg Kaum hat die aufgehende Sonne erste Berggipfel in gleißendes Licht getaucht, sind sie bei den ersten Gästen am eben in Betrieb genommenen Saloberlift. Für ein Fotoshooting bleibt kaum Zeit, denn „heute wollen wir mit den besten Skifahrerinnen und -fahrern rüber nach St. Anton, das ganze Skigebiet erkunden“, erklären die Egger BORG-Lehrer Markus Flatz und Didi Köb, denen die Vorfreude auf einen „sagenhaften“ Skitag ebenfalls anzusehen ist, die hektische Eile.
Auch die wenigen Nicht-Wintersportler haben in der Skiwoche keine Langeweile – als Freizeit-Highlight steht der Outdoor-Pool zur Verfügung.
Noch ungeduldiger ist die andere Gruppe, die sich auf einen Skitag in Lech/Zürs freut und einfach an den Lift vorbeirauscht. „Können wir das Foto nach der Rückkehr machen? Ich ruf dich an, wenn wir im Auenfeld sind“, entschuldigt Gesamtleiterin Helga Vögel die Ungeduld ihrer Gruppe, die nicht zu bremsen ist. Christine Felder-Lang und Daniel Amann, die diese Gruppe betreuen, scheitern mit dem Versuch, ein Fotoshooting zu organisieren.
Markus Flatz (l.) und Didi Köb hatten alle Mühe, die ungeduldige Rasselbande für das Fotoshooting zusammenzuhalten.
Keine Minute verschenken
Kein Wunder, die Bedingungen auf den Pisten und vor allem im Freigelände sind auf beiden Seiten des Arlbergs einfach paradiesisch: Am Wochenende vor der Anreise der 75 BORG-Schülerinnen und -Schüler hat es endlich noch einmal geschneit, der weiße Nachschub auf den Pisten hat gutgetan und manche Hänge sind noch unverspurt. Skifahrer und Snowboarder strahlen mit der Sonne um die Wette und genießen das Wintermärchen. Da will man keine Minute des Skitags verschenken. Wen wundert’s, dass am BORG Egg die Zukunft der Skiwoche nicht zur Diskussion steht. Direktor Ariel Lang, der traditionell auf Besuch ins Berghaus kommt, stellt klar: „Wenn viele andere Schulen Probleme damit haben und ihre Skiwochen absagen, kann ich nur dezidiert feststellen, dass die Skiwoche am BORG ein Fixpunkt bleibt. Überlegungen, die es vor Jahren gab, stattdessen eine Sommerwoche zu organisieren, waren schnell vom Tisch und seit wir hier im Berghaus in Schröcken vor einigen Jahren ein traumhaftes Quartier in einem einzigartigen Skigebiet gefunden haben, redet niemand mehr über ein Ende der Skiwoche.“
Christine Felder-Lang, Daniel Amann und Helga Vögel holen sich beim riesigen Poster an der Wand des S-1-Restaurants am Salober schon mal Anregungen für den Sommerwandertag.
Im Gegenteil: „Wenn nicht wir als Schule in einer klassischen Wintersportregion an dieser Skischul-Tradition festhalten, wer dann?“ fragt der Schulleiter, der die Vorzüge der Egger BORG-Skiwoche auflistet. Da ist zum einen Berghaus-Chefin Steffi Schwarzmann. Als BORG-Absolventin – Matura 1985 – ist es ihr ein wichtiges Anliegen, auf diese Weise ‚ihrer‘ Schule etwas zurückzugeben. Großes Entgegenkommen gibt es auch seitens der Liftgesellschaft, und Mathias Fritz von der Skischule Warth setzt noch einen drauf: Er stellt für Anfänger, die noch nie auf Skiern standen, kostenlos einen Skilehrer ab.
Und selbst wer mit Skifahren überhaupt nichts am Hut hat, hat hier keine Langeweile: Diese kleine Gruppe, betreut von Elisabeth Marxgut, vertreibt sich die Zeit bei Spaziergängen in der Winterlandschaft am Hochtannberg, macht Schneeschuhwanderungen oder vergnügt sich im Outdoor-Pool, der natürlich auch den Skifahrern zur Verfügung steht.
Berghaus-Chefin Steffi Schwarzmann vor dem Berghaus-Motto: “Wir müssen leider viele Anfragen von Schulen ablehnen, für das BORG Egg und die Bezauer Wirtschaftsschulen machen wir eine Ausnahme.”
So ist es nicht verwunderlich, dass die Skiwoche begeistert angenommen wird. „Von 77 Schülerinnen und Schülern der fünften Klassen sind nur zwei nicht dabei und bei den Betreuungslehrerinnen und -lehrern ist das Interesse so groß, dass wir jedes Jahr eine Warteliste haben und Kolleginnen und Kollegen auf das nächste Jahr vertrösten müssen. Aber da kann ich sie beruhigen: Sie bekommen ihre Chance, die BORG-Skiwoche ist auch für 2027 schon fixiert“, so der Direktor. STP
BORG-Direktor Ariel Lang: “Anders als in vielen anderen Schulen ist und bleibt die Skiwoche fixer Bestandteil in unserem Jahresprogramm.”
Wo im Sommer in der Beachvolleyballarena geschmettert und geblockt wird, gibt Steffi Schwarzmann im Winter Unterricht im Eisstockschießen.
Knapp die Hälfte der 75 Schülerinnen und Schüler des Egger Gymnasiums stellt sich vor dem Highlight ihrer Skiwoche zum Fotoshooting. Und dann geht es ab Richtung St. Anton.
Skischulleiter Mathias Fritz: “Wenn wir mit der Bereitstellung eines Skilehrers einen Beitrag zum Gelingen der Skiwoche leisten können, machen wir das gerne.”